“Dichte” – ein umweltpolitisch unterbeleuchteter Aspekt

26 02 2010

Diesen Beitrag habe ich – in leicht abgewandelter Form – ursprünglich auf der Plattform Sustainable Cities veröffenticht. Es ist sowohl in englisch wie auch auf dänisch erschienen.

Es geht um einen Begriff, der für Stadtplaner und Architekten selbstverständlich von zentraler Bedeutung ist; bei politischen Entscheidungsträgern jedoch kaum registriert wird. Es geht um Dichte und damit um Strukturen.
Vielleicht hilft die (noch lange nicht ausgestandene) Krise, sich mehr mit Dichte auseinander zu setzen. Ausgangspunkt der Überlegungen war die Wachstum im Wandel-Konferenz vor einigen Wochen in Wien. Die Wachstumsfrage ist derzeit allgegenwärtig. Sei es bei prominent besetzt Fachveranstaltungen wie jener des Lebensministeriums oder beim Zukunftskongress der GRÜNEN vergangenen November. Sehr empfehlen will ich die einzelnen Präsentationen der Wachstum im Wandel-Konferenz, die nun auch als Download zur Verfügung stehen. Es lohnt sich, sich durch die vielen Vorträge durchzuarbeiten, um zum Zentrum vieler ökonomischer und ökologischer Fragen zu kommen. Welches Wachstum ist nachhaltig?
Auf eine Folie will ich spezifisch hinweisen. Nina Eisenmenger vom Institut für Soziale Ökologie (IFF, Universität Klagenfurt) hat in einer hervorragenden Präsentation über Ressourcenverbrauch und Wirtschaftswachstum u.a. den Aspekt der Bevölkerungsdichte angesprochen.

Man sieht, dass in Staaten mit hoher Bevölkerungsdichte der Ressourcenverbrauch signifkant geringer ist als in jenen mit geringer Dichte. Und zwar nicht nur bei den fossilen Energieträgern. Das betrifft sowohl den Vergleich innerhalb der Industriestaaten wie auch innerhalb der Entwicklungsstaaten.
Natürlich ist der Vergleich zwischen Staaten nicht 1:1 auf die Spezifika einzelner Regionen übertragbar. Aber die Korrelation ist offensichtlich und nur logisch. Man denke nur an den Mobilitätsbereich und die Abhängigkeit vom Auto am Land bzw. im städtischen Umland, das teilweise über kaum bzw. keine entsprechende öffentliche Verkehrsanbindung verfügen (von der häufig fehlenden sozialen Infrastruktur ganz zu schweigen)

Insofern ist es erfreulich, wenn im Expertenpapier der Energieforschungsstrategie auf das Thema Siedlungsstrukturen hingewiesen wird.
Die steigenden Kosten für fossile Energie und verschiedenste in der Industrie verwendeten Erze und Mineralien werden weiter steigen. Die Märkte sind unter Druck. Die Antwort darauf kann nur sein, nachhaltige Siedungsstrukturen (Raumplanung) und lebenswerte Städte zu schaffen. Auch Lebensstil-Fragen hängen eng an der Frage der Strukturen. In den USA wird zB darüber diskutiert, ob die Lebenskultur des Einfamilienhauser in suburbanisierten Siedlungen.

Dass Dichte sehr wohl ein politischer Faktor sein kann, hat das <a href=”Ecodensity program“>Eco-Density Programm in Vancouver gezeigt. Dichte & die lebenswerte Stadt sind als zentraler Wert etabliert wurden und auch – durchaus konfliktär – diskutiert worden. Ein guter Weg auch den Carbon Footprint zu thematisicher, der in nordamerikanischen Städten meist deutlich über europäischen Staaten liegt. (siehe auch <a href=”here“>Vancouver Case aus SustainableCities)


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13 06 2012
Stadtplanung: Sprechen wir über Dichte! | AndreasLindinger.AT

[…] dort unter dem Motto “Fourth wave urban reform: Achieving urban densification” den für StadtplanerInnen und Architekten zentralen aber bei (umwelt-)politischen EntscheiderInnen oft n… in der […]

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