World Energy Outlook … und doch ein kleiner Lichtblick

17 11 2008

Wie gestern berichtet, bietet der vergangene Woche präsentierte World Energy Outlook düstere Aussichten für die Zukunft. Eine kleine positive Überraschung hat er meiner Meinung nach dennoch zu bieten.

Weniger inhaltlich als politisch. Dazu ist vorab zu sagen, dass der jährlich erscheinende Bericht immer wieder mit Kritik konfrontiert war, weil er sagen wir fossilkonservativ war. Die Policy hat über viele Jahre sehr den Angaben über Ölreserven vertraut und den fossilen Weg als alternativenlos gesehen. Erneuerbare wurden als irrelevant geachtet. Nicht, dass sich das jetzt zu 100% geändert hat, aber die politische Aussage ist doch beachtenswert.

Zunächst die Kernaussage: Die Zeit des billigen Öls ist vorbei. Es braucht sechs mal Saudi Arabien der Jetztzeit, um 2030 den Ölhunger zu stillen. Das ist erstens explorativ nicht realistisch, zweitens sehr sehr teuer.

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Quelle: World Energy Outlook 2008, IEA

Die Kernaussagen des Chefökonomen Fatih Birol sind eindeutig wie nie zuvor. Die aktuellen Energietrends sind in keinster Weise nachhaltig, die Ära des billigen Öls ist vorbei, wir brauchen dringend Maßnahmen gegen den Klimawandel. Decarbonisation des Weltenergiesystems lautet das Schlagwort (über die Methoden dafür wird man mit Birol sicher gut streiten können, Stichwort CO2-Sequestrierung)

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World Energy Outlook 08 – schlimme Aussichten…

16 11 2008

Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise zieht verständlicherweise die öffentliche Aufmerksamkeit nahezu vollständig auf sich. Aber wie schon an anderer Stelle erwähnt, ist die Energiekrise nicht unabhängig davon zu sehen. Der kürzlich präsentierte jährliche World Energy Outlook der IEA (International Energy Agency)/OECD wurde in Österreich kaum diskutiert; diese Aussichten sind jedoch nicht minder alarmierend.

Hier ein kleiner Einblick. Oder: Wenn “business as usual” direkt gegen die Wand führt.

Der Weltenergieverbrauch steigt bis 2030 weiterhin dramatisch an. Die fossilen Energieträger bleiben dabei absolut dominant. Das Comeback der Kohle in den vergangenen Jahren wird insbesondere durch die Nicht-OECD Staaten forciert.

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Quelle: IEA/OECD 2008

weo08_co2_referenzszenarioEntsprechend entwickeln sich auch die CO2-Emissionen. Von einer Trendumkehr keine Spur. Im kommenden Jahr wird in Kopenhagen die möglicherweise wichtigste UN-Klimakonferenz der Geschichte stattfinden. Ziel ist es, die sogenannte Post-Kyoto Periode zu bestimmen, also Reduktionsziele für die Jahre nach 2012 zu formulieren. Es ist zu hoffen, dass nicht zuletzt durch die Wahl Barack Obamas und einem möglichen Positionswechsel der USA, angemessene Schritte erfolgen. Zu befürchten ist jedoch, dass die Prioritätensetzung andersrum ist. Nämlich Wirtschaftskrise zuerst, Klimaschutz nur als add-on.

Die Strategien zur Wirtschaftskrise brauchen eine Verschränkung mit der Energiekrise. Denn “so” kann´s nicht weiter gehen. Zeit für die Effizienzrevolution, die neue Technologien und Dienstleistungen forciert und nachhaltig Beschäftigung schafft. Leider bleibt genau jene auf der Strecke. Auch am Rande der Regierungsverhandlungen ist kein echtes Signal in Richtung “time for a change” zu spüren. Obwohl sogar schon die IEA sagt: die Zeit des billigen Öls ist vorbei. Und allein das bitteschön ist eine kleine Revolution.

Mehr dazu morgen auf guensblog.