Öko-Kennzeichnung ad absurdum

10 08 2008

Immer wieder lesenswert ist die Wiener Zeitung am Wochenende (ja, ich zahle wirklich dafür…ich bin das) , nicht nur wegen dem “Extra”, sondern es finden sich generell immer wieder interessante Artikel. Zum Beispiel dieser mit dem Titel “Wie man Spritfresser zu Energiewundern macht”.

Dabei wird auf einen spannenden Beitrag des Zdf Magazins Frontal Bezug genommen, der vorige Woche die Abgasverordnung in Deutschland beleuchtet. Es geht um die Klassifizierung und letztlich auch Kennzeichnung von Autos nach Klimaschutzkriterien. Was derzeit in Deutschland in Diskussion ist: eine Formel, bei der die Gewichtsklasse ein maßgebliches Kriterium bei der Bewertung ist. Sprich das Auto einer schweren Klasse mit hohem (aber in seiner Gewichtsklasse vergleichsweise geringerem) Treibhausgas-Ausstoß kann ggbfalls besser abschneiden als ein leichtes, emissionsarmes Auto, das aber in seiner Kategorie nicht top ist. So wird der Konsument verwirrt – und eigentlich ist er es schon. Das Zdf nimmt als Beispiel: Der VW Golf hat einen durchschnittlichen Spritverbrauch von 6,9 Liter, sein Gewicht beträgt 1150 Kilogramm, pro Kilometer bläst er 164 Gramm CO2 in die Luft. (was tatsächlich verbesserungswürdig scheint) Nach der komplizierten deutschen Regelung reicht es für den Golf nur zur vorletzten Energieeffizienz-Klasse F.

Der nächste Kandidat, der VW Touareg, hat einen Verbrauch von zehn Litern, sein Gewicht: 2230 Kilogramm – damit ist er fast doppelt so schwer wie der Golf. Und an CO2 stößt der Touareg sogar 254 Gramm aus. Doch nach der deutschen Zauberformel ist er eine Klasse besser als der Golf, nämlich in der Energieeffizienzklasse E.

Foto-Quelle: ZDF

Ein absurder Vorschlag, der das Prinzip der ökologischen Kennzeichnung (Ziel: Transparenz und Entscheidungshilfe für Konsumenten) zweckentfremdet. Derzeit hat die EU ihren Mitgliedsländern frei gestellt, wir sie Kennzeichnung der Kraftstoffverbrauchs- und der Emissionswerte darstellen. Deutschland hat in dieser Frage offenbar industriepolitische Interessen dem eigentlichen Ziel vorangestellt: nämlich dem Klimaschutz und der Reduktion der Treibhausgase.



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