Politik und die Kunst, Diskrepanzen zu überwinden…Teil 1, die SPÖ

23 07 2008

Es ist ja wirklich nicht ganz leicht für Wahlstrategen und Spitzenkandidaten, die mutmaßlichen halt. (Jene sind ja erst als solche zu nennen, wenn von ihrer Partei dazu gewählt. Aber gut, darum geht´s jetzt nicht.)

Nahezu alle antretenden Parteien (abgesehen von denen weit rechts am Rand, also FPÖ und BZÖ) haben ihre jeweiliges ganz spezifisches Dilemma zu überwinden. Nämlich WählerInnen-Potentiale in teils sehr unterschiedlichen Gruppierungen zu finden. Schauen wir uns den strategisch relevanten DF an (Maßzahl der zu überwindenden Diskrepanz im WählerInnenpotential; maximal = 10):

Heute die SPÖ.

SPÖ: hier liegt der DF derzeit ca bei 9, also im tiefroten Bereich

Warum?

Einerseits hat die SPÖ viele KernwählerInnen, die dem klassischen ArbeiterInnenmilieu (Mehrheit männlich) zuzuordnen ist. Hier gibt es durchaus eine große Schnittmenge mit der FPÖ. Die Krone hat als nahezu singulär verwendetes Leitmedium viel nachgeholfen. Wohl einer der Gründe warum die SP ihre Linie in Sachen Volksabstimmung zum EU-Reformvertrag geändert hat und die Achse Faymann-Dichand so zentral wird. Mit Faymann kam ein diesbezüglicher Schwerpunktwechsel. Ob diese WählerInnen auch zur Wahl gehen oder nicht ein Teil davon nicht dennoch FPÖ wählt, kann jedoch noch nicht abgeschätzt werden. Auch für eine Beurteilung der Person Faymann in diesem Bereich ist es zu früh.

Andererseits: Es gibt insbesondere im urbanen Bereich (Schwerpunkt Wien) viele SPÖ WählerInnen, die sich was anderes erwarten, politisch wie inhaltlich. Hier sind StudentInnen, unterschiedliche Berufsgruppen, generell ein deutlich höhere sozio-kulturelle Diversität zu finden. Hier geht es auch um gesellschaftliche Liberalität, Kreativität und Innovationsfähigkeit.

Das Problem ist, dass es Widersprüche gibt, wenn man beide (sehr sehr grob umfassten) Zielgruppen erreichen will. z.B. die Rechte gleichgeschlechtlich Liebender. Für das FP-nahe Milieu ein abschreckendes Thema; für die urbanen SP-Sympathisanten durchaus ein Anliegen. Ähnlich auch die Integrationsfrage. Die einen haben tendentiell eine Negativeinstellung zur Zuwanderung und schimpfen über “die Ausländer”; die anderen sehen das deutlich offener und wollen eine offensive Integrationspolitik bzw. sind für weitere Zuwanderung.

Es gibt mehrere Strategien, mit diesem Dilemma umzugehen. Eine wäre die Themen zu ignorieren, welche die eigene WählerInnenschaft spaltet. Die Gefahr dabei: jene sind es zugleich, die oft vom politischen Gegner thematisiert werden und: bleiben dann noch Mobilisierungsthemen übrig? Genau jene fehlen der SPÖ z.b. noch.

Natürlich hängt es davon ab, welche Person für die jeweilige Partei ins Rennen geht. Erfolgreich im Diskrepanzen überwinden waren zb. Zilk und sogar noch mehr Häupl. Einerseits der Burgermasta, der im Fiakerstyle fast immer volksnah den Spritzer in der Hand hält, andererseits der Stadtchef, der auch das intellektuelle Gespräch führen kann. Diese Rolle hat zwar zuletzt etwas gelitten, und die Marke Häupl würde wohl im Westen des Landes nicht so gut funktionieren. Aber: beide Rollen in einer Person sind immer authentisch gewesen und damit ein Geheimnis seines Erfolgs.

Aber noch schwieriger hat es Faymann. Denn er deckt derzeit weder die eine noch die andere Rolle ab. Den Boulevard versucht er zu erobern, was taktisch verständlich ist. Aber wie gesagt hier steckt er im Dilemma, denn mit der neuen EU-Linie wurden viele potentielle SP-WählerInnen vergrault und 10 Wochen sind sehr sehr knapp, um den DF durch Vermittlung eines mobilisierenden Kernanliegens zu reduzieren.





Close to the stars … on their bicycle

18 07 2008

Nicht nur die Tdf läuft derzeit; auch die Österreich-Rundfahrt bietet einige Stars.

Am Rathausplatz konnte man große Namen bewundern: Boonen, Bettini, aber auch Haselbacher, Wrolich, Rohregger und co.





concert of the year: Sigur Ros @ Sommerarena

14 07 2008

Two weeks ago and I still feel the Islandic vibes in my body & mind. Whatever might come … that was the concert of the year. (ok, ok, DEus is coming again,…hm)

Sigur Ros played a fantastic gig at wonderful Sommerarena on July 8th. Brilliant songs, good sound, excellent show sometimes spheric – sometimes more aggressive. Great band with perfectly integrated string and horn section. And yes, weather perfect, too.

If you like their music and get the chance to watch them: GO THERE:

Thanks to Ju for providing the Pics.