Saalfeldner Symbiosen: The new art of playing drums

23 08 2008

Das zwöfte mal also in Saalfelden, das zum 29sten mal das vielleicht wichtigste Jazzfestival Österreichs beheimatet. Und jedes Jahr unverminderte Freude auf eine wunderbare Gegend und Neugier auf bekannte wie mir noch nicht so bekannte Acts aus der Vielfalt des Jazz und verwandeter Musikstile.

Obwohl programmatisch gar nicht herausgehoben, ist am ersten Tag (für mich der Freitag; für andere war´schon der Donnerstag) eines auffallend: die enorm hohe Qualität und unterschiedliche Art des Schlagzeugspiels.

Ein paar Beispiele:

Christian Fennesz & Thomas Strønen: Der Norweger Thomas Strønen ist ein gutes Beispiel für eine Generation an Schlagwerkern, die elektronische Elemente (Loops, Samples etc.) perfekt in ihr Spiel integrieren. Die electronics sind nicht das Tüpfelchen auf dem i und auch nicht spektakuläres Showelement, das extra herausragt, sondern normaler Teil des Drumming. Was bei Strønen dazu kommt: er spielt technisch hervorragend. Seine schnelle Technik insb. an der Snare beeindruckt, und während er oft mit rechts das Schlagwerk spielt, bedient die Hand links die elektronische Gerätschaft.

Die Performance von Fennesz & Strønen hätte perfekt auch als Soundtrack gepasst, etwa zu einigen Bildern von LA Crash, die mir aus welchen Gründen auch immer in den Sinn kamen. Die Symbiose aus Fennesz´ subtilem Klanggewitter und druckvollen Flächen im gar nicht improvisationsfreien gemeinsamen Spiel und Stronen´s sich teils überlagernden rhythmischen Geflechten passte exzellent zusammen. Großer Auftritt! Man kann sich auf weitere Projekte dieser Art freuen.

Dass Strønen unglaublich vielfältig spielt, war auch im Abendprogramm mit Hakon Kornstad´s Weight & Balances zu sehen. Ein völlig anderes, weitgehend arrangiertes Projekt, das ebenso rythmisch interessant durch Kornstads Sax ergänzt wurde.

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Cool auch, dass Doppeldrum Spiel von Tony Buck und Steve Heather bei Heaven and feat Alexander Hacke (die Einstürzende Neubauten Legende) . Ehrlich gesagt war insbesondere das Schlagzeugspiel beeindruckend. Hacke´s Gesang z.b bei I´m the prince priest of the beast war durchaus stimmig, wiewohl es kompositorisch durchaus Längen gab bei diesem Gig.

Große Klasse auch der oft mit Größen der Jazzavantgarde spielende Jim Black bei Raz Mesinai´s Badawi Clones and False Prophets Programm. Auch hier: fantastische Spieltechnik, die zwischen kompositorischer Zurückhaltung und aggressiv-groovigen Parts glänzt. Und weil´s oft vergessen wird: alle genannten Schlagzeuger hatten tollen Sound.


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