First things first: Fink in Berlin

19 10 2008

Was für ein Timing. Nicht nur die Last Shadow Puppets spielen ihren einzigen Deutschland Gig grad, wenn ich dort bin, sondern auch Fink is in town. Ebenso eine Seltenheit, denn es ist das erste mal, dass Fink eine Headliner Tour nach Deutschland führt. Und es ist noch dazu sein letztes Konzert heuer. Auch Fink hat´s leider nicht nach Wien verschlagen.

Fink heißt eigentlich Finian Greenall und ist über viele Jahre als DJ bekannt geworden. Mittlerweile hat er zwei Alben herausgebracht. “Distance and Time” ist ganz wunderbar. Ruhige, hervorragend geschriebene Songs irgendwo zwischen Folk, Pop, Songwriter, manchmal auch bluesig, jazzig – getragen jedenfalls von Fink´s großartiger Stimme.

Als regelmäßiger Leser von Doris Knecht bin ich erstmals über ihre Kolumne auf Fink gestoßen. Da ich ihre Zeilen aber nicht nur oft, sondern auch manchmal schnell lese, dachte ich zunächst, das wär irgendein Vorarlberger, mit dem sich Frau Knecht immer wieder zum jassen trifft (geschickt konnte ich jetzt umgehen, ob man “jasst” oder anders schreiben würde, any suggestion?). Dann dachte ich, nachdem ich “This is the thing” gehört hab, wow arg, welche coolen Songwriter mit tollem Englisch Vorarlberg hat. Bis Jutta mich auf das Gesamtwerk von Fink aufmerksam machte und ich feststellen konnte, der ist doch aus Brighton.

Auch ok, er war jedenfalls gestern in Berlin. Samt Bassist und Schlagzeuger, die nebenbei bemerkt noch hervorragende Zweitstimmen sind. Und es war unglaublich gut.

Die Location namens frannz in der Kulturbrauerei ist ebenfalls sehr fein; Sennheiser sponsorte irgendwas bei dem Event; jedenfalls ich war einer von ca 50 der insgesamt ca 200 Besucher, die kein Sennheiser Band um den Hals gewickelt hatten.

Kurzum: die Stimme von Fink ist unglaublich. Schon bei den Aufnahmen kommt das zur Geltung; live aber noch mehr. Er singt tief, weich und kann so rauh werden, dass er an manchen Stellen an den leider viel zu früh im Drogenmix verstorbenen Layne Staley erinnert, dem Sänger der Rockband Alice in Chains, die in der Grungeära der 90er Jahre klasse Alben herausgebracht hat . Klar, anderes Genre, aber stimmlich eine Assoziation des Abends.

Extrem stark die Band von Fink. Drummer Tim Thornton beherrscht das dynamische Spiel mit den Beserln perfect und bringt auch leicht triphoppige Elemente rein; Bassist Guy Whittaker spielt durchaus anspruchsvolle Linien; und Greenall selbst ist ein wirklich passabler Gitarrist. Die Band war bester Laune; das Publikum schwer begeistert. “Trouble is what you´re in” wurde extra für das Berlin Konzert ins Programm genommen und davor noch nie live gespielt.  Eine glänzende Idee. Exzellent auch die Version von Kraftwerk´s “The Model”, die grad als Vinyl Single herausgekommen ist. Die Hits wie This is the thing” waren natürlich auch dabei.

Extrem sympathisch, generell eine coole Socke und trinkfest ist der Mann auch. Immer wieder der Griff zur Rotweinflasche und unter dem Motto “first things first” kräftig einschenken. Der wunderbaren Stimme schadet´s eindeutig nicht.

Große Klasse!

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