Das Strompickerl gegen die “Fernseh-SUVs”

29 08 2008

Sehr interessant ein Spiegel Artikel kürzlich zum Thema “Wie grün ist ihr Fernseher?” (danke an reinhard für den hinweis!)

Oft reden wir richtigerweise über die Energiesparlampe und die Energieeffizienzklassen bei Kühlschränken und Geschirrspülern, wo dankenswerter weise endlich die Menschen einen schärferen Blick auf´s “Pickerl” werfen. Völlig unterschätzt jedoch andere elektronische Geräte, wo es noch (!) keine Kennzeichnung gibt. Auf EU-Ebene laufen derzeit Vorbereitungen dafür, und die Art und Weise bzw. entsprechende Benchmarks werden maßgeblich für die Weiterentwicklung des Stromverbrauchs sein.

Und jener ist nicht unerheblich.

Der Spiegel schreibt:Gemäß einer Aufstellung der Deutschen Energieagentur verschlingt ein altes Röhrengerät mit 76 cm Bildschirmdiagonale 176 Kilowattstunden Strom im Jahr. Ein neuer 141 cm großer Plasmabildschirm bringt es sogar auf 730 Kilowattstunden. Das sind, je nach Stromanbieter, rund 130 Euro. Zum Vergleich: Gute Kühlschränke verbrauchen zwischen 100 und 200 Kilowattstunden – trotz Dauerbetriebs. Für den Strompreis eines einzigen schicken Plasmafernsehers ließen sich also bis zu sieben Kühlschränke parallel betreiben.

Ich hab mir die im Spiegel zitierte Studie des Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) “Ecodesign of EuP Products” angesehen. Die Zahlen sind beeindruckend:

In den kommenden Jahren wird es einen weiteren Schub an TV-Gerät-Verkäufen geben. Zwischen 2005 und 2010 wird die Anzahl der TV-Geräte um mindestens ein Drittel wachsen.  Der Trends zum Zwei-,  Dritt- oder gar Viertfernsehapparat hält an. Die neuen Geräte sind größer und leistungsstärker.

Quelle: IZM: “Ecodesign of EuP Products”

Entsprechend wird sich auch der Stromverbrauch entwickeln. In einem Business-as-usual Szenario heißt das zwischen 2005 und 2020 mehr als eine Verdopplung des Stromverbrauchs nur bei TV-Geräten. Allein bis 2010 explodiert der Verbrauch signifikant.

Quelle: IZM: “Ecodesign of EuP Products”

Durch entsprechende Effizienzmaßnahmen und -standards sind hier jedoch Steuerungsmöglichkeiten gegeben. Der Anstieg bis 2010 wird sich nicht vermeiden lassen, denn in diesem Zeitraum werden sich weder Konsumentenverhalten noch Technologiedurchdringung massiv verändern. Aber durch ein Labelling und Effizienzanreize kann es dann wieder zur Trendumkehr kommen – trotz größerer Geräte.

Der Grund des Anstiegs im Stromverbrauch liegt nicht nur in der Anzahl der verkauften Geräte, sondern auch und gerade darin, dass die großen Geräte mehr verbrauchen. Es gibt sozusagen den Trend zum TV-SUV. Wie beim Auto heisst es derzeit oft auch hier: je größer und stärker, desto mehr Verbrauch. Technologisch ist das nicht zwingend notwendig. Genau können Politik- und Marktinstrumente sinnvoll eingreifen.


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Saalfeldner Symbiosen: The new art of playing drums

23 08 2008

Das zwöfte mal also in Saalfelden, das zum 29sten mal das vielleicht wichtigste Jazzfestival Österreichs beheimatet. Und jedes Jahr unverminderte Freude auf eine wunderbare Gegend und Neugier auf bekannte wie mir noch nicht so bekannte Acts aus der Vielfalt des Jazz und verwandeter Musikstile.

Obwohl programmatisch gar nicht herausgehoben, ist am ersten Tag (für mich der Freitag; für andere war´schon der Donnerstag) eines auffallend: die enorm hohe Qualität und unterschiedliche Art des Schlagzeugspiels.

Ein paar Beispiele:

Christian Fennesz & Thomas Strønen: Der Norweger Thomas Strønen ist ein gutes Beispiel für eine Generation an Schlagwerkern, die elektronische Elemente (Loops, Samples etc.) perfekt in ihr Spiel integrieren. Die electronics sind nicht das Tüpfelchen auf dem i und auch nicht spektakuläres Showelement, das extra herausragt, sondern normaler Teil des Drumming. Was bei Strønen dazu kommt: er spielt technisch hervorragend. Seine schnelle Technik insb. an der Snare beeindruckt, und während er oft mit rechts das Schlagwerk spielt, bedient die Hand links die elektronische Gerätschaft.

Die Performance von Fennesz & Strønen hätte perfekt auch als Soundtrack gepasst, etwa zu einigen Bildern von LA Crash, die mir aus welchen Gründen auch immer in den Sinn kamen. Die Symbiose aus Fennesz´ subtilem Klanggewitter und druckvollen Flächen im gar nicht improvisationsfreien gemeinsamen Spiel und Stronen´s sich teils überlagernden rhythmischen Geflechten passte exzellent zusammen. Großer Auftritt! Man kann sich auf weitere Projekte dieser Art freuen.

Dass Strønen unglaublich vielfältig spielt, war auch im Abendprogramm mit Hakon Kornstad´s Weight & Balances zu sehen. Ein völlig anderes, weitgehend arrangiertes Projekt, das ebenso rythmisch interessant durch Kornstads Sax ergänzt wurde.

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Cool auch, dass Doppeldrum Spiel von Tony Buck und Steve Heather bei Heaven and feat Alexander Hacke (die Einstürzende Neubauten Legende) . Ehrlich gesagt war insbesondere das Schlagzeugspiel beeindruckend. Hacke´s Gesang z.b bei I´m the prince priest of the beast war durchaus stimmig, wiewohl es kompositorisch durchaus Längen gab bei diesem Gig.

Große Klasse auch der oft mit Größen der Jazzavantgarde spielende Jim Black bei Raz Mesinai´s Badawi Clones and False Prophets Programm. Auch hier: fantastische Spieltechnik, die zwischen kompositorischer Zurückhaltung und aggressiv-groovigen Parts glänzt. Und weil´s oft vergessen wird: alle genannten Schlagzeuger hatten tollen Sound.





das nenn ich Exklusivität: das Obama SMS!

12 08 2008

Ja, auch ich hab wie Millionen andere das Mail von Obama Barack´s Kampagnenmanager David Plouffe erhalten:

“Barack Obama is about to make one of the most important decisions of this campaign — choosing a running mate.
You have helped build this movement from the bottom up, and Barack wants you to be the first to know his choice.
Sign up today to be the first to know:”

Verdammt, was für ein geniales Mail. Die Obama Kampagne hat völlig richtig erkannt, dass Exklusivität (be the first) und Schnelligkeit zu den wichtigsten Assets gehören, die das Web bzw. die mobile Kommunikation bieten kann. Man vermittelt dem Adressaten etwas Besonderes zu sein, schafft damit Verbindlichkeit (weil Dankbarkeit), macht auch jene neugierig, die noch keine Fans sein und stabilisiert jene, die schon Fans sind.

Und ja, man kommt wohl so an jede Menge toller Adressen. Natürlich ist die Exklusivität nur eine vermittelte. Denn zeitgleich werden alle Medien genau diese Info featuren. Aber dennoch: man wird direkt informiert und nicht NACH den medien. Das hat schon Qualität, keine Frage.

Man muss was bieten, wenn man über Web eine echte Beziehung zum Aktivisten oder potentiellen Wähler aufbauen will. Und das tut die Obama Kampagne definitiv. Im Gegensatz übrigens zu den meisten österreichischen Webkampagnen im Wahlkampf. Dass man auf die social community tools von FlickR über youtobe bis hin zu Xing und myspace zurückgreifen kann, ist schon mal ein richtiger Schritt, um die eigenen Sympathisanten zu vernetzen und an den Kampagnencontent anzudocken. Aber welchen spezifischen Anreiz biete ich? Welches Dokument krieg ich exklusiv online?

Wichtig ist neben Unterhaltung eben exklusive Information zu bieten. Und naja, die find ich mit wenigen Ausnahmen noch kaum was hierzulande.

Die vielzitierte Aktion von Christoph Chorherr und den GRÜNEN, bei der man Plakatvorschläge machen kann, war da ein völlig richtiger Ansatz, der funktioniert hat. Das Versprechen lautet: wir setzen uns mit euren Vorschlägen auseinander und setzen auch um, weil: wir nehmen euch ernst. Dass die meisten Vorschläge sehr wohl beweisen, warum es doch professionelle Agenturen braucht, ist da zweitrangig bzw. eigentlich ja beruhigend. Denn sooooo einfach ist es dann doch nicht, ein strategisch sinnvolles, gut designtes Plakat zu kreiieren.Abstimmen kann man übrigens derzeit über die Plakatvorschläge der GRÜNEN am Chorherr Blog

Ein schönes Beispiel für die starke Kombination von Mitmach, Web 2.0 und Kreatitvität kam kürzlich von Greenpeace in Kooperation mit super-fi. Im Zuge der SUV Kampagne konnte man Spots einreichen, die von einer Fachjury bewertet und awarded wurden. Auch das sieht man in Österreich noch recht selten, insb. im politischen Bereich.

So, und jetzt bin ich wieder sehr gespannt, wer Obama´s Running mate sein wird…





Öko-Kennzeichnung ad absurdum

10 08 2008

Immer wieder lesenswert ist die Wiener Zeitung am Wochenende (ja, ich zahle wirklich dafür…ich bin das) , nicht nur wegen dem “Extra”, sondern es finden sich generell immer wieder interessante Artikel. Zum Beispiel dieser mit dem Titel “Wie man Spritfresser zu Energiewundern macht”.

Dabei wird auf einen spannenden Beitrag des Zdf Magazins Frontal Bezug genommen, der vorige Woche die Abgasverordnung in Deutschland beleuchtet. Es geht um die Klassifizierung und letztlich auch Kennzeichnung von Autos nach Klimaschutzkriterien. Was derzeit in Deutschland in Diskussion ist: eine Formel, bei der die Gewichtsklasse ein maßgebliches Kriterium bei der Bewertung ist. Sprich das Auto einer schweren Klasse mit hohem (aber in seiner Gewichtsklasse vergleichsweise geringerem) Treibhausgas-Ausstoß kann ggbfalls besser abschneiden als ein leichtes, emissionsarmes Auto, das aber in seiner Kategorie nicht top ist. So wird der Konsument verwirrt – und eigentlich ist er es schon. Das Zdf nimmt als Beispiel: Der VW Golf hat einen durchschnittlichen Spritverbrauch von 6,9 Liter, sein Gewicht beträgt 1150 Kilogramm, pro Kilometer bläst er 164 Gramm CO2 in die Luft. (was tatsächlich verbesserungswürdig scheint) Nach der komplizierten deutschen Regelung reicht es für den Golf nur zur vorletzten Energieeffizienz-Klasse F.

Der nächste Kandidat, der VW Touareg, hat einen Verbrauch von zehn Litern, sein Gewicht: 2230 Kilogramm – damit ist er fast doppelt so schwer wie der Golf. Und an CO2 stößt der Touareg sogar 254 Gramm aus. Doch nach der deutschen Zauberformel ist er eine Klasse besser als der Golf, nämlich in der Energieeffizienzklasse E.

Foto-Quelle: ZDF

Ein absurder Vorschlag, der das Prinzip der ökologischen Kennzeichnung (Ziel: Transparenz und Entscheidungshilfe für Konsumenten) zweckentfremdet. Derzeit hat die EU ihren Mitgliedsländern frei gestellt, wir sie Kennzeichnung der Kraftstoffverbrauchs- und der Emissionswerte darstellen. Deutschland hat in dieser Frage offenbar industriepolitische Interessen dem eigentlichen Ziel vorangestellt: nämlich dem Klimaschutz und der Reduktion der Treibhausgase.






a night at the temp~

10 08 2008

again … a beautiful place, a relaxed crowd and a bride variety of electronic music stuff.

oh no, I´m not talking about the sonar festival in barcelona. it is the lovely temp~ festival in Greifenstein (Strombauamt – a perfect location) close to Vienna. I think it was my 4th time being there and I never had to regret. the atmosphere is quite familial although I don´t know anyone of the guys organizing it personally. And it´s good to see how things emerge based on a network of musicians, dj´s and vj´s, who are substantial part of the show.

So, I spent Saturday night at the temp~ festival, saw e.g. performances by

imperomon (a brilliant, smooth set ….for what reason ever he ended the show in acting like on a love parade …well, not my style…but people liked that even more),

Laminaydzy & Stephan Sperlich, who were maybe not that musically accessible for conventional music listeners. but stuff like that is exactly part of the concept of temp~ offering space for more experimental projects.

metrue, a kind of boy band imitation. well, the music was ok, but there is a sort of reduncance in their boyband stage acting…

Electric Indigo & Irradiation (one of the organizers), who are somehow all-time stars at the temp~ and always worth listening & watching. this time they were playing together and as a highlight of their set the following act joined them…

didi bruckmayr. his performance was so amazing. his voice offers such a broad spectrum. I watched his band projects fuckhead and wipeout for some years and no matter if he is doing pop or experimental – he has his own style. in my opinion he´s a star and if he would live in new york, I can´t imagine that he´d not become a superstar. a real performer on stage, excellent music and well his voice, wow!

sorry for the bad mobile shots, but just to get an impression of didi bruckmayr´s performance and the importance of visuals. (by schneeweisschen & rosenrot)

I think the temp~ festival is a good example that the best things in music are those emerging by people themselves. not having a clear concept (or a business plan), but a community and high identification with what you do . that offers enough drive to create such wonderful projects like the temp~festivals. as a temp~ visitor I can just say: thank you!

you can listen to the temp~ festival compilation and get more information on the temp~ records website.





Von der visionären Idee zur Realität: das Biomassekraftwerk in Wien

5 08 2008

Der Ursprung der Projektgeschichte liegt eine Weile zurück.

Es war im Jahr 2000, als erstmals in kleinen Zimmer des Klubobmanns der Grünen im Rathaus, Christoph Chorherr, die Idee eines Biomassekraftwerks für Wien angedacht wurde. Biomasse? In Wien? Für viele eine verrückte Idee. Als damaliger Mitarbeiter von Christoph Chorherr hatte ich die Gelegenheit bei der Ideenentwicklung, politischen Betreuung und dem Projektmanagement der ersten Jahre dabei zu sein.

Letzte Woche, wir schreiben das Jahr 2008, hatte ich endlich Gelegenheit, das vor zwei Jahren eröffnete Kraftwerk der Wien Energie gemeinsam mit einigen der beteiligten Experten zu besichtigen. Und wenn ich daran denke, welch skeptischen Reaktionen unsere Idee von damals zunächst erntete, können heute viele Projektbeteiligte auf die Realisierung stolz sein.

Ich will kurz beschreiben, wie es letztlich zum Projekt kam und in weitere Folge, welche Bausteine (politisch, energiewirtschaftlich, strategisch-kommunikativ) meiner Meinung nach wichtig waren, dass am Ende tatsächlich das größte Waldbiomassekraftwerk Österreichs in Betrieb gegangen ist. Viele Bedenken mussten im Verlauf der Jahre aus dem Weg geräumt werden (gibt´s so viel Holz? Hält das der Kessel aus? Ist das wirtschaftlich betreibbar? Macht das in der Stadt einen Sinn? Funktioniert das überhaupt?)

Vorweg: ohne Politik wäre es nie zu diesem Projekt gekommen. Das Biomassekraftwerk ist ein Beispiel dafür, dass Politik auch in einem komplexen, liberalisierten Bereich wie dem Energiemarkt, mit Gestaltungswillen zu tun hat. Und das es geht. Wenn man will und Bündnispartner findet.

Im Mai 2001 – nach der Gemeinderatswahl in Wien – wurde zwischen SPÖ und GRÜNEN 23 gemeinsame Projekte vereinbart. Ergebnis der Verhandlungen war eine schriftliche Projektvereinbarung, die vom Wiener Bürgermeister Häupl und dem Klubobmann der Grünen, Chorherr Chorherr, gemeinsam präsentiert wurde.

Vereinbar wurde, dass eine Machbarkeitsstudie alle Rahmenbedingungen für ein Biomasse Kraftwerk in Wien klärt: technisch, wirtschaftlich, standortbezogen. Die laufende Unsicherheit über die Rahmenbedingungen des Ökostromgesetzes machten die Planungen schwierig. Ohne die Inputs wichtiger Experten wäre es ebenfalls kaum zur Realisierung gekommen.

Der Knackpunkt in der Meinungsbildung von Stadt Wien und „Wien Energie“ war interessanter weise ganz ein anderes Erlebnis: nämlich eine Reise nach Skandinavien, zur Besichtigung von damals schon bestehenden Kraftwerken wie zb. Eskilstuna in Schweden.

Ich werde nie die langen Busfahren zwischen den Kraftwerksbesuchen vergessen, in denen die Experten ihre Eindrücke austauschten und so im Für und Wider ein echte Perspektive für das Projekt entstand. Und der Wille, wir schauen uns das ganz genau an, ob es geht.

Die Anlage hat nun eine Brennstoffwärmeleistung von 66 Megawatt. Die Wald-Biomasse wird am Hackplatz am Alberner Hafen (Bahn, Schiff, Lkw- Anschluß) der Österreichischen Bundesforste, aufbereitet. Das Kraftwerk ist für rund 600.000 Schüttraummeter ausgelegt. In geplanten Normalbetrieb bedeutet das Kraftwerk eine CO2-Vermeidung von 144.000 Tonnen. Rund 12.000 Haushalte können mit Wärme und 48.000 mit Strom versorgt werden.

Dass es dabei auch heikle Punkte gibt, wird im nächsten Beitrag dazu nicht verschwiegen…






Wahlfoschung und manchmal rätselhafte Rückschlüsse

5 08 2008

Ein Standard Artikel mit dem Titel “Besonders viele Frauen unter den Protestwählern” erregte heute meine Aufmerksamkeit. Zunächst. Denn nach dem Lesen war es eher Ärger. Und ein Anlaß über die manchmal eher rätselhaften Rückschlüsse aus der politischen Sozialforschung, oft auch Wahlforschung, nachzudenken.

In dem Artikel geht es darum, dass der Anteil der ProtestwählerI(!)nnen bei der kommenden Nationalratswahl höher sein , und generell bei 30-35 Prozent liegen dürfte. So weit, so gut. Der von mir geschätzte Fritz Plasser meint, dass dieses mal der Anteil der Frauen bei den Protestwählern höher sein dürfte als 2006.

Das mag sein – aufgrund des Titels erhoffte ich natürlich neue Forschungen und Informationen zu diesem Thema. Doch jene werden nicht erläutert. Es handelt sich lediglich um eine Mutmaßung, denn Frauen seien von der Teuerung stärker betroffen. Aha. Sorry, das reicht für einen Rückschluß, dass besonders viele Frauen unter den Protestwählern sein werden, aber nicht. Denn die klassischen Protestparteien, nehmen wir mal die FPÖ, haben seit jeher einen überproportionalen Männeranteil. (Im Gegensatz z.B. zu den Grünen, die einen höheren Frauenanteil in ihrer WählerInnenschaft haben)

Hier das Beispiel FPÖ bei den letzten Wahlen, insb. in ihrer Hochphase.

Hätte es zb. substantielle neue Erkenntnisse aus der Wahlforschung gegeben mit dem Ergebnis, mehr Frauen sind ProtestwählerInnen, hätte das durchaus Bedeutung gehabt für die Strategien der wahlwerbenden Parteien. Die Mutmaßung allein (Teuerung = Frauenthema = mehr Protestwähleri(!)nnen)  sollte jedoch hinterfragt werden.