Über Widersprüche am Weg aus der Krise unserer Zeit und die Möglichkeit, mehr darüber zu erfahren…

25 11 2009

Die GRÜNEN hatten vergangenen Sonntag beim Zukunftskongress ein Experiment gestartet, das viele richtige Signale beinhaltet. Insbesondere die Öffnung der Partei Richtung InteressentInnen und den Wunsch, sich inhaltlich weiterzuentwickeln. Siehe auch ua. die Blogs von Armin SoykaJohannes Rauch, Uschi Scharzl, Gabi MoserGebi Mair, kritisch im Sudelbuch und die vielen Tweets dazu . Auch die mediale Berichterstattung war breit, wiewohl so ein Format natürlich keine leichten Kernbotschaften für die klassichen Medien bietet.

Eine kulturelle Herausforderung, da man als Partei automatisch in eine Verteidungsrolle gedrängt wird, wenn man Offenheit zulässt und damit angreifbarer wird. Man kann auch nach über 20 Jahren nicht so tun als ob so ein Prozess komplett bottom-up funktionieren könnte. Dafür ist die inhaltliche Erwartungshaltung an eine Parteispitze zu hoch. Man erwartet sich von Politikern einfach, dass sie auch ungefähr wissen, wo es lang gehen kann – auch wenn Positionen und Vorschläge veränderbar und weiterentwickelbar sind. Insofern war der Ansatz, zunächst einen Input zu liefern und dennoch die Einladung offen zu gestalten, richtig. Es mischt sich sozusagen Top-Down methodisch mit Bottom-Up. Oft geht es einfach auch nur darum, die richtigen Fragen zu stellen.

Inhaltlich interessant sind vor allem die Widersprüche, denen man sich nahezu zwangsläufig stellen muss. Etwa beim Thema Wirtschaftswachstum. Die Diskussion hat das gut gezeigt. Einerseits ist die Wachstumsphilosophie in unser Denken nahezu internalisiert worden. Es gibt fast keine realpolitische Alternative, wenn wir aktuell Arbeitslosigkeit verhindern wollen.

Andererseits wissen wir, dass Ressourcen endlich sind und unser Ökosystem die jetzige Form des Wachstums nicht verträgt. Siehe fossilen Energieverbrauch – siehe Klimawandel. In ein Modell, das eine Alternative darstellen könnte, traut sich noch kaum jemand. Dass aber systemische Faktoren unseres Wirtschaftens und Lebens diskutiert werden, ist schon mal ein wertvoller Schritt, denn der Weg aus der Krise wird nicht als “more of the same” funktionieren.

Eine nächste Gelegenheit, einer angeregten Diskussion mit renommierten Experten zu folgen und mitzudiskutieren, wird es am 1. Dezember geben, wenn Alexander Van der Bellen zum zweiten mal zu einem  Gespräch “Über den Tellerrand” einlädt. Nicht nur weil ich diese Veranstaltung mitkonzipiert habe, hier die Einladung und eine ausdrücke Empfehlung. Wer weiß, vielleicht dient gerade dieser Abend dazu, einige der Wirkungsweisen unseres Wirtschafts- und Energiesystems noch verständlicher zu machen. Das Aufeinandertreffen eines Wirtschaftsprofessors und Spitzenpolitikers mit einem Energieexperten und einem Ölmarktanalysen, der die Börsen sehr gut kennt, verspricht spannend zu werden.

Denn eines ist der Weg aus der Krise sicher nicht: einfach!

Kommt nach der Weltwirtschaftskrise wieder ein neuer Ölcrash?

Alexander Van der Bellen im Gespräch mit dem Ölmarkt-Analysten
Johannes Benigni
(JBC Energy) und Energieexperten Michael Cerveny (ÖGUT)

Datum: Dienstag, 1. Dezember 2009, 18:30 Uhr, Eintritt frei
Ort: Haus der Musik, Annagasse 4, 1010 Wien

Moderation: Ute Woltron
Im Anschluss Buffet und Getränke.

Bitte melden Sie sich unter event(at)gruene.at an.

Der Höhenflug der Rohölpreise im Jahr 2008 wurde durch die weltweite Wirtschaftskrise vorläufig gestoppt. Aber wie entwickeln sich die Energiepreise, wenn weltweit wieder das Wirtschaftswachstum greift? IEA, McKinsey und weitere renommierten Institute sagen eine massive neue Ölkrise für den Zeitpunkt voraus, ab dem sich die Weltwirtschaft wieder substantiell erholen sollte. Wie sind die Rohstoffmärkte in Zukunft einzuschätzen, insbesondere der Rohölmarkt? Sind jene primär „spekulationsanfällig“ oder ist der Peak Oil schon erreicht? Was bedeutet das Wechselspiel zwischen Energiemärkten und Wirtschaftsentwicklung für die Politik?

Die Veranstaltung ist Teil 2 einer neuen Gesprächsreihe, in der Alexander Van der Bellen mit renommierten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über wesentliche Fragen zur internationalen Entwicklung diskutiert.


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