Politik und die Kunst, Diskrepanzen zu überwinden … Teil 2: die ÖVP

18 09 2008

Nachdem ich mir erlaubt habe, vor einigen Wochen schon auf die Dilemmata der SPÖ hinzuweisen, heute ein Blick auf die ÖVP. Schliesslich diskutiert Wilhelm Molterer ja am Abend im ORF mit Alexander Van der Bellen.

Molterer hat nicht weniger Diskrepanzen im WählerInnen-Potential zu überwinden als Werner Faymann; sie schauen nur anders aus.

Zum einen: den sensationellen Wahlsieg im Jahr 2002 (42,30 Prozent – derzeit liegt sie in Umfragen bei 26-28%) hat die damalige Schüssel-ÖVP vor allem dem Niedergang der FPÖ (Rückfall von knapp 27 auf 10%) zu verdanken. Seit damals weiß oder besser gesagt glaubt die ÖVP, dass sie diese WählerInnen durch klare Signale behalten muss. Manchem ÖVP-Politiker ist alles recht, was rechts ist, könnte man meinen. Daher auch: Law and Order Politik; Schwerpunkt Sicherheit, Deutschkurs vor Einwanderung etc.

Es ist hier ähnlich wie bei der SPÖ: man kämpft um Potential aus dem rechten Lager, nur dass sich um jenes nicht nur Molterer und Strache selbst, sondern nun auch Haider und Faymann (mit der Krone im Rücken) bemühen. Eigentlich zu viele Mitbewerber für nur einen Teil des Kuchens.

Andererseits hat die ÖVP auch Milieus in ihrer WählerInnenschaft, die eher zu schwarzgrün tendieren. Und das nicht nur in den Städten (wie meist bei der SPÖ) – siehe Oberösterreich mit schwarz/grün. Es sind sog. bürgerliche (über den Begriff lässt sich trefflich streiten), die teils christlich-sozial geprägt sind, starken sozialen Bezug zu ÖVP-Netzwerken haben, aber offener sind. Sie verkehren nicht ausschließlich (wie das in den meisten ÖVP und klassischen SPÖ-Netzwerken der Fall ist) mit den eigenen Reihen, sondern haben höhere Diversität in ihren Netzwerken.

Jene können aber nichts damit anfangen, dass man einen Deutschkurs machen muss, bevor man nach Österreich kommt. Oder die es falsch finden, Mutter und Kinder der Familie Zogaj oder hunderter anderer Familien  abzuschieben, obwohl jene mittlerweile mehr (Ober)österreicher als z.B. Kosovo-Albaner sind.
Der von mir zuletzt formulierte DF (Maßzahl der zu überwindenden Diskrepanz im WählerInnenpotential; Maximum = 10) liegt etwas niedriger als bei der SPÖ (9), aber immer noch bei 7.
Schüssel hatte damals mobilisiert, weil er mit der Gusenbauer SPÖ und der „Bedrohung Rot-Grün“ ein Feindbild ausgegeben hat; das greift aber in vielen ÖVP Ländern taktisch nicht mehr so, weil Faymann zu soft ist dafür. Es fehlt der ÖVP das mobilisierende Element.
Und Molterer ist keiner, der die eigenen Leute auf seinen Wahlkampf einschwören kann.
Das Interessante ist, dass Molterer im letzten Interview mit dem Falter zeigt, dass er eigentlich das Potential gehabt hätte, die Brücke zu schlagen. Zwischen Bauernbund und urbanen WählerInnen. Und zwar in seiner eigenen politischen Sozialisierung, wo er beide Kulturen verinnerlicht hatte. Er hat es aber verabsäumt, den einen Teil weiter zu pflegen und Signale auszusenden. Sein Nachteil ist schlicht, dass er Teil der letzten Regierungen bzw. Klubobmann bei schwarz-blau/orange und da keine Akzente für einen Aufbruch Richtung schwarz-grün vermitteln konnte.
Und sollte er heute Abend drauf kommen, dass das ein Fehler war, ist es wohl zu spät für eine Imagekorrektur, denn das entsteht doch etwas langfristiger.





Unheimlich…unheimlich schön: Leucocyte von e.s.t.

18 09 2008

Es ist nicht leicht. Kann man sich ein unabhängiges Urteil über eine CD bilden, wenn man weiß, dass der zentrale Akteur einer Band kürzlich tragisch verunglückt ist und dass einen dieser Umstand sehr traurig macht?

Vielleicht nicht – und doch muss man alle Bezeichnungen als Vermächtnis Album, das post mortem erscheint, mal bei Seite lassen. Auch wenn Titel wie Ad Mortem oder Ad Infinitum das schwer machen und angesichts der Tragik mehr als unheimlich wirken.

Denn Leucocyte von e.s.t. ist eine der wunderbarsten Aufnahmen, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden. e.s.t. hatte schon davor Großes herausgebracht. Das fading maid preludium vom Album Tuesday Wonderland gehört z.B. zu meinen persönlichen Alltime-Highlights der jüngeren Jazzgeschichte. (ja, da ist es wohl wieder, das alltime – die Unendlichkeit – es geht also nicht, das mal beiseite lassen…)

Das neue Album ist ein kleiner Bruch gewesen, aber ein wundersamer zugleich. Dieses als Improvisation in Australien aufgenommene Meisterstück strotzt vor Energie; aufregenden Sounds (viel Elektronik wie wir sie auch von anderen Skandinaviern Marke Eivind Aarset kennen), komplexen rhythmischen Geflechten und oft auch einfachen Motiven, die nur schwer aus dem Kopf gehen. Manchmal – wie im kurzen Stück Ajar - ist es auch der einfache, klare Ton in Svenssons Klavierspiel, der den Raum erfüllt.

Das Werk ist schlicht ganz, ganz groß. Unabhängig vom Ableben Esbjorn Svenssons. (ein lesenswerter Nachruf ist in der Zeit erschienen)  Das Video auf der Website von e.s.t. ist übrigens ebenso sehenswert. Es zeigt die Dynamik und den neuen Sound von e.s.t. auch auf visuell eindrucksvolle Art. Die Musik von e.s.t. sprengt Genre-Grenzen ohne den Jazz an sich revolutionieren zu müssen. Sie ist eigenständig, und doch Traditionen-verwurzelt; höchste Improvisationskunst und zugleich kollektive Stärke zugleich.

Und ja, die Tatsache, e.s.t. nie live gesehen zu haben, zeigt, dass man derartige Gelegenheiten im Leben nicht versäumen sollte, denn sie könnten sich unerwarteterweise nicht wiederholen. Selber schuld, kann man sagen. Aber darum geht´s ja nicht.

Was bleibt ist die Musik, und die bleibt für immer.





Wahl 08: Die Wettquote als Stimmungsbarometer?

14 09 2008

Die Wochen vor einer Wahl bieten Hochkonjunktur für mehr oder minder seriöse Instrumente, die uns helfen sollen, die Stimmung im Land zu erfassen und das Ergebnis vorherzusehen. Es gibt massenhaft Umfragen (eine gute Übersicht hat www.neuwal.com); interessanter finde ich fast die Wahlbörsen (siehe jene von Standard Online).

Ich verfolge seit einigen Tagen einen anderen möglichen Indikator: Wettbüros. Mir sind drei Anbieter (Admiral, bwin, Bet-at-home) aufgefallen, die in Österreich Wetten auf den Ausgang der NR-Wahl anbieten. Mit teils interessanten Unterschieden.

Klar, Buchmacher orientieren sich auch an der veröffentlichten Meinung und Umfragen, aber für Politjunkies gibt es sicher einige interessante Wettoptionen. Ich werde bis zur Wahl weiterhin die Quoten verfolgen und immer wieder auf interessante Bewegungen aufmerksam machen. Kommen wir gleich zur vergangenen Woche (alle Angaben ohne Gewähr):

Zur Erläuterung: Wettbüros formulieren unterschiedliche Wetten und Quoten von 1:x. Bei einiger Quote von 1,5 erhält man z.B für € 100 – im Falle eines Gewinns – € 150 retour (Reingewinn also € 50,-). Je geringer also die Quote, desto eher wird angenommen, dass ein Ereignis eintritt.

Trend 1: SP legt zu; VP verliert

Vor einer Woche noch galt das Rennen als sehr ausgeglichen; jetzt heißt der Favorit für die Wettbüros SPÖ. Bei der Frage, ob die SPÖ oder öVP vorne liegen werden, gibt es seit einigen Tagen eine geringere Quote für den SP-Sieg. Bei allen Anbietern hat sich was bewegt, Admiral bietet diese Wette mW erst seit Samstag an.

(alle Graphiken http://www.guensberg.at; Daten ohne Gewähr)

Trend 2: Wachsende Skepsis bei Dinkhauser

Hier werden sehr unterschiedliche Wetten angeboten; die Vergleichbarkeit ist nur tw. gegeben. Jedenfalls wird der Liste FRITZ immer weniger zugetraut, dass sie den Einzug schafft. Bei Bet-at-home erhält man z.B. nur mehr € 20,- Gewinn (Stand 13.9.), wenn man € 100,- darauf setzt, dass er unter 5% macht. Ich persönlich finde, dass eine Quote von 1:1,72 dafür, dass Dinkhauser nicht mehr als 3,5% macht, immer noch attraktiv. (von einem Wettstandpunkt aus)

Trend 3: Wettbüros unterschätzten wohl das LIF

Es war wirklich erstaunlich. Vor einer Woche konnte man noch recht hohe Quoten dafür setzen, dass das LIF z.B. über 2% macht. Aus meiner Sicht haben die Buchmacher das LIF zu schwach eingeschätzt. Seit paar Tagen hat sich das geändert und stabilisiert. Admiral hat das so gelöst, dass nicht die Quote, sondern die Wette geändert wurde, also statt über 2%, wettet man jetzt auf über 3% (bei einer derzeit ausgeglichenen Quote von 1:1,8)

Trend 4: dem BZÖ wird mehr zugetraut

Durchaus Bewegung gab es auch beim BZÖ. Wohl aufgrund der TV-Konfrontationen wird dem BZÖ mehr zugetraut. Wer € 100,- darauf setzen würde, dass das BZÖ weniger als 5% macht, hat vor einiger Woche noch eine Quote von 2,7 erhalten; nun liegt sie bei 3,6.

.

Recht konstant halten sich die Wettquoten bei den GRÜNEN, wobei man z.B. bei Admiral derzeit eine Quote von 1,8 kriegt, wenn die GRÜNEN 11% erreichen.

Ach ja, nur damit´s nicht falsch ankommt: Natürlich ist Politik nicht primär ein Wettobjekt; und taktisch wählen hat generell meist keinen Sinn, schon gar nicht für seine platzierten Wetten. Aber das sollte ohnehin klar sein.

Dennoch wird´s interessant sein, die weiteren Trends zu verfolgen.





Von Spargel zum Wachtelei – die Macht der Symbole und das Web 2.0

10 09 2008

Ok, die Schlacht um das Wachtelei ist noch nicht entschieden. Aber dennoch ist die Entscheidung grad an der Kippe. Nein, ich meine nicht die Frage, ob das Wachtelei hinkünftig mit 5 oder 10% besteuert wird, sondern vielmehr interessiert mich, ob sich der Begriff Wachteleikoalition durchsetzen wird.

Und das ging so: Völlig zu Recht bloggt Johannes Rauch von den Vorarlberger Grünen über die skurrile Ausnahmeregelung für sogenannte Luxusnahrungsmittel. Er kreiert den Titel die “Rot-blau: Die Trüffel-Wachtelei-Koalition

Christoph Chorherr zieht in seinem Blog nach, und empört sich ebenso über dieses mehr oder minder politische Ansinnen. Auf standard.at und in den Blogs werden weitere mögliche Ausnahmen diskutiert (die Liste von rot-blau umfasst stereotype Bilder von Luxusgütern wie Hummer, Langusten und Garnelen) .

Alexander Van der Bellen übernimmt den Begriff aus der Onlinediskussion und konfrontiert HC Strache in der TV Konfrontation damit. Die Wachtelei-Koalition hat sich vorläufig als Begriff etabliert.

Nun, die nächsten Tage in den Printmedien rund um die parlamentarische Sitzung werden entscheiden, ob das Wachtelei einen änhlichen Verlauf nimmt wie der Spargel anno dazumal. Wir erinnern uns noch an das legendäre Spargelessen 2003 zwischen Haider und Gusenbauer, das wegen des Bildes und der symbolischen Bedeutung für Aufsehen und nachhaltigen Schaden im Image Gusenbauers gesorgt hatte (nicht in jenem Haiders).

Ohne Spargel hätte diesem Treffen das Symbol gefehlt. Der Spargel machte es (kulinarisch übrigens ungerechtfertigt) lächerlich. Ähnlich wie das Wachtelei derzeit.

Nun, was zeigt uns das:

* Es brauch Symbole (ja, in dem Fall geht es auch um Lächerlichkeit), und Begriffe, die spezifisch sind und Erinnerungswert bieten

* Das Web 2.0. ist ideal dafür geeignet, die Kreativität der politische Interessenten und Blogger zu fordern und zu fördern. Die Diskussionen rund um das Wachtelei sind durchaus angeregt und gar nicht unpolitisch.

* Es ist dann vor allem entscheidend, wenn es crossmedia verwendet wird. Rauch (Blog) -Chorherr (Blog) -Van der Bellen (TV) haben das gestern gut gezeigt, weil sie schnell waren.

Und das erleben wir in der österreichischen Politikkommunikationskultur noch selten.





Greening the Ballhausplatz

8 09 2008

Heute hat Greenpeace eine interessante Presseaussendung gemacht. Unter dem Titel “ÖVP predigt Wasser und trinkt Wein” kritisiert die Umweltorganisation, dass die ÖVP Klimaschutz propagiert, und gleichzeit jedoch über zwanzig SUVs für den Wahlkampf verwendet. Die stark CO2 emittierenden “Sportgeländewagen” der Marke Toyota RAV 4 dienen der Volkspartei als fahrende Werbeflächen in den Städten, wo Autos dieser Größenordnung und dieses Treibstoffverbrauchs eigentlich nichts verloren hätten, so die Greenpeace Aussendung.

Vorweg, Greenpeace hat Recht. Sowas sollte nicht passieren, auch wenn nicht jede Sünde gleich in die Hölle führt. Das bringt mich aber auf die Idee, endlich über ein Programm zu schreiben, das mich im Rahmen der Ecocity Konferenz in San Francisco schwer beeindruckt hatte: “Green the Capitol”.

Denn wo unglaubliches Klimaschutzpotential liegt, ist der eigene Bereich der Verwaltung bzw. öffentlichen Hand: als Vorbild, als Auftraggeber, als Nachfrageimpuls. Und natürlich ist es interessant, die Parteien selbst im Auge zu haben. Daher der Bezug zur Greenpeace-ÖVP Aussendung.

Aber zurück zu Greening the Capitol. In einem wirklich beeindruckenden Referat präsentierte Dan Beard, der Verwaltungschef des Repräsentantenhauses ist und der Vorsitzenden Nancy Pelosi direkt untersteht, diese Initiative. Sie hat letztlich zum Ziel, das Repräsentantenhaus zum ersten CO2-neutralen Verwaltungskörper weltweit zu machen (was genau genommen ein rechnerisches Unterfangen ist, aber dennoch ein spannendes Modell)

Es wurde ein detailliertes Maßnahmenprogramm erarbeitet, das von der Energieeffizienz in Gebäuden, über die Beschaffung, die Beleuchtung, der Stromverbrauchsreduktion im Nutzerverhalten (dort arbeiten immerhin 10.000 Leute), der Fahrzeugflotte, dem Plastikgeschirr in der Küche und dem Abfall nahezu alle Bereiche umfasst. Der wichtigste Schritt zu Beginn: eine eingehende Analyse – mit teils erstaunlichen Daten.

Hier sieht man z.B. den gigantischen Anteil, den die Kühlung am Energieverbrauch der Gebäude einnimmt. Nur nur ein us-amerikanisches Problem, sondern überall ein Riesenthema.a.

Die Daten sind aus dem Bericht zu Green the Capitol.

Nur ein Beispiel: derzeit versorgt ein Kohlekraftwerk das Repräsentantenhaus mit Strom – in Zukunft wird es zu 100% mit Strom aus Windkraft versorgt.

Weiteres Ziel ist die Halbierung des Energieverbrauchs innerhalb von zehn Jahren.

Hier das Szenario von Green the Capitol. Was mir daran so gefällt, ist der kulturelle Zugang, nämlich Nägel mit Köpfen zu machen. Im März 2007 begann das Green the Capitol Programm. im Dezember darauf gab es schon den ersten Fortschrittsbericht mit einer Vielzahl an Maßnahmen.

Man kann umweltpolitisch viel über die US-Amerikaner schimpfen und tatsächlich sind sie in vielen Bereichen ökologisch hinten, aber diesen Spirit des Anpackens und Durchziehens bei konkreten Initiativen vermisse ich manchmal in Österreich. Wie wär´s z.B. mal mit Greening the Ballhausplatz nach dem 28. September?

Hier der Vortrag von Dan Beard bei der Ecocity Konferenz in San Francisco.

Mehr Informationen auf der Website von Green the Capitol





Der Visual Effekt auf großer Bühne

2 09 2008

Zum gelungenen Arenapalooza Fest wird an anderer Stelle richtiges geschrieben, zB. auf FM4 oder in der Presse. Zugegeben, auch die Fotos dort sind besser. Was jedoch häufig vergessen wird (leider auch von den Musikern selbst) ist der Einsatz von Visuals.

Roisin Murphy bietet eine wunderbare Performance, musikalisch, gesanglich, tänzerisch – ganz große Klasse. Aber wie würde das auf großer Bühne ohne Visuals wirken?

Da hatte es Madita (siehe Foto unten) schwieriger. Die haben auch sehr gut gespielt, die beiden Alben bieten (insb. – aber nicht nur – für österreichische Verhältnisse) besonderes, aber natürlich hat man einen Nachteil, wenn man bei Tageslicht den frühen Abend bestreitet. Schön, dass das Publikum dennoch mitgegangen ist. Insofern, ein großer Erfolg für Madita und die Couchrecords Crew.

Hier ein paar Eindrücke – sorry leider wieder Handycam.

4x große Roisin Murphy Show vor beeindruckenden Visuals.

Madita: coole Musik, tolle Stimme, schöne CD, hoffentlich große Zukunft …aber Tageslicht-auf-großer-Bühne Nachteil





Energie: Erstaunliches Burgenland

1 09 2008

Das Burgenland ist ja in vielerlei Hinsicht ein erstaunliches Bundesland. Unter anderem auch in Sachen Energieversorgung.

Erst kürzlich hat ein Artikel in der renommierten “Zeit” das international viel beachtete Energiewunder Güssing portraitiert. Güssing ist schon seit Jahren zu 100% energieautark und setzt in der Energieversorgung auf einen Mix aus erneuerbaren Energieträgern (Biomasse, Solar) und Energieeffizienz. Auch in Sachen Technologieentwicklung und wirtschaftlich tut sich viel in Güssing. Lt. “Zeit” haben sich dank des erneuerbaren Energiebooms bereits über 50 Firmen in Güssing angesiedelt und dabei mehr als 1000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Stadtverwaltung hat dabei ihre Energiekosten von 6,5 auf knapp drei Millionen Euro gesenkt. Laufend kommen internationale Delegationen, um das Energiewunder zu besuchen. Es zeigt sich, dass die Energiewende tatsächlich eine Investition ist und auch ökonomisch Sinn macht.

Die Geschichte der Windkraft im Burgenland ist ähnlich bemerkenswert. Aufgrund der hervorragenden Standorte und des Ausbauprogramms des Energieversorgers Bewag bzw. vieler engagierter Initiativen werden seit 2006 über 1 Milliarde Kilowattstunden aus Windenergie produziert. Der Haushaltsbereich kann im Burgenland rechnerisch komplett aus erneuerbarer Energie abgedeckt werden.

Nicht zuletzt diese energiewirtschaftlichen Spezifika des Burgenlands machen ein Projekt interessant, das seit vergangener Woche online ist. (und bei dem ich in Kooperation mit den Blogexperten von Knallgrau mitwirke): das neue Ökocenter Blogportalder Bewag. Dabei stellen sich die Fachexperten der Bewag dem Diskurs zu mehreren Schwerpunkthemen der Öko-Energie: Solar, Biomasse, Windkraft, Wärmepumpe, Energiesparen. Die Experten bloggen regelmäßig Beiträge zu diesen Themen, was sicher einen neuer kommunikativer Zugang für einen etablierten Energieversorger in Österreich ist. Dabei werden sowohl Informationen für allgemeine Interessenten als auch spezifische Beiträge für Energieexperten geboten. Interessant z.B., warum gerade die Parndorfer Platte als Windstandort so besonders ist; oder eine Einschätzung der Photovoltaik Förderung im Burgenland.

Bild: Das neue Ökocenter Blogportal der Bewag








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