Das Bild zum Frauentag: der Einkommensknicks ab 30

8 03 2009

Tja, nur noch wenige Stunden internationaler Frauentag. Die Zeitungen des Tages haben teils interessante Reportagen in den Blättern; die Parteien machen meist ihr jährliches Standardprogramm. Stichwort Standard: der schenkte Barbie den Kopf des Tages. Na dann.

Aus meiner Sicht stellt sich die Frage, wie es gelingen kann, den Kern frauenpolitischer Anliegen bzw. das Problembewusstsein dahinter substantiell zu schärfen.  Denn de facto hat die frauenpolitische Diskussion derzeit wenig Dynamik – im Sinne eines Gefühls, dass die Anliegen breite Teile der Gesellschaft über die bestehenden Interessenskräfte und -koalitionen heraus erreichen. In gewisser Weise bietet die Debatte more of the same.

Ich bin z.B nicht sicher, ob die Quotendiskussion tatsächlich in der Lage ist, gesellschaftliche Muster aufzubrechen. Das meine ich gar nicht inhaltlich, sondern eher diskursbezogen.

Es gibt jedoch ein Bild, genauer gesagt eine Graphik, die meines Erachtens den Kern des Problems trifft. Wie ich sie das erste mal gesehen habe, hab ich´s – glaub ich -  wirklich kapiert: DAS ist das Problem. Da MUSS man aber was tun. Die Rede ist von der Graphik, die den Knicks in den Bruttomedianeinkommen zwischen Mann und Frau nach Altersgruppen darstellt. Seit Jahren verfolge ich sie in den Daten der AK; sie änderte sich kaum. Die aktuelleste ist aus dem Jahr 2006.

bruttomedian_gender2006

Noch Fragen? Klar, den 30er Knicks kriegt man nicht ganz schnell weg; aber dass sich diese Kurven wieder einigermaßen angleichen, wäre sowas wie ein echtes Regierungsprojekt – auch in Krisenzeiten. Nicht minder bedenklich ist auch der zweite Knicks bei den 60+.

Empfehlenswert übrigens als Lekture ist der sog. Grüne Frauenbericht. Eine durchaus außergewöhnliche Datensammlung, mit Beispielen und Biographien. Gut aufbereitet und informativ, unabhängig davon, ob man die Anliegen teilt oder nicht.

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3 responses

8 03 2009
Andy

Tja, udn das, obwohl angeblich die Geburten rückläufig sind und die Frauen angeblich besser qualifiziert sind, und 60 ist sowieso kein Thema, da sind die meisten Frauen schon in Pension. Mein (möglicherweise) vorschnelles Fazit zu der Grafik: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst in Auftrag gegeben hast!

14 03 2009
doris

Ich tendiere dazu der statistik zu trauen, obwohl ich sie nicht in auftrag gegeben habe. wobei ich das gerne haette – und darueberhinaus noch einige anderen statistiken die sich diesem thema annehmen, vielmehr hallo! dem problem annehmen – loesungsorientiert. ich denke die kurven reflektieren die situation sehr gut. bedenklich dabei finde ich nur, dass die datenquelle die arbeiterkammer und der gruene frauenbericht sind…seit offensichtlich bereits einigen jahren. wird tatsaechlich etwas unternommen? gibt es bitte ein tatsaechlich so gemeintes agenda- und ACTION SETTING von seiten der “agenten” die ich fuer meine VertreterInnen halte. Nein!

8 03 2010
Eine Graphik sagt oft mehr als tausend Worte… « g u e n s b l o g

[...] 8 03 2010 Ich wiederhole heute in wesentlichen einen Beitrag, den ich schon im vergangenen Jahr zum Internationalen Frauentag gepostet habe. Die Graphik steht schlicht und ergreifend für das [...]

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