bonustracks to the ´08 best of music lists

30 12 2008

The good thing with Christmas holidays is that there is time for listening to music one might have missed during the year. Actually that´s why it´s useful to read the “best of lists” in newspapers, blogs etc.

So after my personal best of ´08 list - here are some further final recommendations of 2008 releases:

  • Unkle -End Titles…Stories for Film: Only for people in favor of pathetic music. Some tracks are great stuff like Nocturnal or Chemical featuring Josh Homme. The CD is a kind of collection of different music by James Lavelle for movies, games etc.
  • radio.string.quartet.vienna feat. Klaus Paier – Radiotree: Saw them @ Porgy & Bess some days ago. Excellent musicians, very good string arrangements. The accordion and bandoneon of Klaus Paier fits perfectly to radio.string.quartet.vienna, which made a great debut CD ´celebrating the mahavishnu orchestra´. I´m not a friend of all sorts of crossover projects, but this one is worth listening.
  • Fennesz - Black Sea. Metacritic.com top 2008 ranked the album of Austrian electronic musician Christian Fennesz on nr .12. – quite a sensation. It´s a brilliant album – no doubt about that. Needs some replays to get into one or the other track.
  • Alex Machacek: I somehow rediscover Alex´music during Christmas holidays and I simply don´t get it out of my mp3 playlists having some winterruns. Alex Machacek is a fantastic jazz/fusion guitar player from Austria who now successfully works and lives in Los Angeles. After the release of the great Improvision album in 2007 there is now a 2008 release of “The official Triangle Sessions” with Alex Machacek, Jeff Sipe and Neal Fountain. (Abstract Logix) This music is not only performed with technical virtuosity, but the compositions are somehow warm and passionate, too. John Mc Laughlin writes: “Alex Machacek’s music starts where other music ends.”

So that´s it with music for 2008 – we´re now looking forward to 2009.





Zeit der Megatrends

30 12 2008

Viele  nutzen den Jahreswechsel dazu, das Vergangene Revue passieren zu lassen und einen Blick nach vorn zu wagen. Es ist auch Zeit der Interviews mit Trendforschern, vor allem Matthias Horx in österreichischen Medien.  (siehe gestrigen Kurier) Und klar, angesichts der Wirtschaftskrise will man ja auch wisssen, was denn da eigentlich los ist und warum man das nicht vorher gewusst hat.

Neben diesem meiner Meinung durchaus recht subjektivem Zugang zu Trends und sog. Megatrends (also solche, die sich über einen längerern Zeitraum zb 10 Jahre erstrecken), gibt es auch interessante Zahlen & Fakten Compilationen. Etwa in folgendem Video von Karl Fisch, Scott McLeod, and Jeff Bronman, das Peter Glaser kürzlich  in seinem Blog gepostet hatte. Das Video hat übrigens schon eine mehrjährige Geschichte; diese Version dürfte nun die neueste (3.0.) sein, die Jeff Bronman adaptiert hat.

Gut gemacht, find ich, (der Musiktrack ist “Right here, Right now” von Fatboy Slim), vor allem wenn man an die Trägheit der Politik denkt. Paar Sachen fehlen natürlich (Urbanisierung z.B.) . Aber aus meiner Sicht werden drei der Megatrends durch das inszenierte Zahlenkonvolut offensichtlich:

  • Die enorme Beschleunigung ganzer Lebensbereiche durch neue Informations- und Kommunkationsmedien – mit all den Implikation auf Arbeitsmarkt, Bildung, soziales Verhalten. Meiner Meinung ist Beschleunigung einer DER Unterschiede zwischen der Generation im heutigen Arbeitsleben und der vorangegangenen. Umso wichtiger find ich übrigens auch entschleunigte Räume bzw. Reflexionsräume.
  • Die Bedeutung aber auch Macht der sozialen Netzwerkmedien, die nun einfach den Mainstream erreicht haben und somit unglaublich groß geworden sind.
  • Das enorme Wachstum von China und Indien mit all der weltpolitischen Bedeutung und dem Verschieben von Kräfteverhältnissen. Hier sei aber vor der Verführung gewarnt, sich mit dem Argument (China und Indien sind schuld) aus der Verantwortung der sog. westlichen Welt zu ziehen.




Best of ´08 – music

23 12 2008

So here´s the list of lists, part 1 category music.

I´m not a friend of a rankings, but of good old ´best-of´lists like in Nick Hornby´s book “High Fidelity”. Actually it´s a good method to fall asleep thinking about new top 5 categories (especially for insomniac guys like me)

This year there are a lot of categories with different numbers of artists named. So less sleep means more categories ;)

Here we go…this is a personal list of music favourites this year. Primarily but not only pretty new stuff.

Tracks of ´08

  • In Trains (Angst is not a weltanschauung/CD 2008) by B. Fleischmann
  • Free the Dogs (Loving Custodians/CD 2007) by Mauracher
  • Sunday ( Colour The Small One/2004) by SIA
  • Leucocyte I-IV (Leucocyte /2008) by e.s.t.
  • All Alright (Með suð í eyrum við spilum endalaust) by Sigur Ros
  • If Only (Distance and Time  2007)by Fink


Best Album 2008

Best Concerts 2008


Personal “Torture Music” 2008

  • I Kissed a Girl by Katie Perry – (approx. 10x in a row Saturdays and Sundays – thank you neighbor)
  • All Summer Long by Kid Rock (all summer loooooooooooong)
  • Last Christmas by Wham (it´s not my mistake that this song is played everywhere exactly the time these lists have to be written…)

Best Songs in Running Shoes  2008

Best “Help Me Falling Asleep Songs”  2008 (in a positive way)


Best “Hey nice shoes, wanna dance?” Song 2008

Best “Happy Pepi” Song 2008 (no translation on dict.leo.org)

Best “Wow! Never Heard Before – Artist” 2008

Best “Still Quite on Top on Itunes Lists” in 2008

For all friends of lists like that have a look at Metacritics.com





LED statt Glühbirne – ein Verbot als Innovationsmotor

22 12 2008

Viele Pro´s und Contra´s gab´s in letzter Zeit zum Glühbirnen-Verbot in der Europäischen Union. DNahezu alle Medien haben darüber berichtet. Der Kurier hatte eine kontroverse Diskussion, auch im Standard erschien ein interessanter, kritischer Beitrag eines Lichtplaners. as Ökocenter Blog hat die aktuellen Entwicklungen rund um das Glühbirnen-Aus kürzlich in einem Posting zusammengefasst.

Prinzipiell habe ich auch für jene Verständnis, die Bedenken äußern, insbesondere was die Qualität der Energiesparlampen betrifft (wobei manche Kritikpunkte insbesondere im Haushaltsbereich  leicht zu entkräften sind). Bei vielen Produkten, die am Markt erhältlich sind, gibt es tatsächlich Problem mit Lichtqualität, Haltbarkeit und Dimmbarkeit. Es flackert schlicht bei einigen Energiesparlampen grausam, wenn man versucht die zu dimmen – ich kenn das Problem.

Warum ich dennoch der Meinung bin, dass das stufenweise Glühbirnen Verbot sinnvoll ist, ist der enorme Innovationsschub der für neue Produkte ausgelöst wird. Insbesondere in der LED Technologie, aber auch in der Weiterentwicklung der Energiesparlampe.

Es gibt genug Beispiele, wo ohne ordnungspolitische Maßnahmen der Druck für neue Innovationen nicht ausreichend gewesen wäre. All die Alternativen zu den FCKW in den 80er und 90er Jahren hätte es kaum gegeben, wäre nicht klar gewesen, dass es zum (nahezu) weltweiten Phase-out kommt. Auch die Autoindustrie hätte wahrscheinlich deutlich früher schärfere Effizienzkriterien gebraucht. Denn der Markt interessiert sich nicht für Energieeffizienz relativ wenig.

Aber nochmals zur Alternative in der Beleuchtung.

LED steht für Licht Emittierende Diode. LED-Beleuchtung ist schon seit längerem im Einsatz, vor allem in der Signal- und Reklamebeleuchtung; jedoch aufgrund vergleichsweise geringer Lichtausbeute und fehlender Verfügbarkeit aller Lichtfarben nur in Nischen im Einsatz und kaum im Haushalt.

Das wird sich jedoch ändern. Alle großen Unternehmen im Beleuchtungsbereich arbeiten an neuen LED Lösungen. Und insbesondere für die kleinere Unternehmen, die schon lange innovativ in diesem Segment forschen, ist nun die Chance größer.

zetalux_led_buy_now_mediumErst kürzlich wurde ein Produkt präsentiert, das zeigt, dass es in die richtige Richtung geht. Earth LED ist schon seit einigen Jahren im LED Bereich aktiv und hat nun mit der Earth LED ZetalLux Leuchte ein weiteres interessantes Produkt vorgestellt, das  sich offenbar schon den Qualitäten der Glühbirne nähert. Die 7 Watt Lampe ist vergleichbar mit einer herkömmlichen 60 Watt Glühbirne. Mit rund $ 50,-  ist der Ankaufspreis natürlich nicht gering; die Betriebskosten sind jedoch derart gering, dass es einen Versuch wert ist. (ich erlaube mir einen Selbsttest) Insbesondere das Lichtspektrum macht die Sache qualitativ interessant.

Ich bin gespannt; die Produktbeschreibung und einige Onlinetests versprechen einiges (siehe unten). Und das ist nur Beginn einer Vielzahl neuer innovativer Entwicklungen.

Klar gäbe es Innovationen auch ohne Verbot – aber zumindest eine Beschleunigung der Entwicklungen und ein Rennen um den Wettbewerbvorteil wird erreicht.

“ZetaLux is built upon the latest LED Engine from CREE allowing for amazing efficiency, high output and a new benchmark in Color Rendering Index (CRI) performance. CRI is a a good way to determine the quality of light and its faithfulness to render colors correctly, EvoLux features a a CRI of 75 for cool white and 80 for Warm White making them exceptional for LED Light Bulbs.

The ZetaLux has been designed to the most exacting standards of any LED light bulb currently on the market. From its oversized aluminum heat sink to its flame retardant plastic, to its shatter proof lens, the ZetaLux is built to perform safely and efficiently for over 50,000 hours. The ZetaLux’s rugged design also allows it to perform under the harshest conditions including frigid -50 degree frost all the way up to scorching 180 degree heat with 95% humidity.”

(Quelle Pressetext ZetaLux)

via Cleantechblog





Weil die EU doch Sinn macht: Beispiel Smart Metering

19 12 2008

Viel ist wieder über die Europäische Union zu lesen. Der EU-Ratsgipfel mit dem Konjunkturprogramm, das Klimapaket, die Diskussionen bei den GRÜNEN, die teilweise Ratlosigkeit mancher Politiker im Transfer von EU-Themen (siehe heutiges Swoboda standard.at Interview). Irgendwie sind die politischen Vorgänge in Brüssel immer noch nicht in Österreich angekommen – insbesondere wenn wir über Inhalte reden. Wieso hat in Österreich keine mehrwöchige Debatte zur Position der Bundesregierung bei den Klimazielen stattgefunden? Was bedeutet das sog. Konjunkturpaket eigentlich für Österreichs Wirtschaft? Welches Problem haben die österreichischen Banken nun bei der Inanspruchnahme des staatlichen Kapitalangebots durch die Entscheidung Brüssels, die geplanten Zinssätze nicht zu akzeptieren?

Es wird schon im nachhinein berichtet, was beschlossen wurde, aber das ist kein Diskurs. Und jenen zu führen wäre die Aufgabe von Mandataren – auf EU- und auf nationaler Ebene. Die Frage der Volksabstimmung zum Lissabon Vertrag ist inhaltlich viel weniger interessant als die Entwicklungen bei sehr vielen  Themen, welche die Menschen unmittelbar betreffen.

Ein Beispiel: schon mal was von Smart Metering gehört? Mir ist das Thema in den vergangenen Jahren immer wieder zu Ohren gekommen, insbesondere in den USA, wo sowohl PG & E in San Francisco wie auch der Energieversorger in New York intelligente Stromzähler testweise tausenden Haushalten installiert haben. Dabei wird der Stromverbrauch in kurzen Zeitintervallen erfasst und entsprechend verständlich aufbereitet. Die Information soll dem Kunden helfen, seinen Stromverbrauch zu verstehen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn der Verbrauch zu hoch ist.

Was man bei uns – außer auf Expertenebene – kaum jemand weiß: Smart Metering ist Teil der EU-Energieeffizienzrichtlinie vor, die bis zum Jahr 2013 in nationales Recht umgesetzt werden muss. Smart Metering kommt – auch in Österreichs Haushalten.

Es ist in allen europäischen Staaten ein Problem, dass die Stromabrechnung nahezu keine relevanten Information für den Kunden enthält, außer wie hoch sein Jahresstromverbrauch ist. Aber ohne Zeitverlauf und idealerweise auch einer Analyse, wo der Verbrauch am höchsten ist, hat er wenig davon.

Smart Metering käme durch den zeitnahen Abgleich von Energieangebot und -nachfrage neben dem Kunden auch den Energieversorgungsunternehmen (EVU) entgegen. Denn der hat durchaus Interesse daran, die teure Spitzenlast zu reduzieren.  Da die Sache natürlich nicht unkomplex ist, braucht es hier einheitliche Standards um die Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Daher gibt es relativ lange Übergangsfristen für die Umsetzung der Richtlinie.

Eine deutsche PricewaterhouseCoopers (PwC) Studie (“Smart Metering – Umsetzungsstand und strategische Implikationen für die Energiewirtschaft”) hat jedoch kürzlich erhoben, dass sich die meisten Energieversorger noch nicht ausreichend mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Dankenswerterweise sind hier einige innovative Projekte schon im Laufen, aber eigentlich müssten sich Unternehmen darum raufen, wer hier das beste System entwickelt. Und die österreichische Energiepolitik müsste sich damit auseinandersetzen, was da auf uns zukommt und wie man das am besten nutzen kann.

Smart Metering wird in paar Jahren in gewisser Weise  eine Revolution für Haushalt & Gewerbe bringen. Aber es braucht einfach viel Zeit bis das sickert. So wie auch der Energieausweis mental noch nicht angekommen ist in Österreich, obwohl jener de facto geltendes Recht ist. Aber vielleicht sollte man sich nicht zu viel erwarten in einem Land, wo einige wesentliche Bestandteile des Energieausweis von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt werden. Irgendwie ist es ja skurril. Da versucht man europaweit Standards zu definieren, damit dann im kleinen  Österreich der Umgang mit genau jenen bundesländerspezifisch geregelt wird. Z.B. die Frage, wer den Energieausweis ausstellen darf.  Nein,  in gewisser Weise sind wir  politisch noch nicht in Europa  angekommen.

Mehr zu Smart Metering (Kosten, Projekte, Chancen) demnächst hier am guensblog.





Josef Pröll Superhero?

15 12 2008

Die Regierung bemüht sich sehr darum, ein ganz anderes Bild der Zusammenarbeit und politischen Kultur abzugeben als zuletzt. Freundlich im Ton, kooperativ, man gönnt auch mal dem Partner was etc. Richtig  verwundert waren Journalisten über das Auftreten von Werner Faymann und Außenminister Spindelegger beim EU-Gipfel. Es gab gegenseitiges Lob und sogar eine echte gemeinsame Delegationssitzung (wie war das früher???).

Jetzt geht es auch um konkrete Erfolge dieser Regierung in einer schwierigen Zeit. Und tatsächlich bewegt sich was bei einem Thema, das schon jahrelang im Talon liegt und wo mit relativ geringem Aufwand viel erreicht werden kann. Die Spendenabsetzbarkeit für gemeinnützige Organisationen. Wie schon kürzlich gepostet, waren ja alle Spitzenkandidaten dafür.

Jetzt wird ernst gemacht (Pröll und Faymann) und schon wieder macht man sich eine Konfliktflanke auf, indem die Absetzbarkeit von Spenden nur für einen Teilbereich geöffnet werden soll, nämlich zur Armutsbekämpfung.  Die Reaktion ist natürlich, dass die anderen gemeinnützigen NGOs (da fallen auch Umweltorganisationen, Entwicklungshilfe, Menschenrechtsorganisationen etc.) jetzt aufschreien. Zu Recht. Die Absetzbarkeit von Spenden ist – in unterschiedlichen Modellen – in anderen Ländern absolut etabliert; eine Trennung der gemeinnützigen Bereich unüblich, weil ethisch wie auch rechtlich angreifbar. Zudem ist sie eine langjährige Forderung vieler Organisationen.

Wenn sich Josef Pröll dazu entscheidet, nun doch diese inhaltliche Beschränkung aufzuheben, und allen gemeinnützigen Organisationen, die gewissen Qualitätsstandards entsprechend (Spendengütesiegel!!) diese Möglichkeit bietet, hat er mehrere Vorteile:

1. Er hätte einen großen politischen Erfolg, den ihn niemand streitig macht (auch die Krone würde das abfeiern)

2. Pröll würde als Finanzminister und Vizekanzler damit Veränderung signaliseren.

3. Einnahmenseitig wäre der Ausfall relativ gering. Der Unterschied, wenn Ökos, Menschenrechte und Entwicklungsszusammenarbeit etc. auch in die Absetzbarkeit fallen, ist vernachlässigbar.

4. Der Finanzminister hätte inhaltlich etwas wichtiges erreicht, wenn es zu einem Modell kommt, das etwas bewegt und leicht administrierbar ist. (was im Grunde genommen kein Problem ist)

5. Pröll würde insbesondere in einem Segment, das regierungskritisch ist (weite Teile der Zivilgesellschaft), punkten und Vertrauen schaffen.

Kommt die Spendenabsetzbarkeit nur für einzelne inhaltlich Bereiche, vergibt er all diese Möglichkeiten. Denn am Koalitionspartner kann es wohl derzeit nicht scheitern ;)

Polit- und kommunikationsstrategisch wäre es wirklich unverständlich, diese Chance auszulassen.





GLOBAL 2000 Geburtstag mit Mauracher et al.

15 12 2008

Mit GLOBAL 2000 verbindet mich eine langjährige Geschichte. Die ersten wichtigen Jahre meiner politischen Auseinandersetzung im NGO-Umfeld hatte ich dort. Die Mission von Global ist die gleiche geblieben und es gibt auch nicht weniger zu tun – auch wenn sich nach 26 Jahren die Rahmenbedingungen geändert haben und z.B. das Umweltthema deutlich akzeptierter und etablierter ist als damals.

Zwischenzeitlich werden auch immer wieder gute Feste gefeiert – diesmal, also kommenden Mittwoch, kann sich insbesondere das Musikprogramm sehen lassen. Man merkt, dass mit Martin Aschauer dort jemand tätig ist, der aus der Musikkultur (FM5)  kommt. Besondere Freude kommt beim Namen “Mauracher” auf. Denn bevor ich meine “Best Of´08″ Listen durchüberlege, ist mir eins gewiß. Mauracher wird dort mehrmals vorkommen.  Weiters im Programm: Russkaja, Guadalajara, 78Plus, Harri Stojka, Hörspielcrew

Wann? Am Mittwoch, 17. Dezember, ab 19 Uhr

Wo? Im WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien

Wie viel? 14 Euro (Abendkassa), 10 Euro Vorverkauf (wienXtra jugendinfo)


Geholfen wird an dem Abend dem Projekt Tschernobyl-Kinder.

Weitere Infos auf der Global Website; der dazugehörige Spot ist auf Youtube zu finden und auch auf GOTV zu sehen.

Empfehlung meinerseits!





nochmals vom Politikkongress…

5 12 2008

politikawardWie gestern schon berichtet, steht viel beim Politikkongress 2008 unter dem Eindruck der Obama Kampagne. Und zugleich auch wieder nicht, denn klar:  deutsche Politik (in Deutschland werden 2009 wieder Bundestagswahlen abgehalten) funktioniert kommunikativ ganz anders als US-amerikanische. Was natürlich auch auf Österreich zutrifft. Umso spannender ist es, was aus dem US-Wahlkampf mitgenommen wird. Gestern hattes es ja noch die Verleihung des Politik Awards gegeben. Finanzminister Steinbrück wurde als Politiker des Jahres und Klaus Töpfer (ex.Umweltminister und acht Jahre lang CHef der wichtigen UNEP – des UN Umweltprogramms) für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Ein paar subjektive, durchaus selektive Eindrücke und Einschätzungen zu Politikkongress & Politikaward.

* 2009 wird es Bemühungen in Deutschland geben, Webtools stärker in den Wahlkampf zu integrieren; aber bei keiner der Parteien zeichnet sich ab, dass es wirklich den absolut geeigneten Kandidaten bzw. die Strategie gibt, nächstes Jahr schon echte Masseneffekte in diesem Segment zu erzielen. Das bestätigt eigentlich meinen Eindruck aus den letzten Politikkongressen. Die soziale und kommunikative Energie des Webs schlägt sich in Deutschland nur sehr langsam nieder. Insofern ist Deutschland keinen Deut weiter als Österreich.

* Ein systematischens Monitoring der Online Kommunikation dürfte noch kaum etabliert sein. Die Parteizentralen dürften hier ressourcenmässig schlicht zu schwach ausgestattet sein, um ähnlich der US-amerikanischen Verhältnisse das Internet all zentrales Feld für Aktion, Beobachtung und Reaktion zu haben. (vielleicht auch besser so) Es wird wohl noch eine Zeit brauchen, bis es soweit ist. Eigentlich unverständlich, denn hier gäbe es einen first mover Effekt für jene Akteure, die schnell investieren.

* Die Rhetorik deutscher Politiker dürfte über dem Niveau in Österreich liegen. Den Eindruck hab ich eigentlich jedes mal beim Politikkongress, auch wenn die Generalsekretärsebene dann erst Recht in die klassische Parteienkampfrhetorik verfällt. Aber Politiker wie Gysi, Westerwelle, Steinbrück und gestern sogar Koch spielen in einer anderen Liga ist die meisten vergleichbaren österreichischen Politiker.

* Damit zusammenhängend. Worüber auch hier wieder kaum gesprochen wurde, ist Sprache. Die Rhetorik Obamas wird bewundert, aber ohne zu hinterfragen, welch sprachlichen Muster eigentlich unsere Politik ausmacht? Wir diskutieren hier, wie toll es ist, ein Mail von der Obama Kampagne zu erhalten, aber dass die erklärende, emotionale und klare Sprache dahinter noch viel wichtiger ist, wird meist ausgeblendet. Gerade die österreichischen Parteien, allen voran die GRÜNEN, müssten sich mehr mit Sprache auseinander setzen. Die sog. Politikverdrossenheit hat viel mit der kommunikativen und sprachlichen Schwäche der handelnden Akteure zu tun.

* Manches kann man sich von der US-amerikanischen Kultur abschauen, aber natürlich nicht alles. Positiv ist zB die gesetzlich festgelegte Transparenz zu erwähnen, bei allen fundings. Das ist in Österreich noch ein Witz. Klar, da geht´s auch um eine gewachsene politische Kultur, aber nehmen wir ein Beispiel. In den USA gibt´s die sogenannten „Independent Expenditures“ (IEs). Als IEs bezeichnet man in den USA finanzkräftige Wahlkampfarbeit im Namen politischer Kandidaten, die nicht mit diesen abgestimmt ist. Meist in Spots, Webinitiativen etc.

Berühmt wurden z.B. die Swiftvets, die 2004 John Kerry mit Spots diskreditiert haben. Was natürlich heißt, dass derartige Initiativen meist GEGEN einen Kandidaten verwendet werden. Diese Kultur ist im deutschsprachigem Raum noch kaum angekommen. Denn die “unabhängigen” Personenkomitees für Politiker im Wahlkampf in Österreich sind meist erst recht durch die Parteizentralen angesprochen worden. Issue Advocacy ist in Österreich generell ausbaufähig.

Ich denke, dass die Möglichkeiten des Community Buildings über social web dazu führen werden, dass sich immer mehr Menschen in Wahlkämpfen für oder gegen eine Partei oder einen Inhalt engagieren werden, ohne dass mit den jeweiligen Parteien abzusprechen. Und eigentlich fänd ich es gut, wenn es neben der Umfeld von IV, Kammern, Gewerkschaften für ihre jeweils nahestehenden Parteien, wirklich unabhängige Initiativen gäbe. Müssen ja nicht gleich Millionenkampagnen wie in den USA sein. Und die Parteien müssten endlich die Angst vor allem ablegen, was nicht in ihren Zimmern geschmiedet wurde.





Von Obama lernen? live vom Politikkongress in Berlin

4 12 2008

Bin wieder mal beim Politikkongress in Berlin, der in gewisser Weise State-of-the-art der Auseinandersetzung mit Politikkommunikation in Deutschland darstellt. Auch aus Österreich sind einige Politikberater und Kommunikationsexperten der Parteien und von Unternehmen da.

Klarerweise liegt der thematische Fokus der Keyspeeches auf der US-Wahl und dem Triumph von Barack Obama.

Da schwant mir ja schon übles in Europa. Alle Parteien pilgern derzeit in die USA (gut), schauen sich die Obama Strategie an (auch gut), übernehmen technologische Mittel (auch nicht schlecht) und betten sie potentiell in eine total andere politische Kommunikationskultur ein (sehr schlecht), nämlich die ihrer Parteien. Bin gespannt, wie die Resultate in den Superwahljahren in Deutschland und Österreich aussehen.

Dabei kann man von Obama wirklich viel lernen. Es wurde ohne schon viel darüber geschrieben. Der Beitag von Stefan Büffel auf blogpiloten.de war zuletzt spannend, auch weil der politikkommunikative Zugang von Obama´s Wahlkampf nun auch auf die Zeit danach übernommen werden soll. Partizipativ, community-orientiert, transparent, aber doch mit stringentem inhaltlichem Design.  change.gov ist ein großartiges Beispiel dafür.

Christie Findlay, Chefredakteurin des Campaigns and Elections Politics Magazine, geht in ihrer Keyspeech natürlich auch primär auf Obama ein. Paar Eindrücke und Zahlen:

  • Die Hälfte aller Ausgaben für politische Webkommunikation im Jahr 2008 wurden von der Obama Kampagne getätigt. Das war expilizit Teil der Strategie
  • 8 mio hat die Obama Kampagne für Online Werbemaßnahmen, vor allem Google Ads usw ausgegeben
  • Ein Schwerpunkt waren die Social Networks, wobei die Ausgaben da eher verhalten wirken (Facebook US-D 467 k, My Space US-D 11k)
  • Bemerkenswert: 4/5 der Spenden für Obama´s Kampagne kamen aus Online Fundraising Instrumenten. Im Schnitt hat jeder Online-Spender uSD 100,- gespendet.
  • Das Internet nimmt dennoch nur 2% der Gesamtkosten des us-amerikanischen Wahlkampfs ein.
  • Die Werbestrategie der Demokratie basierte auf: Humor, Rapid Response, Microsites, Google Adwords
  • Sehr schnell wurde insbesondere auf Angriffe der Gegner reagiert. (sowohl Clinton in den Primaries wie auch Mc Cain in der Präsidentschaftswahl). Dazu gehört auch professionelle Opposition Research und Monitoring.

Was in den USA seit Jahren anders läuft als bei uns, ist das Microtargeting. Waren früher – wie meine Aufenthalte in den USA gezeigt haben – die Republikaner dabei führend, haben jetzt die Demokraten das Heft in die Hand genommen. Perfekte Einschulung der Aktiven, bessere wissenschaftliche Methoden, hohes Vertrauen,  perfekte Datenauswertung waren hier entscheidend.

Das alles hat dazu beigetragen, dass sich Menschen für eine Kampagne engagieren, die sich vorher noch gar nicht politisch engagiert haben. Und genau davon können viele was abschauen.

Der Kernpunkt ist jedoch, dass der politische Träger einer Kampagne genau diese Kommunikationskultur repräsentieren muss. Wertemässig und rhetorisch. Ohne diesem Wandel wirkt´s meist patschert.

Aus meiner Sicht gilt immer: It´s all about culture.





Die lange Nacht der Kolumnisten – warum nicht auch eine für Blogger?

1 12 2008

Gestern also die zweite Lange Nacht der Kolumnisten im Rabenhof (in Kooperation mit Datum). Eine feine Sache. 24 KolumnistInnen österreichischer Medien lesen einen oder mehrere Beiträge ihres Schaffens. Die Vorgabe lautet fünf Minuten; das mit dem Einhalten funktioniert noch nicht – insofern kann der Abend wirklich lang werden. Florian Scheuba & Thomas Maurer moderieren launig durch den Abend und bieten selbst manch Highlights (großartig die Lesung der “Die Vier Da” Szene aus der Folge “Der vierte Mann”)

Insgesamt ist die Lange Nacht der Kolumnisten ein sehr gelungenes Format, weil´s meist wirklich witzige und geistreiche Beiträge zu hören gibt und man – auch als Zeitungsvielleser – auf noch nicht so bekannte Namen stösst.  Klar, die Klassiker wie Daniel Glattauer, Rainer Nikowitz, Christian Seiler oder Doris Knecht (zugleich Erfinderin der Langen Nacht der Kolumnisten) sind eh auch dabei und machen das richtig gut. Gut lesen z.B. (ganz wichtig)

Die – weil eben noch nicht so bekannten – Überaschungen sind dann aber Leute wie Manfred Gram aka Illbilly The K.I.T.T.,, der regelmäßig in The Gap eine Kolumne schreibt oder auch Hosea Ratschiller, der FM4 Obmudsmann. Beide haben das live gut über die Rampe gekriegt.

Mir kam dabei der Gedanken, ob es eigentlich auch Lesungen für Blogs gibt? In Deutschland ist mir das mal untergekommen. Gab´s das nicht auch mal in Österreich?

Ich fänd, das wär keine schlechte Idee, denn einerseits könnte man dem Format Blog einen über die Online Community hinausreichenden Stellenwert verpassen. Es gibt viele Beiträge, die hohe sprachliche Qualität haben (keine Sorge, meine zähl ich nicht dazu…), geistreich und intelligent sind und nicht ausschliesslich als Community Tools funktionieren, sondern auch als eigenständige Texte. Blogger sind quasi die Kolumnisten des Internets.

Und es wäre gar nicht unwitzig, die Personen mal in anderem Kontext zu erleben und Texte in anderem Format zu hören. Aber es bräuchte einen angemessenen Rahmen dafür.

Das erste, was ja jemandem einfällt, wenn´s zu derartigen Überlegungen kommt, ist warum nicht gleich einen Award? Ich find aber, das bräuchts gar nicht, denn es geht nicht drum, wer von den guten besser ist. Was es schon bräuchte, wäre hingegen eine Auswahl nach gewissen Kriterien (Sprache, Storytelling etc. – evtl. gar eine Jury?). Es braucht auch keine “Lange Nacht der Blogger”, denn lange Nächte gibt´s eh schon ein paar. Aber warum nicht ein ähnliches, adaptiertes Veranstaltungsformat entwickeln?

Oder gibt´s da eh schon, und ich hab nix mitbekommen? Wenn ja, bin ich für sachdienliche Hinweise dankbar.








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