Peak Oil oder Peak Demand? Annäherung an das Mysterium Ölpreis.

2 12 2009

Christoph Chorherr hat es in einem Nebensatz gestern abend gut beschrieben. Es gibt Diskussionsgespräche, die sind einfach nicht in österreichischen TV-Formaten zu sehen. Vielleicht ist das deshalb so, weil das intelligente Gespräch als Austausch von Argumenten, bei dem es primär um das Gewinnen oder Verlieren einer Diskussion geht, nicht fernsehformatkompatibel ist.

Der gestrige zweite Teil der “Über den Tellerrand”-Gesprächsreihe war wieder  so ein Gespräch. Er widmete sich der Frage, inwieweit die Weltwirtschaftskrise mit der Entwicklung des Ölpreises zu tun hat. Folgt nach der Wirtschaftskrise ein neuer Ölcrash? Gäste von Alexander Van der Bellen waren diesmal der Ölmarkt-Analyst Johannes Benigni (JBC Energy) und Energieexperte Michael Cerveny (ÖGUT). Moderiert hatte die Journalistin Ute Woltron. (Foto Beate Potzmader/Die Grünen zum Vergrößern klicken)

Wie schon bei der ersten Tellerrand Diskussion war auch diesmal der Ausgangspunkt, dass man die Krise bzw. die Krisen versucht besser zu verstehen, und nicht primär im politischen Schlagabtausch auf die Analyse zu vergessen. Unterschiedlichen Perspektiven sollen zu einem besseren Verständnis zu führen Das, was im politischen Diskurs meist fehlt. Auch das mediale Interesse an so einer Diskussion hielt sich gestern wieder in engen Grenzen.

Ein kleines Abbild der Fragestellungen des gestrigen Abends:

Was bestimmt den Ölpreis? Angebot & Nachfrage oder Finanzinvestoren

Der Ölpreis entsteht an den Börsen. Laut Marktkenner Benigni gibt es seit 2004  eine signifkkante Zunahme der Marktteilnehmer und 3 mal so viel Volumen. Während früher die sog. Oilers den Markt bestimmt haben, sind es seit einigen Jahren auch die Finanzinvestoren. Es gibt also jedenfalls einen wesentlichen Einfluß der Finanzinvestoren am Ölmarkt, der auch den Rise of the oil-price mit bestimmt hat. Auch der Zugang zu Börsen ist prinzipiell leichter geworden, was nicht ohne Konsequenz geblieben ist.

Benigni meint, dass die Ölpreisentwicklung deutlich weniger mit den sogenannten Fundamentals von Angebot & Nachfrage zu tun hat. Eine Sichtweise, die Michael Cerveny von der ÖGUT anders beschreibt. Und zwar dahingehend, dass die enorme Nachfrage nach Öl, ausgehend von einem entsprechend deutlichem Zuwachs in Asien, nicht mehr durch das Angebot abgedeckt werden wird können. Zumindest werden die Kosten dafür deutlich höher.

Prinzipiell wird mit Rohstoffen gehandelt wie mit anderen Sachen auch. In den vergangenen Jahren hat sicher ein Zug Richtung Commodities statt gefunden. Siehe Entwicklung des Goldpreises, aber auch die Entwicklung am Ölmarkt.

Wieviel Öl ist da? Niemand weiß es wirklich.

Es ist nur am ersten Blick absurd, dass eigentlich niemand wirklich genau sagen kann, wieviel Öl noch verfügbar ist. Aber Informationspolitik war immer auch eine Art von Interessenspolitik.

Laut Benigni ist eine Spare Capacity, also verfügbare und ungenutzte Ölmenge von 5,5- 6 Millionen Fass da, die von den OPEC Staaten jederzeit auf den Markt geworfen werden können – auch um 15 US-D. Teurer ist hingegen die Förderung der darüber hinaus gehenden Menge. An jener orientiert sich jedoch der Preis, der daher auch höher ist als noch vor 3-4 Jahren. (derzeit bei rund 75 us-D/Barrel). Die Grenzkosten würden zwischen 60 und 90 Us-D liegen. Benigni meint, es ist massenhaft Öl da, aber die Frage ist, zu welchem Preis.

Damit ist aber auch klar: Wirklich billig wird Öl in einer Phase des Wirtschaftsmwachstums nicht mehr!

Peak Oil oder Peak Demand?

Seit einigen Jahren ist der sog. Peak Oil in Diskussion, also der Höhepunkt der Ölförderung, der in eine relativ steile Abnahme der Ölförderung mündet – ähnlich einer Glockenkurve. Manche meinen, Peak Oil war schon; andere sehen ihn erst kommen. Das gestrige Podium meinte, der Zeitpunkt ist nicht wo wichtig.

Aber der Druck auf den Preis wird laut Cerveny größer. Einerseits wegen der Investitionshemmnisse, andererseits aufgrund geologischer Faktoren. Die Internationale Energie Agentur sieht weiter einen massiven Zuwachs des Ölbedarfs. Aber sind die prognostizierten aktuell

80 bis 104 Mio Barrel bis 2030 überhaupt machbar? (unabhängig jetzt mal vom ökologischen Aspekt)

Eine Ölfeldanalyse der IEA, die immer eine eher konservative Haltung vertreten hat, hat gezeigt, dass von den 780 bedeutenden Ölfeldern 580 schon ihren Peak hatten. Es gibt einen Rückgang der Ölförderung von 5,1% pro Jahr dieser Felder nur durch ihre “Alterung”: Cerveny verweist auf Analysen, die einen Oilcrunch 2012/2013 sehen, wenn das Wirtschaftswachstum wieder greift.

Dies sind die Ingredientien einer neuer Weltwirtschaftskrise.

Für Benigni ist die Frage des Peak Oil nicht entscheidend. Er sieht einen Peak Demand. Durch den hohen Ölpreis 2008 gibt es einen Schub Richtung Effizienz. Siehe Mobilität in den USA, wo der Verbrauch derart hoch ist, dass es noch Jahre dauern wird bis das europäische Niveau erreicht werden kann, jetzt aber ein Umdenken eingesetzt hat. China wird weiter massiv wachsen, aber das Bewusstsein ist da,die Führerschaft im Bereich Solar und z.B Batterietechnologie zu erreichen. Man will die Fehler der USA nicht wiederholen, zugleich steht China erst am Anfang dieser Wohlstandsentwicklung. (zur Entwicklung CHinas und Indiens siehe auch den aktuellen Hans Rosling TED-Vortrag)


Keine klare Prognose zur Höhe des Ölpreises

Logisch, dass sich niemand ernsthaft über eine längerfristige Prognose traut. Aber für Beratungsunternehmen wie McKinsey und auch die IEA sind 200 us-Dollar+ möglich. Doch was heißt ein Ölpreis von 200 uS-D? Der Benzinpreis würde bei € 1,90 liegen. Heizöl bei €1,60 (derzeit 60-70ct), was bei einem Durchschnittsverrbauch von 200 l rund 2.000,- eur Mehrkosten pro Jahr entspricht. Der Ausstieg aus dem Öl ist somit eine soziale Frage. 2000 eur sind nicht einfach wegsparbar.

Insofern ist eine vorausschauende Energiepolitik, welche die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringert, nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus sozialen Überlegungen heraus relevant.

Hoher Ölpreis ist definitiv ein Motor für mehr Klimaschutz und Effizienz

Wie Alexander Van der Bellen beschreibt, ist ein Ölpreis von 140 US-D nichts Furchtbares. Nach 20 Jahren Debatte über den Treibhauseffekt hat es erstmals wirklich Bewegung in der Energiepolitik gegeben.  Und zwar durch zwei Anlässe: den Ölpreisschock 2008 und die Russland/Ukraine-Gaskrise. Es braucht einen höheren Ölpreis, um den Wandel von der fossilen Industriegesellschaft Richtung Nachhaltigkeit zu schaffen.

Conclusio aus meiner Sicht:

  • Der Ölmarkt ist on the long term schwer zu prognostizieren. Aber billig wird Öl nicht mehr – außer wir schlittern wieder in eine tiefe Rezession. (was bei den aktuellen neuen Blasen auch nicht ganz aususchließen ist)
  • Die Anreize für Finanzinvestoren, ihr Geld in Barrel anzulegen, sind nicht geringer geworden, sondern im Gegenteil. Ein Indiz dafür, dass so etwas wie 2008 definitiv wieder passieren kann. Es gibt teilweise  die Haltung: Ich kaufe Öl, weil das Geld ist möglicherweise eh nix mehr wert.Öl ist  zu einem beliebten Objekt der Begierde von FInanzinvestoren geworden.
  • Ob dieser Preissprung tatsächlich auf die Knappheit zurückzuführen ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Aber fix ist, dass die Ölgewinnung auch unabhängig von den Finanzinvestoren teurer werden wird.
  • Ausgehen muss weiters davon, dass – im Gegensatz zu früher – weiter starke Schwankungen geben wird.
  • Das muss – glaub ich – noch in viele Köpfe, auch in meinen eigenen. Der Schwerpunkt hat sich verschoben. Waren die USA und (schon mit Abstrichen) Europa die entscheidenden Märkte, hat sich der Fokus eindeutig Richtung Asien bewegt. Ob wir wollen oder nicht.
  • Wie schon bei Tellerrand 1 (Woher kam die Krise?): Es ist nicht Aufgabe des Martkes, sondern der Regulatoren zu sagen, was man handeln darf und in welche Bereiche man investieren darf. Der Finanzmarkt wird sich nicht selbst beschränken. Hier sind die Staaten am Zug.
  • Aus ökologischen, wirtschaftspolitischen und sozialen Gründen ist der Transformation unserer Energieversorgung Richtung Effizienz und Erneuerbare höchste Priorität einzuräumen. Wollen wir insbesondere vom Öl unabhängiger werden, führt der Weg eindeutig über sanfte Mobilität und dem Motto “Raus mit den Ölheizungen”.

Interessante Hinweise zum Thema sind ua zu finden:

Vorträge Cerveny:

Vienna Energy Talks

Peak Oil Vortrag

Artikel von Andreas Postner zur Ölpreisentwicklung und Wirtschaftskrise





Einen Monat vor COP 15: Was man gerade jetzt über den Klimawandel wissen sollte

8 11 2009

Gestern bin ich der Einladung des Klima- und Energiefonds zur Langen Nacht der Forschung gefolgt, bei der in der Urania  Meinungs- und Motivforscherin Sophie Karmasin, Zukunftsforscher Matthias Horx und Klimawissenschafterin Helga Kromp-Kolb referierten. Horx, immer wieder als Klimaskeptiker öffentlich in Erscheinung getreten (siehe dieses Interview in der Kleinen Zeitung), präsentierte durchaus launig einige Aspekte zu Energiefragen (Auto der Zukunft, Smart Grids) und sein neues Buch. Kromp-Kolb aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel und was jener mit uns Menschen zu tun hat.

Die anschließende Diskussion war durchaus nicht frei von Konflikten, was durchaus lobenswert ist, denn nix faderes als Diskussionen, wo sich alle einig sind. Interessant vor allem die Konfliktpunkte zwischen Horx und Kromp-Kolb. Während Horx wie immer den Optimismus und Technikglauben predigt (was nicht falsch ist, aber systemische und strukturelle Aspekte außer Acht lässt), verwies Kromp-Kolb sehr wohl darauf, dass unser Lebensstil, der Konsumismus, Produktionsweisen und z.B. gesellschaftliche Verantwortung relevante Faktoren sind. Auch das Future Evolution House von Horx, das nächstes Jahr fertig sein soll, war Anlaß zur Diskussion, da wesentliche ökologische Aspekte  – auch der Energieverbrauch – nicht angeprochen werden. Wir sind gespannt.

Mein große Hochachtung gilt jedenfalls insbesondere Helga Kromp-Kolb, die Diskussion immer sachlich und dennoch mit klarer Haltung führt, und auch einen Matthias Horx darauf hinweist, wenn er sich allzu billige Lacher aus dem Publikum abholt (wobei gegen ein Hauch Ironie nichts zu sagen ist). Wer die öffentlichen Auftritte von Helga Kromp-Kolb über einen längeren Zeitraum verfolgt, weiß, dass sie immer neue Fakten und Aspekte präsentiert und nie immer nur eine Standardpräsentation runterspult. Sie versteht es, transdisziplinär zu denken und die Erkenntnisse der Klimaforschung mit Fragen der Energieversorgung und des Lebens allgemein zu verknüpfen. Dafür ist ihr wirklich zu danken, denn es gibt nur sehr wenige öffentliche Persönlichkeiten aus der Forschung, die das verständlich schaffen.

Auch im Rahmen des Vienna Energy Talks, einer Präsentationsreihe, die sich primär dem Format Youtube widmet, hat Helga Kromp-Kolb einen rund 10minütigen Vortrag gehalten. Klimaforschung ganz kurz, und dennoch präzise. Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf den Bezug zur Energieversorgung. Hier ihr Vortrag. Die 10 Minuten sind – genau einen Monat vor COP 15, der Klimakonferenz in Kopenhagen -  gut investiert:





Der grüne Zukunftskongress: ein Experiment zur politischen Kultur

23 10 2009

Braucht Österreich neun Bundesländer? Wird das fossile Auto in die Wüste geschickt? Wozu gibt es Banken und wer hält die Zügel des Finanzmarktes in der Hand? Wird my home my kraftwerk? Warum ist das tägliche Schnitzel ein Problem?

Einige Fragen zur Zukunft, die einer Antwort harren: Wo?

Heute starten die GRÜNEN ein neues, schon länger angekündigtes Projekt. Den Zukunftskongress.

Er wird am 22. November in Wien stattfinden und ist eine Einladung an alle, die neue Ideen entwickeln bzw. diskutieren wollen. Alle Informationen dazu sind hier zu finden. Inhaltlicher Ausgangspunkt sind die heute von Eva Glawischnig und Maria Vassilakou vorgestellten 30 Thesen. Da ich an der Erstellung dieser Thesen als Berater unmittelbar beteiligt war, ein paar Anmerkungen auch auf Guensblog dazu.

screenshot_zukunftsthesen

Die Thesen sind auf Basis grüninterner Vorschläge entwickelt worden. Sie verstehen sich nicht als das neue grüne Programm, sondern als Diskussionsinput. Sie erfinden die Welt nicht neu, aber werfen Fragen auf und wollen alle Interessenten einladen, selber Ideen und Vorschläge einzubringen. Man kann auf der Website auch einzelne Thesen bewerten, kommentieren, Vorschläge machen. Ziel der Diskussion ist es, neue Ideen und Antworten  zur Bewältigung der Krise zu entwickeln, oder eigentlich der Krisen (plural): denn schon die erste These beschreibt den systemischen Aspekt. Wir haben nicht nur eine Wirtschaftskrise, sondern zugleich eine Energie-, Klimakrise und eine Reihe von sozialen und demokratiepolitischen Implikationen. Daher liegt auch ein inhaltlicher Schwerpunkt bei konkreten Investitionen in nachhaltige Wirtschaft, Bildung, Integration – alles unter dem Aspekt sozialer Gerechtigkeit. Es ist Platz für strukturelle und systemrelevante Aspekte, etwa dem Hinterfragen der neun Bundesländer oder der Aufgabe von Staat und Banken.

Ich sehe das Projekt als Zeichen der Öffnung der GRÜNEN. Innovation entsteht selten ausschließlich aus dem Innen heraus, sondern indem Innen und Außen zusammengeführt werden – schlag nach in der Innovationsforschung. Genau da setzen der Zukunftskongress mit seinen Thesen an. Insofern sind die Thesen auch bewusst weder vollständig noch zu Ende argumentiert. Wer offen diskutieren will, kann nicht mit dem Anspruch fix-fertiger Lösungen in den Diskurs gehen. Mit dem Zukunftskongress in rund vier Wochen wird der Prozess übrigens nicht beendet sein, sondern er wird weiter gehen. Es ist eigentlich erst ein Startpunkt.

Auf den weiteren Verlauf kann man gespannt sein.





Nabucco-Day statt Peak Oil-Day?

13 07 2009

Manche wollten ihn gleich als Jubiläumstag sehen. Der  11. Juli soll als Peak Oil Day in die Geschichte eingehen, hatte Richard Heinberg vom Post Carbon Institute ausgegeben. An diesem erreichte der Rohölpreis (Durchschnitt mehrerer Sorten) genau vor einem Jahr mit über 147 US-$  einen Rekordwert. Aus seiner und Sicht vieler anderer Experten war im Juli 2008 Peak Oil erreicht, also der Höhepunkt der Ölförderung; das Maximum dessen, was an täglichem Volumen rauszuholen ist. Verbunden mit Peak Oil und dem – aufgrund der angenommenen steigenden Nachfrage -  steigendem Ölpreis waren und sind massive Rückwirkungen auf die Weltwirtschaft, die nach noch mehr fossiler Energie schreit.

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Nun, ich bin angesichts der Unzahl an Whatever-Days kein großer Freund von Jubiläen dieser Art; auch die Petition für eine Peak Oil Day hat noch nicht ausnehmend viel Unterstützung erhalten. Aber die Erinnerung an die Preiskurve vor einem Jahr ist wichtig. Denn wenn das Wirtschaftswachstum wieder greift, wird der Preis wohl in neue Höhen schnellen und somit zum Bremsklotz werden. Das Spiel Wirtschaftswachstum-Ölpreis-Energiekrise ist mittlerweile keine besonders erbauliche Interdependenz in der wachstumsgetriebenen, fossilen Industriegesellschaft.

rohoel6Klar, der Ölpreis ist aufgrund der Rezession seit vergangenem Jahr stark gesunken, in der Zwischenzeit – nach ersten Anzeichen auf Erholung der Konjunktur – wieder gestiegen (auf über 70 US-$) und zuletzt wieder gefallen. (heute bei knapp 60 US-$)

(Graphik: http://www.tecson.de/prohoel.htm )

Wer über Peak-Oil mehr wissen will, dem sei dieser Vortrag von Michael Cerveny von der ÖGUT sehr ans Herz gelegt. Siehe ÖGUT Youtube Channel und diverse Vorträge.

Aber heut wird ohnehin in Österreich etwas anderes gefeiert. Nämlich Nabucco-Day!  Die Regierungschefs  aus Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Türkei unterzeichnen in Ankara ein Regierungsabkommen , das für die nächsten 50 Jahre einen stabilen Vertragsrahmen für das Nabucco-Pipelinesystem schaffen soll. Die 3300 km lange Pipeline soll 31 Mrd m3 Erdgas pro Jahr transportieren. Das Projekt wurde 2002 – maßgeblich von der OMV getragen – gestartet und kostet rund acht Milliarden Euro kosten. Für 2014 ist die Fertigstellung geplant. Während die Transitfragen also nun geklärt sind, ist die Frage, wer denn überhaupt soviel Gas liefern könne, noch spärlich beantwortet. Klar, die OMV versucht mit dem Verweis zu beruhigen, dass Azerbaidjan über entsprechende Kapazitäten verfüge; über den Iran spricht man nur derzeit nicht so gerne. Aber letztlich scheint diese Frage weitgehend ungeklärt, was bei einem derartigen Megaprojekt interessant ist.

Alle Experten sind sich einig, nach Peak Oil kommt Peak Gas. Interessante Unterlagen gibt es dazu von Dr. Werner Zittel von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH in Deutschland auf der IG Windkraft Website. Seiner profuneden Einschätzung nach können wir Peak Gas im Jahr 2020 erwarten.

Dass Nabucco damit kein energiepolitisch besonders nachhaltiges Investment scheint, ist offensichtlich. Denn es setzt den Schwerpunkt weiter auf die fossile Abhängigkeit. Es lindert zwar jene von Russland ein wenig; aber ob der Iran letztlich der wünschenswerte Partner sein wird, ist zumindest politisch mehr als hinterfragenswürdig.

An vielen anderen Ecken und Enden, wo es um die Investition in die erneuerbare Energiezukunft, fehlt es derzeit an Geld.

Im Konjunkurpaket der Bundesregieurung waren einige Ansätze, z.B. die Sonderförderung zur thermischen Sanierung des Bundes. Doch jene ist für Privathaushalte nach wenigen Wochen ausgelaufen (Budget lediglich 50 Mio €)  – eine Prolongierung ist nicht in Sicht. Laut am Freitag präsentierter Wifo-Studie beträgt der „grüne“, sprich klimarelevante Anteil an den österreichischen Konjunkturpaketen elf Prozent. Allerdings sind auch die thermischen Sanierungsmaßnahmen der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) im Ausmaß von 120 Mill. Euro eingerechnet. Und diese Kalkulation ist mit Vorsicht zu geniessen. Ohne das BIG-Paket liegt der „grüne“ Anteil nur bei rund fünf Prozent. Zum Vergleich: In den USA beträgt der entsprechende Wert zwölf, in Deutschland 13, in Frankreich 21 und in Südkorea 81 Prozent. (Quelle: Salzburger Nachrichten 11.7.)

Keine Frage: diese Jahre sind entscheidend für die energiepolitischen Weichenstellungen. Aber der heutige Tag gibt in Sachen nachhaltiger Energiezukunft wenig Anlaß zum Feiern.





Von der Subprime-Crisis zur Suburb-Crisis. Spannendes zum Verhältnis von Erdöl und Weltwirtschaft.

22 06 2009

Wie zuletzt schon erläutert, glaube ich, dass der Konnex zwischen der Weltwirtschaftskrise und der Energiekrise unterschätzt wird. Ob die Ölpreisentwicklung in den Jahren 2007 und 2008 der eigentliche Motor der Rezession ist, wage ich nicht unmittelbar zu behaupten, es gibt jedoch erstaunliche Zusammenhänge wie dieser lesenswerte Artikel von Andreas Postner darlegt. (via Blog von Johannes Rauch). Auch der Konnex zwischen Subprime-Crises und den Folgen der insbesondere in den USA ausgeprägten Suburbanisierung rund um Ballungszentren ist spannend. Die energiewirtschaftlichen Aspekte von Verkehrswegen bleiben in der Diskussion weitgehend unterbeleuchtet.

Es gilt jedenfalls, die strukturellen Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern auch im Sinne einer langfristigen Wachstums (sofern jene nicht überhaupt wieder hinterfragt werden wird – was ich ja nicht glaube) zu lösen, sonst stehen wir nach der Krise unmittelbar vor der Krise.

peakoil_vbgIm Artikel ist übrigens eine Studie erwähnt, die mir bislang unbekannt war.  “Peak Oil…Die internationale Diskussion und mögliche Auswirkungen auf Vorarlberg”, datiert mit November 2008. Autoren sind Andreas Postner und Willi Sieber vom Österreichischen Ökologieinstitut. Sehr ausführlich wird hier im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung auf Ursachen und Folgen der Erdölverknappung eingegangen. Im Sinne was bedeutet die Preisexplosion bei fossilen Energieträgern durch die nicht mehr entsprechend gedeckte Nachfrage nach Öl für das Land? Details dazu alsbald.

Zu finden auf der Website der Vorarlberger Landesregierung.





Die vergessene Energiekrise

11 06 2009

Wirtschaftskrise, die Wahlen zum europäischen Parlament, Chronikales – das waren die bestimmenden Themen der vergangenen Monate. Alles zu Recht. Was dabei völlig aus den Augen verloren gegangen ist, ist der wieder stark steigende Ölpreis. Und das obwohl die Weltwirtschaft – abgesehen von einzelnen positiven Signalen  – weiterhin noch nicht richtig in die Gänge gekommen ist.

rohoel5Hier die Tecson Chart (click to enlarge) zur aktuellen Rohölpreisentwicklung. Innerhalb weniger Monate klettert er wieder  von unter 40 auf über 70 US-Dollar.

Damit erreicht der Ölpreis heute am 11. Juni ein 8-Monatshoch. Das ist insofern interessant, da die Nachfrage gering bleibt. Die International Energy Agency (IEA) hatte Mitte Mai ihre aktuelle Ölverbrauch-Prognose veröffentlicht und erwartet für 2009 einen Rückgang auf 83,2 Million Barrel pro Tag. Die Nachfrage sinkt damit gegenüber dem Vorjahr gleich um drei Prozent. Jedoch erhellen sich die Wirtschaftsprognosen in den USA langsam, und Öl dürfte auch als Spekulationsobjekt wieder interessant werden. Dennoch: strukturell stecken da ganz andere Probleme dahinter, die leider öffentlich und noch mehr politisch ins Hintertreffen geraten: die weiterschwelende, möglicherweise bald wieder explodierende Ölkrise.

Die IEA hatte jedoch mit einer anderen Prognose international für Aufsehen gesorgt. Am 20.  Mai berichtete das Wall Street Journal darüber.  In Folge der Rezession sind die Investitionen in die Ölförderung um 170 Milliarden Dollar zurückgegangen, was einem Äquivalent von rund 2 Millionen Barrel/Tag der zukünftigen Ölversorgung entspricht. Die Preise sind aufgrund der geringen Nachfrage gesunken. Jedoch wird sich das radikal ändern, wenn die Weltwirtschaft wieder in die Gänge kommt. Die Nachfrage nach Öl und Gas wird durch das Angebot kaum abdeckbar sein und noch stärker als in den Jahren 2007 und 2008 wird der Ölpreis in die Höhe schnellen. Analysten gehen davon aus, dass Ölpreise von 100-150 US-Dollar wieder Normalität werden. Auch 200 bis 300 US-Dollar sind bei rapidem Wachstum absolut möglich.

Die Folge dessen: das Wachstum wird erst Recht wieder gehemmt. Oder anders: Nach der Krise  ist vor der Krise!

Der Rückschluss daraus. Angesichts der Wirtschaftskrise wurde viel über Konjunkturpakete, Verschrottungsprämien und Investitionsprogramme in Wirtschaft & Beschäftigung geredet. Doch es ist nicht egal, wo investiert werden soll. Ähnlich Obams´s Stimulus Programm braucht es auch in Europa und Österreich spürbare und gezielte Investitionen in die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Denn produzieren wir unsere Energie nicht verstärkt selbst und erneuerbar, werden die Kosten in einigen Jahren erst recht wieder enorm sein; die Österreicher hatten 2007 schon mehr als 9 Milliarden Euro (Quelle Biomasseverband) für Energieimporte zahlen müssen.

Daher ist genau jetzt die Zeit für Investitionen in Erneuerbare Energie  und Energieeffizienz und damit Beschäftigung und zukunftsfähiges Wirtschaften. Apropos: die Fördermittel des Bundes für thermische Sanierung werden in wenigen Wochen ausgeschöpft sind. Kein Wunder: beim 50 Mio Budget, das für private Haushalte bereit gestellt wird, dürfte ein Null am Ende gefehlt haben.





Gaskrise – Wirtschaftskrise: Jetzt muss der Staat investieren

8 01 2009

Wieviele Krisen braucht es eigentlich noch, um genau jetzt einen wirklichen Schub Richtung Clean Tech zu schaffen? Ölkrise (nur scheinbar in Griff) – die Gaskrise (nur scheinbar tempörär) – Weltwirtschaftskrise  – und leider immer öfter vergessen: die Klimakrise. Gerade weil private Investitionen derzeit schwieriger werden, braucht es vermehrt investive staatliche Anreize um in die richtige Richtung zu lenken. Keynes wird derzeit öfter herbeibeschworen und wird quasi common sense. Aber es geht nicht nur um das ob, sondern vielmehr um das wie investieren? Und nicht, dass ich irgendwem eine kalte Wohnung wünsche (auch nicht in Bulgarien, Ungarn oder der Slowakei, die arg von Gas-Stopp betroffen sind), aber wenn nicht diese wiederholte Krise die völlig unangemessene Abhängigkeit vom russischen Gas zeigt, was dann? Insofern hat sie ihren Sinn, nämlich den des Augenöffnens.

Günter Strobl von Raiffeisen-Leasing stellt im heutigen ÖkoEnergie-Blogposting die richtigen Fragen. Kein Experte soll behaupten, er hätte nicht gewusst,  dass sich die 2006er Krise wiederholen kann. Die Gaskrise ist insbesondere ein europäisches Problem mit übrigens worldfamous Wien Baumgarten als einer der Gas-Knotenpunkte im verteiltechnischen Zentrum.

Auch Rudolf Titz fordert zu Recht – unabhängig von der Gaskrise -  im Ökocenter-Blog der BEWAG eine längerfristige Investitionsperspektive für die Photovoltaik. Warum sollen nur die dirty industries mit dem Argument, sie müssen langfristig investieren können und brauchen daher viele Gratiszertifikate für den Emissionshandel, dieses Recht für sich in Anspruch nehmen? Es sind zwei Beispiele, die zeigen worum es geht. Angemessene Rahmenbedingungen für die Zukunftsbranchen, die eine nachhaltige Energieversorgung, Wachstum und Beschäftigung bringen.

In Sachen Clean Tech finde ich den gestrigen Freakonomics Blogbeitrag von Stephen Dubner sehr interessant.  Er frage Experten: How Will the Recession Affect Clean Technology?

Während der Phase der stark steigenden Preise für fossile Energie und der sinkenden Kosten für Erneuerbare war klar, dass ein massiver Investitionseffekt für Clean Tech eingesetzt hat und die Ablöse der Energieträge anvisiert wird. Der ist auch nicht völlig weg seitdem der Ölpreis wieder abgesunken ist. Es bleibt schon was, hängen aber dennoch ist der Druck größer und es gibt schlicht weniger privates Kapital, das derzeit für Investitionen eingesetzt wird.  Oder wie Ethan Zindler meint: “For clean energy firms looking to scale up, raising capital over the public markets via I.P.O.’s has become virtually impossible in the last few quarters.“  Dank Obama´s Ökoansagen und teils anspruchsvoller Ziele wird dennoch davon ausgegangen, dass der Trend in Richtung Ökologisierung nicht abbricht. Denn believe it or not, der hat in den USA schon massiv eingesetzt.

Alle drei Experten beziehen im Freakonomics Post auf staatliche Anreize und entsprechende Rahmenbedingungen. Die sind jetzt wichtiger als je zuvor. Und das heißt mM nicht nur Gebäudesanierung, sondern auch massive Investitionsanreize für Erneuerbare im Wärme- und Stromsektor; Mittel für F&E und Marktdurchdringung intelligenter, ökologischer Produkte (Stichwort: LED, Smart Metering und und und), neue Jobs generierende Dienstleistungen im Energiebereich.





Der Ölpreiss-Minusschock als DIE Gelegenheit für massive Entlastung + höhere Energiesteuern

25 11 2008

Natürlich. Jede Regierung, die jetzt mit dem Plan rausrücken würde, Energiesteuern zu forcieren, würde sich der öffentlichen Geißelung freigeben. Leider ist das so und daher wird das die neue österreichische Regierung auch nicht lancieren. Zugleich wäre es ökonomisch das Grundvernünftigste. Und zwar GENAU jetzt. Von mir aus auch nur befristet. Im gestrigen Herdentrieb war Interessantes darüber zu lesen.  Dieter Wermuth scrheibt völlig richtig. “Die niedrigen Ölpreise sind die Gelegenheit!”

Dem britischen Beispiel folgend denkt Brüssel nun zur Nachfrage­steige­rung über vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer nach. Maßnahmen zur Nachfragesteigerung sind sehr vernünftig und notwendig. In Deutschland werden sogar Konsumgutscheine für (einheimische) Produkte diskutiert. (das Bundesfinanzministerium dementiert jedoch derartige Pläne)

Ob die für die Staatseinnahmen extrem teure – wenn wirkungsvolle -  Senkung der Mehrwehrsteuer wirklich sozial das geeignete Mittel zur Entlastung ist, lässt Zweifel aufkommen. Einkommensseitige Maßnahmen scheinen mir da sinnvoller. Und da könnten die Steuerreformpläne der Regierung deutlich weiter gehen als sie im Regierungsübereinkommen beschrieben sind. Etwa die weitere Anhebung des Steuerfreibetrages, signifikante Senkung der weiteren Einkommenssteuersätze etc. Von allem ein bissl was, ist meist nicht genug spürbar. Daher braucht´s mehr.

Für mehr braucht es aber einnahmenseitig Spielraum. Und das oft gehörte Argument, dass man ja für die Rettung der Banken auch Mittel locker machen konnte, greift einmal, vielleicht zweimal, aber nicht zehn mal.

Nein, jetzt wäre es an der Zeit, angesichts des durch die Rezession bedingte Ölpreisrückgangs, gezielt den Faktor fossile Energie zu besteuern. Temporär, aber spürbar. Denn der Konsum von Öl und Gas ist teils  notwendig, aber volkswirtschaftlich kaum nützlich. Rund 9 Mrd Eur fliessen laut Ökostromverbänden durch die Österreichs Energieimporte ins Ausland ab. Bedingt durch inländischen Konsum. Dankenswerterweise bleibt dabei ein Teil beim Finanzminister hängen.

rohoel_brent crude_1jahr

Quelle:http://www.godmode-trader.de

Der Ölpreis ist innerhalb eines Jahres massiv gefallen (siehe Chart oben) und wird das Niveau des heuriges Frühjahres wohl erst wieder in zwei Jahren erreichen, wenn sich das Wirtschaftswachstum erfängt. Der Gaspreis wird in einer ähnlichen Kurve mitziehen, wenn auch nicht in jenem Ausmaß. Die Energiepreise werden auch wieder fallen. Warum nicht diese Zeit nutzen, einen Teil dieser Preissenkung durch eine steuerliche Erhöhung abzufangen, die einerseits in ökosoziale Entlastungsmaßnahmen (Heizkesseltauschprogramm, Energieeffizienzgutscheine bzw. Dienstleistungen etc ) aber auch die massive, spürbare steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit oder auch z.B. in eine deutliche Erhöhung der Mindestpensionen geht.

Derartige Maßnahmen können verteilungspolitisch gerecht sein, und damit meine ich nicht nur die Verteilung von fossil zu erneuerbar. Wobei die auch eine echte Investition darstellt.





Ölpreis<50 USD: Alles in Butter statt alles im Öl?

24 11 2008

Wir befinden uns in einer außergewöhnlichen, durchaus dramatischen Phase weltwirtschaftlicher Entwicklungen. Finanzkrise – Wirtschaftskrise – Energiekrise. Die Dependenzen zwischen den drei Krisen sind insbesondere beim Energiethema noch zu wenig beachtet.

Der Ölpreis fällt derzeit radikal und schnell. Derzeit liegt er um die 50 $. Und schon kann gemunkelt werden, dass er aufgrund von Spekulationen bald bei 40$ liegt. Angesichts der entscheidenden Frage, welche Maßnahmen nun konjunkturell angegangen werden, ist die Verführung groß, klassisch-fossil Gas zu geben. Das Ergebnis wird darauf hin aber sein, dass der Ölpreis wieder massiv ansteigt – etwa in zwei Jahren, wenn man erwarten kann, dass das weltweite Wirtschaftswachstum sich wieder erfängt und die Nachfrage nach Öl wieder massiv steigt. Aber wir fahren damit – ganz unabhängig von der Klimafrage – erst recht wieder den gleichen negativen Zyklus, die sich aus der Abhängigkeit von Öl und Gas ergibt.

Dieses kleine Youtube  “Lehrvideo” von Aaron Wissner zeigt sehr vereinfacht aber ganz gut die Preiselastizität bei Öl. Klar, hier finden sich viele Faktoren nicht wieder, etwa der Spekulationsanteil; aber dennoch ist das eine verständliche Grundlage, den aktuellen Preisverfall beim Öl zu  erklären. Klar, einfacher könnte man sagen, die Nachfrage ist halt zurückgegangen. Aber was kommt danach?

Das skurrile ist ja, dass insbesondere jene, die Interesse haben müssten, dass der Ölpreis gering bleibt, auf Alternativen setzen müssten, um die Nachfrage im Lot zu halten. Denn wie gesagt, die Wirtschaftskrise verdeckt nur das eigentliche Problem des fossilien Industriezeitalters bzw. ist Teil dessen. Die Maßnahmen der kommenden Monate werden jedenfalls massiven Impact auf viele unserer aktuellen Probleme haben. Und ist auch ein Zeitfenster für nachhaltige Maßnahmen.





World Energy Outlook … und doch ein kleiner Lichtblick

17 11 2008

Wie gestern berichtet, bietet der vergangene Woche präsentierte World Energy Outlook düstere Aussichten für die Zukunft. Eine kleine positive Überraschung hat er meiner Meinung nach dennoch zu bieten.

Weniger inhaltlich als politisch. Dazu ist vorab zu sagen, dass der jährlich erscheinende Bericht immer wieder mit Kritik konfrontiert war, weil er sagen wir fossilkonservativ war. Die Policy hat über viele Jahre sehr den Angaben über Ölreserven vertraut und den fossilen Weg als alternativenlos gesehen. Erneuerbare wurden als irrelevant geachtet. Nicht, dass sich das jetzt zu 100% geändert hat, aber die politische Aussage ist doch beachtenswert.

Zunächst die Kernaussage: Die Zeit des billigen Öls ist vorbei. Es braucht sechs mal Saudi Arabien der Jetztzeit, um 2030 den Ölhunger zu stillen. Das ist erstens explorativ nicht realistisch, zweitens sehr sehr teuer.

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Quelle: World Energy Outlook 2008, IEA

Die Kernaussagen des Chefökonomen Fatih Birol sind eindeutig wie nie zuvor. Die aktuellen Energietrends sind in keinster Weise nachhaltig, die Ära des billigen Öls ist vorbei, wir brauchen dringend Maßnahmen gegen den Klimawandel. Decarbonisation des Weltenergiesystems lautet das Schlagwort (über die Methoden dafür wird man mit Birol sicher gut streiten können, Stichwort CO2-Sequestrierung)

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