Ab morgen im Kino: Herbstgold – eine Empfehlung

23 09 2010

Morgen läuft in einigen österreichischen Kinos “Herbstgold” an, ein Dokumentarfilm von Jan Tenhaven über einige Teilnehmer bei den sog. Leichtathletik Masters. Klingt fad? Ist es aber nicht! Was die Protagonisten dieses Films vereint ist ihr Alter. Sie sind alle über 80 Jahre alt. Einige davon über 90; mit dem österreichischen Graphiker und Maler Alfred Proksch ist sogar ein 100jähriger Teilnehmer portraitiert.

Ich hatte den Film bei der Vor-Premiere in Wien gesehen und kann ihn wärmstens empfehlen. Und zwar nicht nur, weil er meine Begeisterung und Affinität zur Leichtathletik anspricht, sondern weil er Geschichten erzählt. Geschichten über Menschen, die älter bzw. alt geworden sind, aber mit Disziplin, Begeisterung und Liebe zum Sport eine Triebfeder haben, die enorm wichtig ist und sie in vielerlei Hinsicht im Leben hält. Der Film ist jedoch nicht in erster Linie darauf aus, Sensationsgier zu befriedigen, im Sinne, “pfoh, schau, die 94jährige am Sportplatz”, sondern er schaut auch ein paar Ebenen tiefer. Es ist dann auch nicht nur fröhlich, wenn einige der Protagonisten über den Verlust ihrer Partner reden. Und es menschelt, wenn der 93jährige Herbert Liedtke offen zugibt, dass es natürlich auch darum geht, bewundert zu werden. Seine skeptischen Blicke seinem Konkurrenzen gegenüber (auch im Trailer unten zu sehen) sind herrlich. Herrlich menschlich.
Und ja, Alfred Proksch verändert sich im Laufe der Dreharbeiten. In der Beweglichkeit, im Aussehen. Auch das ist wichtig, um zu verstehen. Alt werden ist nicht lustig. Und dennoch ist der Film äußerst positiv.

Je mehr man dort hinsieht, desto wichtiger wird diese Kraft des Sport bzw. und auch des Wettbewerbs für die Teilnehmer. Sie alle teilen eine Eigenschaft: Ehrgeiz. Jedoch auf unterschiedliche Art und Weise. Nicht allen (aber vielen) geht es um´s Gewinnen, sondern auch ums Erreichen einer bestimmen Leistung (6m Kugelstoß für Frau Pleuger etwa oder der Rekord von Herrn Soukup).
Es ist auch ein Spirit, der mir von den Jedermann-Zehnkämpfen bekannt ist, die ich in den vergangenen Jahren absolviert habe. Dank der Initiative und durchaus aufopfernden Betreuung des vierfachen Olympia-Zehnkämpfers Georg Werthner hatte sich der Jedermann-Zehnkampf über viele Jahre etabliert und auch Nachahmer gefunden, die einem auf einfache Art und Weise Zugang zu einer faszinierenden Sportart ermöglicht, die extrem viele unterschiedliche Bewegungsmöglichkeit bietet und eben bis ins hohe Alter durchführbar ist. Einige Jedermann-Teilnehmer sind auch regelmäßig bei den Masters zu sehen gewesen. Auch in der Klasse 80+ (wie z.B. Walter Reidinger Jahrgang 1925)

Die Leichtathletik ist – so wie andere Sportarten – auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Man kann sich mit anderen vergleichen (als Antrieb), aber wirklich interessant ist die eigene Entwicklung. Wo wird man besser, wo baut man ab, wo spiegelt sich Training im Ergebnis wieder? Wie geht man mit sich selbst um – mit Disziplin, Ehrgeiz, Technik, Konzentrationsfähigkeit. Bis ins höchste Alter ist die Auseinandersetzung mit sich und seinem Körper möglich und übrigens auch – unter Berücksichtigung der Signale des Körpers – gesund. Ich habe mich nach der Premiere mit Ilse Pleuger unterhalten, die ihren Rückzug aus den internationalen Bewerben angekündigt hat, weil die Kugel nun statt 3 kg in Zukunft 2 kg schwer sein wird. Klingt lapidar, ist es aber nicht. Denn erstens verunmöglicht die Veränderung die Vergleichbarkeit mit den Leistungen der selber Altersklassen aus den vorigen Jahren bzw. Jahrzehnten und zweitens – wie Frau Pleuger meint – wäre das Heben einer 2 kg-Kugel keine Leistung im Vergleich zur 3 kg-Kugel. Zu leicht kommt man hier auch ins Werfen denn ins Stoßen. Ihr Protest dagegen wurde jedoch von kaum jemandem geteilt. In der Vergleichbarkeit bzw. im Messen liegt jedoch der Reiz.

Also, der Film sei auch jenen ans Herz gelegt, die keinen Bezug zur Leichtathletik haben. Er ist durchaus auch ein emotionales Erlebnis, auch dank der hervorragend passenden Filmmusik von Andy Baum.

Und hier der Trailer zu Herbstgold (POOOL Filmverleih):





The sprint Usain Bolt has not won ;)

22 08 2009

Berlino the bear for gold! Bolt will accept. For sure!

(click pics to enlarge)

Pictures taken on August 20th 2009 in the Berlin Olympic Stadium after Usain Bolt´s breathtaking new world record of 19,19 sec over 200m and Berlino´s crash into stapled hurdles carrying Jamaican 400m Hurdles winner Melaine Walker on his back. (here´s the youtube video on Berlino/Walker´s crash)





Zeit der Megatrends

30 12 2008

Viele  nutzen den Jahreswechsel dazu, das Vergangene Revue passieren zu lassen und einen Blick nach vorn zu wagen. Es ist auch Zeit der Interviews mit Trendforschern, vor allem Matthias Horx in österreichischen Medien.  (siehe gestrigen Kurier) Und klar, angesichts der Wirtschaftskrise will man ja auch wisssen, was denn da eigentlich los ist und warum man das nicht vorher gewusst hat.

Neben diesem meiner Meinung durchaus recht subjektivem Zugang zu Trends und sog. Megatrends (also solche, die sich über einen längerern Zeitraum zb 10 Jahre erstrecken), gibt es auch interessante Zahlen & Fakten Compilationen. Etwa in folgendem Video von Karl Fisch, Scott McLeod, and Jeff Bronman, das Peter Glaser kürzlich  in seinem Blog gepostet hatte. Das Video hat übrigens schon eine mehrjährige Geschichte; diese Version dürfte nun die neueste (3.0.) sein, die Jeff Bronman adaptiert hat.

Gut gemacht, find ich, (der Musiktrack ist “Right here, Right now” von Fatboy Slim), vor allem wenn man an die Trägheit der Politik denkt. Paar Sachen fehlen natürlich (Urbanisierung z.B.) . Aber aus meiner Sicht werden drei der Megatrends durch das inszenierte Zahlenkonvolut offensichtlich:

  • Die enorme Beschleunigung ganzer Lebensbereiche durch neue Informations- und Kommunkationsmedien – mit all den Implikation auf Arbeitsmarkt, Bildung, soziales Verhalten. Meiner Meinung ist Beschleunigung einer DER Unterschiede zwischen der Generation im heutigen Arbeitsleben und der vorangegangenen. Umso wichtiger find ich übrigens auch entschleunigte Räume bzw. Reflexionsräume.
  • Die Bedeutung aber auch Macht der sozialen Netzwerkmedien, die nun einfach den Mainstream erreicht haben und somit unglaublich groß geworden sind.
  • Das enorme Wachstum von China und Indien mit all der weltpolitischen Bedeutung und dem Verschieben von Kräfteverhältnissen. Hier sei aber vor der Verführung gewarnt, sich mit dem Argument (China und Indien sind schuld) aus der Verantwortung der sog. westlichen Welt zu ziehen.




GLOBAL 2000 Geburtstag mit Mauracher et al.

15 12 2008

Mit GLOBAL 2000 verbindet mich eine langjährige Geschichte. Die ersten wichtigen Jahre meiner politischen Auseinandersetzung im NGO-Umfeld hatte ich dort. Die Mission von Global ist die gleiche geblieben und es gibt auch nicht weniger zu tun – auch wenn sich nach 26 Jahren die Rahmenbedingungen geändert haben und z.B. das Umweltthema deutlich akzeptierter und etablierter ist als damals.

Zwischenzeitlich werden auch immer wieder gute Feste gefeiert – diesmal, also kommenden Mittwoch, kann sich insbesondere das Musikprogramm sehen lassen. Man merkt, dass mit Martin Aschauer dort jemand tätig ist, der aus der Musikkultur (FM5)  kommt. Besondere Freude kommt beim Namen “Mauracher” auf. Denn bevor ich meine “Best Of´08″ Listen durchüberlege, ist mir eins gewiß. Mauracher wird dort mehrmals vorkommen.  Weiters im Programm: Russkaja, Guadalajara, 78Plus, Harri Stojka, Hörspielcrew

Wann? Am Mittwoch, 17. Dezember, ab 19 Uhr

Wo? Im WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien

Wie viel? 14 Euro (Abendkassa), 10 Euro Vorverkauf (wienXtra jugendinfo)


Geholfen wird an dem Abend dem Projekt Tschernobyl-Kinder.

Weitere Infos auf der Global Website; der dazugehörige Spot ist auf Youtube zu finden und auch auf GOTV zu sehen.

Empfehlung meinerseits!





Close to the stars … on their bicycle

18 07 2008

Nicht nur die Tdf läuft derzeit; auch die Österreich-Rundfahrt bietet einige Stars.

Am Rathausplatz konnte man große Namen bewundern: Boonen, Bettini, aber auch Haselbacher, Wrolich, Rohregger und co.








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