Bulb Fiction – kritisch betrachtet

21 09 2011

Kürzlich hatte ich mir “Bulb Fiction” (Regisseur Christoph Mayr) angesehen, ein “Dokumentarfilm” zur Energiesparlampe. Der Film verfolgt eine klare Intention, die letztendlich darauf hinausläuft, die Glühbirne wieder als Massenprodukt zurück zu fordern und die Energiesparlampe zu hinterfragen. Die Website untertitel etwas reißerisch mit “Die Lüge von der Energiesparlampe” Ob es ein Beitrag zu Aufklärung und Mündigkeit ist, wie auf der Website postuliert, darüber kann man diskutieren. Ich orte einige interessante, wissenswerte Informationen, sehe einige Aspekte im Film jedoch durchaus kritisch. Interessanterweise findet man derzeit kaum kritische Stellungnahmen zum Film. Hier einige Eindrücke dazu und eine differenzierte Meinung über Stärken und Schwächen von “Bulb Fiction”.
Zunächst muss man mal zum Titel gratulieren. Der ist einfach, aber ziemlich genial.

Bulb Fiction ignoriert aktuelle Entwicklungen
Der Film kritisiert massiv die EU-Effizienz-Kriterien für Haushaltslampen und den dazugehörigen Phase-Out Plan, weil jene Kriterien von herkömmlichen Glühlampen nicht erfüllt werden und sie daher Schritt für Schritt aus dem Handel verschwinden – so wie zuletzt die 60W Glühbirne, die seit 1.9.2011 nicht mehr angeboten wird. Irrtümlich wird öffentlich ja oft angenommen, dass die Glühlampe als solche verboten worden wäre. Korrekt ist jedoch, dass es strenge Effizienzkriterien gibt. (der Film selbst beschreibt das zwischendrin auch richtig) Als Alternative dazu wird im Film ausschließlich die Energiesparlampe behandelt. Jede/r, der sich jedoch mit aktuellen Beleuchtungstechnologien auseinander setzt, weiß, dass der aktuelle Trend eindeutig in Richtung LED (Leuchtdioden) geht und die Energiesparlampe noch nicht das Ende der Technologienentwicklung darstellt. Die EU-Verordnung hat bewirkt, dass seit einigen Jahren ein enormer Innovationsschub eingesetzt hat. Meine These: ohne ordnungspolitische Maßnahmen wäre es nicht dazu gekommen, weil Energieeffizienz aufgrund billiger Energie den KonsumentInnen und dem Markt leider weitgehend egal sind. (mehr dazu später)
Das einmal als Kernargument.

Interessenslagen: Verschwörungstheoretische Ansätze oder fundierte Marktanalyse
Nun, es ist keine Frage, dass die großen europäischen Konzerne im Beleuchtungssektor Einfluss auf die Entscheidung der EU-Kommission gehabt haben dürften. No na konsultieren Entscheidungsträger die Industrie, wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen geht. Dass dies manchmal zu weit gehen kann, sehen wir hierzulande immer wieder, wie kürzlich, als ein Entwurf des Umweltministeriums zum Klimaschutzgesetz sehr offensichtlich von Vertretern der Industriellenvereinigung geschrieben wurde. (siehe Presse-Artikel “Wer Österreichs Gesetze schreibt”)
Der Film vermittelt jedoch den Eindruck, dass ein Kartell existiere, das die Entscheidung ausschließlich im Eigeninteresse der marktbeherrschenden Unternehmen erwirkt hätte. Nachweise gibt es dazu nicht. Was im Film fehlt ist eine fundierte Analyse des Glühbirnen-Marktes und der Akteure im LED-Bereich. In letzt genannter kann ich anmerken, dass es eine Vielzahl kleiner innovativer Firmen (davon einige hierzuland) gibt, die interessante Lösungen entwickeln und anbieten. Ist nicht viel mehr anzunehmen, dass sich der Markt durch die EU-Richtlinie letztendlich mehr ausdifferenzieren wird? Vieles spricht dafür. Was stimmt, ist, dass die qualitativ hochwertigeren Produkte teurer sind als die alte Glühbirnen und damit natürlich mehr Umsatz bringen. Zugleich sollen sie jedoch auch länger halten und dadurch seltener erworben werden (was der Film in Sachen Energiesparlampe teilweise anzweifelt)
Interessant, aber meiner Meinung nach manipulativ aufbereitet ist die Darstellung des sog. Phöbuskartells. Hier vermischen sich historische Dokumente mit der aktuellen Sachlage. Wenn man keinen genauen Blick auf die gezeigten Dokumente wirft, wird im Film nicht deutlich erklärt, dass es sich um Papiere aus den 30er Jahren handelt. So, das ist historisch interessant, aber was hat das mit der aktuellen Debatte zur Beleuchtung zu tun?
Vermittelt wird, das Kartell könnte jetzt noch aktiv sein. Dafür gibt´s jedoch keine substantiellen Indizien. Angesichts der wüsten, verschwörungstheoretischen 09/11-Dokus der letzten Wochen, wo teils sehr platt teils sehr geschickt Machenschaften postuliert werden, ist Vorsicht im Umgang mit derartigen Kontexten geboten. Menschen sind offenbar extrem zugänglich dafür.

Efficiency matters
In der PR-Arbeit rund um Bulb Fiction wird vermittelt, dass die EU nachgerade ausschließlich durch das Phase-Out ineffizienter Glühbirnen das Klima retten wollte. Tatsächlich war die Intention die einfach erzielbare Energieeinsparung im Haushaltsbereich und damit ein Beitrag zum Klimaschutz. Das betrifft jedoch eine Menge anderer Produktgruppen auch. Wer sich auch nur ansatzweise mit Klimaschutz auseinander setzt, weiß, dass die Reduktion der Treibhausgase nur durch eine Vielzahl an – unterschiedliche Sektoren betreffende – Maßnahmen erreicht werden kann. (oder durch eine deutlich Erhöhung der Energiepreise)
Der diesbezügliche Populismus im Film ist mir etwas zu billig, denn mit dieser Art der Kommunikationslinie kann ich jedes ansatzweise komplexe Problem auf dieser Welt aufmachen. Ja, unsere Welt ist komplex und daher wird auch die Lösung dessen nicht einfach. Dass die Energiesparlampe jedoch signikante Einsparungen beim Stromverbrauch erzielt (im Normalfall rund 80% im Vergleich zur Glühlampe), ist unbestritten. Dass bei den Energiesparlampen jedoch auch qualitativ schlechte Produkte auf den Markt geworfen wurden, ist sicher auch richtig, aber ja nicht der Kernpunkt im Film.
Bei aller Affinität zur Glühbirne: sie ist ein schlicht extrem energieineffizientes Produkt! Und beim allem Verständnis für die Befürworter des reinen Marktliberalismus, sorry to say: wir leben in einer Welt, wo es eben nicht nur darum geht, für sich selbst verantwortlich zu sein, sondern wo die Art, wie wir Energie verbrauchen eben auch Auswirkungen auf alle hat. Deshalb werden u.a. Treibstoffe effizienter gemacht, Gebäude sollen weniger Energie verbrauchen und eben auch unsere Haushaltsprodukte weniger Energie verschwenden. Vom notwendigen verhaltensbezogenem Systemwandel in Sachen Energieverbrauch ganz zu schweigen. Es ist legitim zu sagen, dass man die Gewichtung zwischen den einzelnen Sektoren oder Produktgruppen nicht angemessen findet. Aber das wird im Film nicht getan, denn wie wir Energie einsparen ist den Machern von Bulb Fiction offenbar ziemlich egal. Das ist wie gesagt legitim, aber meiner Meinung nach eben falsch.

Der Umgang mit Umweltgiften & die Schwäche bei Kontrolle bzw. Entsorgung
Hier macht Blub Fiction einen wichtigen Punkt, indem er den unsachlichen Umgang mit Umweltgiften wie Quecksilber thematisiert. Es mangelt an Kontrollen und beim Recyceln sind die Zustände offenbar auch unbefriedigend. Das betrifft sehr viele Bereiche und Stoffe und ist wahrlich kein Energiesparlampen-Spezifikum.
Blub Fiction konzentriert sich jedoch ausschließlich auf das Quecksilber-Problem in der Energiesparlampe und ignoriert – abgesehen von einem zu Wort kommenden Umweltmediziner – die Probleme, die sich in vielen anderen Substanzen und Produkten befinden. (man denke nur an Batterien und Elektrogeräte aller Art) Die Quecksilber-Diskussion ist übrigens nicht neu. Ich erinnere nur an die jahrelangen Amalgam-Debatten bei Zahnfüllungen oder – wie wir es noch als Kinder gelernt haben – den Umgang mit quecksilberhaltigen Fieberthermometern, die auch das eine oder andere mal in Haushalten kaputt gegangen sind. Nur zum Vergleich: Bei Untersuchungen der Stiftung Warentest wird angegeben, dass in einer Energiesparlampe meist etwa zwei Milligramm Quecksilber enthalten sind. (meist sollten es noch weniger sein) Fünf Milligramm soll das Maximum laut EU-Verordnung sein. Das (mitterweile in der EU verbotene) Quecksilber-Fieberthermometer enthielt 1 Gramm Quecksilber, also das 500fache einer durchschnittlichen Energiesparlampe.
Dennoch ist natürlich Vorsicht geboten, insbesondere wenn die Energiesparlampe zerbricht während sie brennt. Tatsächlich bin ich auch der Meinung, dass man im Bereich Entsorgungsangebote und Informationsmaßnahmen deutlich besser agieren könnte. Immer noch landen laut GLOBAL 2000 80 Prozent der Energiesparlampen im Restmüll.

Schwache EU-Performance
Stichwort Informationspolitik. Wie sich die EU-Kommission im Film präsentiert, ist auch nicht gerade ruhmbekleckernd. Es gibt eine Szene, in der die Pressesprecherin der EU-Kommission (anstelle der angefragten EU-Kommissare) auf Fragen antwortet, und dabei immer wieder den Fachexperten konsultiert, der nicht im Bild ist bzw. – wie erläutert wird – sein darf. So wird nicht gerade Vertrauen bei BürgerInnen geschaffen. Dass es offenbar keine Klarheit bei der Aufnahme gegeben hat, wann man on -und wann offrecords sei, ist aber auch ein kleines Foul von Mayr. Üblich und fair ist, wenn man das mit dem Interviewpartner klärt. Aber das nur am Rande.
Generell ist der Auswahl der Akteure recht einseitig. Das ist natürlich legitim, wenn es der Intention des Filmes entspricht. FDP-Abgeordnete Holger Krahmer, der BWL-Professor und Hedgefonds-Manager Max Otte oder die beiden Vertreter der Lichtdesigner-Vereinigung, die sehr viel Platz im Film erhalten, kontextualisieren den Inhalt natürlich entsprechend ihrer Agenda. Dass die Umweltseite nicht besonders gut aussteigt, wird geschickt dargestellt. Unverständlich eigentlich, denn die Umweltorganisationen beziehen sehr konkret Position sowohl zum Energiesparen wie auch zur Quecksilberbelastung.
Der Kernvorwurf der Filmemacher ist, dass die Öffentlichkeit bzw. Politik in Sachen Energiesparlampen manipuliert wurde, um die EU-Verordnung durchzusetzen. Konkret ist von “Propaganda” die Rede. Streng genommen arbeitet der Film selbst jedoch ebenso recht einseitig und wirkt in meiner Wahrnehmung potentiell manipulativ. Tatsächlich muss man mündiger, gut informierter Bürger sein, um aus den unterschiedlichen Quellen nützliche Informationen zu beziehen.

Wie gesagt, unsere Gesellschaft ist in Zeiten einer tiefen Vertrauenskrise in öffentliche Informationen und Institutionen, sehr zugänglich für die Darstellung von “Machenschaften” und Verschwörungen aller Art. Nahezu JEDER Inhalt – auch aus dem ökologischen Bereich – ist in irgendeiner Weise angreifbar. Für nahezu jedes Gutachten ist ein Gegengutachten heranziehbar. Unser Ziel als Gesellschaft muss jedoch sein, dass sachliche Entscheidungen im öffentlichen Interesse eben keine Glaubensfrage darstellen. Und öffentliches Interesse ist unter anderem die Reduktion des Energieverbrauchs wie auch der substantielle Beitag zum Klimaschutz. (und ja, natürlich auch der Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen) Ohne ordnungspolitische Maßnahmen wird das nicht gehen.
Es ist schade, dass es bei Bulb Fiction nicht wirklich gelungen ist, sich von Glaubensfragen zu entkoppeln, sondern der Dokumentarfilm letztendlich eine Bewegung für die Wiedereinführung eines (eben leider ineffizienten) Produkts darstellen will. Wo der Film wie gesagt richtig ansetzt ist bei der Schwächeanalyse und Bewusstseinsbildung für Auflagen bei der Verwendung von Quecksilber und bei der Entsorgung. Nicht bewerten kann ich die diversen lichttechnischen Aspekte ehrlich gesagt.

In einem Folgepost widme ich mich demnächst – anlässlich von Bulb Fiction – der Regulierung komplexer Materien. Ein schwieriges Thema, zugebenermaßen.

Abschlußanmerkung “in Zeiten wie diesen”: Im Sinne der Transparenz verweise ich darauf, dass ich in keinerlei geschäftlichem- oder Auftragsverhältnis zur Leuchtmittel-Industrie stehe.

Lesenswert ist übrigens dieser Praxistest von Roland Giersig, der seinen Haushalt soeben auf LED umstellt.


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67 responses

21 09 2011
Nadja Shah

Hmm, ich kann die Kritik nicht nachvollziehen – wer es schafft, sich der EU Gehirnwäsche zu entziehen und nur ein bisschen selbst nachdenkt, kann eigentlich ziemlich eindeutig sehen, dass bei der Glühlampenentscheidung vieles eine Rolle gespielt hat – sicherlich aber nicht die Energieeffizienz.

Und wer der Ansicht ist, die Verbraucher müssen zum Energiesparen gezwungen werden, der kann dies ganz einfach über den Energiepreis regulieren, der viel zu niedrig ist, wenn man sich all die Folgekosten ansieht.

und was in obiger Kritik untergeht sind die gesundheitlichen Aspekte des Lichts der drei zur Debatte stehenden Lampenarten: Weder LED noch Quecksilberlampen kommen an die Glühbirne heran, was deren Effekte auf die menschlichen Lichtbedürfnisse betrifft – das ist ein – für mich fast allein ausschlaggebendes – Faktum.

Und was die Glaubensfrage betrifft – wo ist der Nachweis, dass durch die Umstellung Energie eingespart wird – wer hat die Lebenszykluskosten inklusive Erzeugung und Produktion analysiert und dargestellt – Energiesparlampen stehen für mich ungefähr auf der gleichen Lösungstufe wie die thermischen Sanierung von Gebäuden mit unserem zukünftigen Plastikmüll – auch hier wird mit Momentaufnahmen gearbeitet und nicht ganzheitlich.

Wer die Energiefrage stellt, sollte insbesondere eine Lebenstilfrage stellen – denn die ist unser eigentliches Problem – Eine Gesellschaft, die auf konsumieren und damit wegwerfen ausgerichtet ist, die kann nur irgendwann kollabieren, egal was sie da oder dort einspart.

Und letztlich steht der Umgang mit der Glühbirne für das unehrliche Verhältnis von EU zu Industrie und Umwelt. Letzteres dient letztlich immer nur als Vorwand, um Geld zu verdienen. Es geht nie wirklich um echte Kreislaufwirtschaft.
Mir hat der Film daher gut gefallen – und ich gehöre zu denen, die daran glauben, dass man eine Glühbirne ganz einfach effizienter machen kann und daher der sogenannte Innovationsschub der oben angedeutet wird mit dem mir sympathischen Produkt Glühbirne genauso möglich gewesen wäre – aber wahrscheinlich nicht ganz so lukrativ.

19 01 2012
tronzi

Ich komme grade aus dem Kino und bin jetzt ziemlich geschockt. Ich gebe dir bei deinem Kommentar übrigens in allen Punkten recht ^^. Aber eines beschäftigt mich. Im Film wird unter Anderem die Umweltbelastung und die (sehr) hapernde Entsorgubg der Energielampen thematisiert. Ist es da nicht schlimm, dass ich noch NIE davon gehört habe wie oder wo man Energiesparlampen entsorgt?
P.S.: Es war die 2. Vorführung in Deutschland, würde mich sehr freuen wenn “Bulb Fiction” noch dieses Jahr in deutschen Kinos zu sehen wäre.

25 10 2012
hans@mailinator.com

Hallo Nadja.

EU-Gehirnwäsche finde ich etwas übertrieben. Natürlich gibt es Misstände in der EU, und natürlich werden Entscheidungen oft auf Grund bestimmter Interesse getroffen, aber deswegen ist es nicht notwendig gleich ein Verschwörung zu orten.

Die Anhebung des Energiepreises wäre sicher eine ebenfalls sinnvolle alternative. Allerdings ist es politisch absolut unrealistisch so etwas durchzusetzen, noch dazu EU-weit.

Für den “gesundheitlichen Aspekt des Lichts” wären Angaben von (seriösen) Quellen interessant. Nachdem die Evolution der Menschen aber schon Millionen von Jahren vor der Erfindung der Glühbirne gelebt hat halte ich es für sehr unrealistisch, dass Glühbirnenlicht in irgendeiner Form wichtig für die Gesundheit wäre. Das weißer Spektrum der meisten Energiespar- und LED-Lampen kommt übrigens dem Spektrum des Sonnenlichts wesentlich näher als das gelblichere Glühbirnenlicht.

Die Energiebilanz der Energiesparlampen ist sogar besser als die der Glühlampen, siehe z.b. http://www.lightcycle.de/verbraucher/infomaterialien/infotexte/in-zahlen-energiesparlampen-und-ihr-beitrag-zum-klimaschutz.html
Nur ein sehr kleiner Teil der Energie, die die Lampe in ihrem Leben verbraucht, wird für die Produktion benötigt. Auch Glühlampen kosten Energie bei der Produktion, bei einem achtel der Lebensdauer muss diese Energie natürlich mit 8 multipliziert werden um einen Vergleichswert zu bekommen.

Was die thermische Sanierung von Gebäuden betrifft: hier werden vollkommen unterschiedliche Themen vermischt. Plastik- und Schadstoffmüll ist sicher ein Problem, aber der CO2-Ausstoß ist sicherlich das größte Umweltproblem, das wir momentan haben. Aus dem gleichen Grund finde ich es auch falsch, die Schadstoffe der Energiesparlampe gegen die CO2-Einsparungen aufzuwiegen. Das sind einfach Probleme von vollkommen unterschiedlicher Größenordung. Übrigens entsteht auch bei der Stromproduktion Quecksilber, das durch effizientere Leuchtmittel reduziert werden kann.

Das Argument vom Lebensstil finde ich aber geradezu absurd. Ich glaube die allermeisten Menschen würden nicht gerne im Winter in einer nur auf 10° geheizten Wohnung sitzen, um den “zukünftigen Plastikmüll” zu sparen. Und die Erfahrung zeigt auch, dass die Leute keine 20-Watt Glühlampen kaufen um Energie zu sparen. Durch Energiespar- und LED-Lampen ist es jetzt aber möglich, die Lebensqualität auf gleichem Level zu halten, und den Energiebedarf und CO2-Ausstoß trotzdem zu reduzieren. Und das ist auch der einzige Weg, auf dem man Umweltschutzmaßnahmen politisch umsetzen kann. Leider braucht es dafür Gesetze, weil sonst der Großteil der Menschen nie bereit wäre auch nur den kleinsten Einschnitt in seine Gewohnheiten in kauf zu nehmen (man sieht es sehr gut an der Heftigkeit, mit der das Glühbirnenverbot kritisiert wird, nur weil das Licht der Energiesparlampen etwas bläulicher ist).

Zur Verschränkung von EU und Wirtschaft ist zu sagen, dass die Unternehmen natürlich kein Interesse daran haben, dass ein Produkt dass sie verkaufen verboten wird. Die Produktionsanlagen und das gesammelte Know-How werden damit Wertlos, und am neuen Markt der LED-Lampen können sich kleine Unternehmen viel besser behaupten als auf dem alten Glühbirnenmarkt, auf dem es einige wenige Großkonzerne gibt, die auf Grund ihrer Erfahrung und Strukturen Preis- und Qualitätsmäßig von Upcomern unmöglich überboten werden können. Mir ist also schleierhaft, welches Interesse die Konzerne gehabt haben sollen dieses Gesetz durchzusetzen.
Und der Innovationsschub wäre und war mit der Glühbirne eben nicht möglich, sonst wäre er ja passiert.

Letztlich geht es in der Disskussion doch einzig darum, dass das Licht und die Einschaltverzögerung der Energiesparlampen vielen sauer aufstößt, und sie deswegen lieber weiterhin Glühbirnen verwenden würden. Und dann werden Argumente gesucht, die angeblich dem Umweltschutzgedanken dienen. Dieser Film unterstützt das leider. Aber ich habe die Vermutung, dass die Motivation für diesen Film ebenfalls die Lichtfarbe war. Denn wenn es wirklich um die Entsorgung von Schadstoffen ging, könnte man auch z.B. einen Film drehen der fordert NiCD- und NiMH-Accus abzuschaffen und durch umweltfreundlichere Li-Ionen-Accus zu ersetzen.

Ist ja auch nicht weiters schlimm, viele Leute stellen ihren Komfort über den Umweltschutz, auch ich könnte sicher mehr für dafür tun. Aber man sollte wenigstens so ehrlich sein und seine Motivation zugeben. Und wenn ein Gesetz erlassen wird, dass die Leute zwingt tonnenweise CO2-Ausstoß zu sparen, ist das sicher einer der seltenen Augenblicke, in denen man mit einer politischen Entscheidung zufrieden sein kann, weil sie in die richtige Richtung geht.

27 10 2012
Glühbirnensammler

Hallo Hans,
Auch wenn es manchen (Eingenordeten) nicht gefällt, Nadja hat völlig recht.

Warum?
Vor dem Hintegrund des Energiesparens ist es völlig unverständlich, weshalb der Bürger dazu genötigt wird, auf Glühlamoen zu verzichten, sich aber weiterhin im Autoladen für 10-Liter-Panzer entscheiden darf.

Warum werden Glühlampen verboten?
Weil des den Konzernen nützt.

Warum werden Straßenpanzer NICHT verboten, sondern über die Dinstwagensubventionen sogar nach wie vor gefördert?
Richtig, weil auch DIES den Konzernen nützt.

Wer jetzt noch an das Märchen der ehernen Lauterkeit der Politik glaubt, für den kommt der Weihnachtsmann heuer früher als sonst – oder er fällt ganz aus, denn um das zu glauben muß man ganz schön einfältig sein.

22 09 2011
Michael Horak (@fatmike182)

Langsam mache ich mir um die österreichische Doku-Szene Sorgen. Let’s make money, We feed the world, Plastic Planet… da ging man mit gewissem journalistischen Interesse an die Sache & betrieb notwendige Recherche. Bulb Fiction scheint ein weiterer Vertreter dieser Zunft sein, der versucht ein ideologisches Interesse mit einem Film zu untermauern.
Danke für die Analyse, bin auf den Folgepost gespannt!

@ Nadja Shah
“sich der EU Gehirnwäsche zu entziehen und nur ein bisschen selbst nachdenkt” ist zwar ein netter Strohmann & wenn man den anzündet hat man auch sicher lange Licht, aber wo ist das Argument das sich gegen die sachliche Kritik richtet?

ad Faktum Gesundheit
Wo finde ich die Studie auf die Sie sich berufen bzgl Gesundheit; oder sagt man das jetzt einfach so?
Mit LEDs kann ganz einfach das gleiche Spektrum erreicht werden, das eine Glühbirne hat, sogar effizienter ohne Energieverschwendung durch Abwärme (siehe verlinkter Test von Roland Giersig). Ihr “sympathisches Produkt” Glühbirne krankt eben genau an dieser Stelle.

25 09 2011
Nadja Shah

* internetaffine Leute wie Sie sicherlicher einer sind, brauchen nur googlen (zB Licht + Gesundheit oder Lichtbiologie oder LED und Gesundheit etc) und schon gibt es eine Menge zum Nachlesen…

* so sieht der Aufbau einer Energiesparlampe aus: http://www.stromonline.ch/energiesparlampe.html … ein Bild sagt mehr als tausend Worte (zumindest wenn man seinen Mind dafür noch öffnen kann :-)) – hilft, sich auch zu vergegenwärtigen was hergestellt und was entsorgt werden muss.

*LEDs kenne ich in der Praxis bislang nur aus Taschenlampen oder bei punktuellen Lichtquellen – nicht wirklich als Raumbeleuchtungsmittel – was ich bislang dazu gesehen habe, läßt mich jetzt nicht wirklich zum LEDs Fan werden – siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtdiode oder http://www.apotheken.de/news/article/gesunde-led-lampen-nur-ein-mythos/ – aber vielleicht ändert sich das noch – allerdings € 37,- für eine 40 Watt Lampe ist nicht ohne, wird sich jemand mit einem Einkommen von um die 1000,- nicht so einfach leisten (können).

*Energiesparende Lichtsysteme sind meines Erachtens in 1. Linie dort einzusetzen, wo dauernd das Licht brennt – da wäre zB die gesamte Straßenbeleuchtung, Krankenhäuser, öffentliche Gebäude etc. da kann man auch wirklich Energie einsparen.

* im Privatbereich hingegen zählt meine Gesundheit und mein Wohlbefinden – und da überzeugen mich die neuen Systeme nicht – und da sie anscheinend nicht nur bei mir schlecht angekommen sind, hat es einer unschönen Zwangshandlung bedurft, um die Glühlampen aus den Wohnungen rauszubekommen – und immer wenn etwas mit Druck gemacht wird, wo viel Geld im Spiel ist, hilft die kleine Frage “cui bono” – und da es die Umwelt eigentlich eher wenig nützt (siehe Erzeugungsaufwand und Entsorgung http://www.led-beleuchtungstechnik.com/info/Hinweise-zur-Entsorgung-von-Altlampen.html) – hat auch mit der System des Emissionshandels zu tun – bleiben dann wohl nur noch die Erzeuger und Verkäufer übrig.
insoferne erlaube ich mir meine Sympathien :-)))

28 09 2011
Michael Horak (@fatmike182)

@ Nadja Shah
zunächst ein Faktum behaupten & dann muss ich mir diese angebliche Tatsache selbst ergooglen? Ich zweifle mal sehr heftig an der Vertrauenswürdigkeit der Behauptung.
Mit einem Link zu sinnvollen Studien kann man mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

So nett der LInk zum Apothekenblatt ist, aber darin sind auch keine sachlichen Bedenken geäußert.

26 06 2012
Librarian

Nadja Shah hat offenbar Martin Bäkers kleines Troll-Handbuch gelesen. Daran erinnern mich ihre Beiträge jedenfalls frappant.

26 06 2012
30 10 2011
Emsbuerener Kaeseblatt

Hi, dein Blog gefällt mir, sind sehr interessante Themen dabei. Ich habe auch einen über eine kleine und schöne Stadt in Deutschland mit Informationen und Veranstaltungen rund um Emsbüren, Gleesen, Bramsche Helschen, Hesselte, Lohne, Sommeringen, Messingen, bis Lingen und Geeste und anderen Orten im Emsland.

21 11 2011
gunnar

“Kritisch betrachtet”…. unter’m Strich soll es angeblich um Klimaschutz gehen^^

Selbst den Spruch MUSS man kritisch hinterfragen, denn:

1. Wer sagt, wievel Gesetze muss man Erfinden, um das Klima
zu ändern?

2. Wieviel Gesetze brauchen wir, um die Naturgesätzmäßigkeiten des Weltklimas zu verstehen?

3. Hat es den Klimawandel schon immer gegeben, von Warm-zu Kaltzeiten und zurück.

4. Kann der Mensch es wirklich beeinflussen, ob wir nun schneller einer Warm -oder Kaltzeitperiode zusteuern, oder dieses mit politischen Gesätzen beliebig oft und schnell umkehren?

5. Wieviel politische Gesetze benötigen wir also, um überall auf der Welt gemäßigte 20 Grad mit genug sauberen Trinkwasser auf der Erde zu erhalten?

Mehr zu Klimafragen; Google nach Wolfgang Flamme befragen …

30 01 2012
CuriosGuy

In dieser Kritik wird nicht einmal ein einziger Link zur Untermauerung jener Kritik benutzt. Und wer sagt, das die Studie richtig oder falsch ist? Wir wissen nicht ob wir belogen werden oder nicht. Aber wenn man im Unwissendem steht und uns Informationen verweigert werden, dann glaubt man schon eher das da etwas hinter dem Vorhang ist. Soviel dazu.

14 02 2012
Alfred

In einzelnen punkten mag der film vielleicht nicht 100% recht haben, das ist wohl bei den meisten dokus so.
Dass es aber den konzernen (und ihren lobbyisten bzw. politischen handlangern in der EU) NUR um den profit ging, bemerken alle, die eine energiesparlampe – mit versprochenen 7-10 jahren lebensdauer – nach knapp mehr als einem jahr ins geschäft zurückbringen, weil sie kaputt ist. Vor inkrafttreten der EU-regelung bekam man ohne umstände ein solches stück aus garantiegründen ersetzt (kostenlos natürlich); jetzt, da es keine glühbirnen mehr zu kaufen gibt, hat man glück, wenn der einzelhändler kulanzhalber vom preis der neuen ESL was nachlässt – die konzerne selbst lehnen nämlich die garantieregelung ab. Sie haben ja erreicht, was sie wollten, und “dürfen” leider für das teure produkt keine billige alternative mehr anbieten.

1 05 2012
Andre Erdna

Mal sone Frage…alle reden davon das die alten Birnen energieverschwender sind…..Aber wenn unsere Energie eh von Wind Wasser oder Gezeiten kommt ist diese ja eh gratis und es wäre egal wieviel man verbraucht??!!Also was soll die kacke??’Mein Nokia lad ich einmal die Woche …Ein I phone muss jeden Tag geladen werden also was soll der schwachsinn von wegen Energie sparen???Heuchlerei ey

3 05 2012
Burli03

Wenn man sich den Film nüchtern betrachtet, dann stellt sich die Frage, wieso leben wir noch??
Wir müßten doch schon längst alle hirnlos umher irren und sich kollektiv wie die Lemminge von Klippen, Bergen oder Hochhäusern stürzen.
Kann mir jemand definitiv mitteilen, wie hoch derzeit die Zahl der Verkehrs-toten weltweit ist und wieviele Tote es sind, die durch diese dämonischen Leuchtmittel verursacht wurden??.

Sieben Milliarden Menschen heute und in ca. 25 Jahren über 10 Mrd. der Bevölkerung benötigen Energien und Ressourcen, die nicht mehr so einfach vorhanden sein werden.
Doch das damit verbundene größte Problem ist der Mist oder auch Müll genannt, der von jedem Einzelnen verursacht wird. Daran wird sich die Bevölkerung ersticken und nicht an dem Schwachsinn, daß Energie-spar-lampen uns vergiften.
Die Weltbevölkerung muß sich endlich wieder gesund schrumpfen.

Unsere größte Energiequelle ist die Sonne, die es gilt anzuzapfen. Doch, damit ist dann nichtsmehr zu verdienen, so wie es in einem Scheibenwischer-Bericht aus den Achtziger Jahren gesendet wurde.
Die herrschenden Stromfürstentümer gehen dadurch leer aus.

Oder schaut Euch doch die Weltmeere an, in die verbrecherische Nationen unverantwortlich ihren hochgiftigen ATOMMÜLL und andere tödliche Gifte einfach so entsorgen.
Als Geschenk an die nächsten Generationen, wenn die Fässer sich langsam aber sicher auflösen und die Meere samt Inhalt hochgradig vergiftet sind.

7 05 2012
DiMaDi

Als Kameramann bin ich extrem empfindlich was Licht angeht. Und da sind Energiesparlampen KÖRPERVERLETZUNG. Das gleiche trifft übrigens auch auf LEDs zu. Das menschliche Auge ist ein linear verteiltes Spektrum von Infrarot bis Ultraviolett gewöhnt, Röhren und LEDs erzeugen drei einzelne Spiekes – rot, grün und blau – die dann zusammengesetz eine ART weiss ergeben. Grässlich. Und wirklich gesundheitsschädigend.
Auch ist das Auge eine in der Helligkeit lineare Beleuchtung gewöhnt, nicht dieses unerträgliche Geflacker. Man sagt ja, dass der Auge ab 25 Bilder pro Sekunde keine Einzelbilder mehr erkennen kann, also ein Flackern über 25 Hz nicht auffällt. Genau so wenig kann ein Mensch einen Ton von 21 kHz wie bei einer Hundepfeiffe hören. Wenn man den nur laut genug vorgelegt bekommt erzeugt der dann auch mächtige Kopfschmerzen…
Übrigens, das mit den 25 Bilder pro Sekunde gilt auch nur, wenn die Bilder auch einer 25stel Sekunde stehen bleiben. 25 Blitze pro Sekunde mit einer 1000stel Sekunde Leuchtdauer erzeugen auch ein MORDS Flackern. SICHTBAR.

8 05 2012
andré

@ DiMaDi

Kameramann, soso. Dann solltest du aber wissen, dass das menschliche Auge sogar 75 bis 100 Bilder die Sekunde wahrnehmen kann. ESLs haben nun deswegen ein elektronisches Vorschaltgerät eingebaut, welches das Leuchtmittel 50.000 mal die Sekunde zündet. Das verwendete Leuchtmittel reagiert zudem sehr träge, Lichtblitze entstehen da nicht. Das und die Trägheit des Auges, zudem, dass das Auge 50.000 Lichtblitze nicht mehr auflösen kann, sorgen dafür, dass ESL eben nicht flackernd wirken. Auf Wikipedia z.B. gibt es einen klärenden Beitrag dazu.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kompaktleuchtstofflampe

Und an zig anderen Stellen. Wie man im Jahr 2012 noch auf dem angeblichen Flackern rum reiten kann, ist mit absolut schleierhaft.

Mit den Spikes habe ich erst gar nicht verstanden. Eine Art weiß? WTF?

——-

Ansonsten eine schöne Stellungnahme seitens guensberg.wordpress zu Bulb Fiction. Danke.

12 05 2012
Philips

Was ist an den Spikes so schwer zu verstehen? Du selbst verweist auf den Wikipedia Artikel, wo das kontinuierliches Spektrum einer 60-W-Glühlampe mit dem diskontinuierliches Linienspektrum einer äquivalenten 11-W-Kompaktleuchtstofflampe verglichen wird…

1 06 2012
Simon

Gegenfrage: Noch nie KinoFlos beim Dreh verwendet. Die haben ein gutes EVG und ich kann mich da nicht an irgendwelche Probleme erinnern…
Außerdem sind diese Spikes nur bedingt problematisch. Es gibt Leuchtstoffröhren mit einem CRI von 97, was fast dem Glühlampenlicht mir CRI 100 entspricht. Da gibt es dann auch keine Spikes mehr.

7 05 2013
Dirk

Linear? Willst du damit sagen, dass du gruen nicht bevorzugst ;)?

Zu den Spikes: Er meint damit die Leuchtbaender im Spectrum.
Mehrere davon koennen tatsaechlich weisses Licht ergeben. Das heisst aber nicht, dass alle Farben gleich reflektiert werden. Daher kann sich dann ein voellig anderer Eindruck von einer gewohnten Umgebung ergeben.

Der Grossteil unserer Umgebung reflektiert Licht in unterschiedlichen Bandbreiten (daher unterschiedliche Farben). Unter Umstaenden kann es dazu kommen, dass z.B. das Reflektionspektrum einer Oberflaeche im Gelb deutlich neben dem gelben Emmissions-Farbband der ESL liegt. Das kann dann den Farbeindruck erheblich stoeren. Setzt aber voraus, dass wir wissen wie es aussehen sollte.

Ueber generelle physiologische/psychologische Effekte von schmalbandigem Licht herrscht meines Wissens nach noch erhebliche Unsicherheit.

8 05 2012
guensberg

Danke für die vielen, teils sehr anregenden und interessierten Kommentare. Da ich nicht den Anspruch habe, mit meinem Blogpostings vollendete Meinung darzustellen, sondern dies immer als Teil eines Diskurses sehe, freue ich mich über inhaltliche Verweise und Statements.
Das ist ja der Sinn der Bloggerei. Meinung teilen und Feedback erhalten.
Dass ich in einigen Foren wegen der Veröffentlichung meiner Meinung und EIndrücke beschimpft werde, nehme ich zur Kenntnis. Die inhaltlichen gehaltvollen Rückmeldungen (auch kritisch mir gegenüber) sind mir aber deutlich wichtiger.

16 05 2012
Peace

>Mit LEDs kann ganz einfach das gleiche Spektrum erreicht werden, das >eine Glühbirne hat,

Das ist schlicht und einfach falsch!
LEDs strahlen Prinzip bedingt immer nur in gewissen Wellenbereichen.

> ESLs haben nun deswegen ein elektronisches Vorschaltgerät eingebaut, >welches das Leuchtmittel 50.000 mal die Sekunde zündet. Das verwendete >Leuchtmittel reagiert zudem sehr träge, Lichtblitze entstehen da nicht.

Das geht leider am Thema vorbei.
Man kann, wie auch im Film gezeigt, sehr leicht das flimmern zeigen. Schliesse einfach eine Photodiode an ein Oszilloskop an, und Dann kannst Du sehen, wie deine ESL flimmert.
Die Frage ist nicht, ob Sie flimmern und ob das für den Menschen direkt sichtbar ist, sondern ob das eventuell schädlich ist.

Das grösste Argument gegen ESLs ist für mich ganz klar das Quecksilber. Es ist hier wirklich erschreckend zu sehen, wie das viele Quecksilber (über die gesamte produzierte Lampenmenge) schliesslich zu grossen Teilen weit in der Umwelt verbreitet wird…
Es ist für mich unverständlich, weil es auch andere Technologien geben würde (und damit meine ich nicht einmal unbedingt LEDs), welche keine solchen schädlichen Stoffe benötigen.

Das zweite Argument gegen ESLs ist für mich wiederum ganz klar die EM-Belastung. Es ist schon seltsam, wie für Geräte am Arbeitsplatz viel strengere Regelungen herrschen , als Zuhause…

Das Argument mit der Lebensdauer ist sowieso ein Witz, weil es eh möglich wäre selbst Glühbrinen mit viel längeren Lebensdauern zu bauen.

17 05 2012
Dr. Rüdiger Paschotta

Ich stimme der Analyse des interessanten Blog-Beitrags zu, möchte aber noch ergänzen, dass sich der Film “Bulb Fiction” konsequent extrem fragwürdigen “Experten” oft gar aus dem Esoterik-Bereich bedient, ohne freilich dies kenntlich zu machen. In meinem Online-Artikel “Bulb Fiction: ein Propagandafilm gegen die Energiesparlampe” (am Rande des RP-Energie-Lexikons) habe ich detailliert gezeigt, wie diese “Experten” krasse Fehler begehen, absolut schräge Vergleiche anstellen, und wie der Film völlig haltlose, böse Unterstellungen verbreitet. Auch wenn mir diese Analyse erst mal eine Ladung primitiver Schmähkritik einträgt von Leuten, die offenbar durch keinerlei Fakten und Argumente zum Zweifeln an vorgefassten Meinungen gebracht werden können, halte ich ein entschiedenes Eintreten gegen solche üble, gesellschaftsschädliche Propaganda für dringend geboten.

17 05 2012
guensberg

Danke für die Info. Ist das der richtige Link?
http://www.energie-lexikon.info/bulb_fiction.html

Mir wurde auch kürzlich berichtet, dass einige Akteure und Experten, die interviewt wurden und andere Position einnehmen als sie der Film trägt, dann eben gar nicht berücksichtigt wurden. Was ebenso legitim ist, aber das geringe Erkenntnisinteresse offenbart.

21 05 2012
Dr. Rüdiger Paschotta

Der Link stimmt. Der Artikel wird übrigens noch gelegentlich erweitert, wenn neue Aspekte auftauchen. Man findet dort auch noch einen zweiten Artikel, der die Quecksilber-Problematik noch detaillierter bespricht.

Es sieht so aus, als hätte man sich als Vertreter einer Gegenposition erst durch Stammeln oder ähnliche Ungeschicklichkeiten qualifizieren müssen. Vielleicht sind die anderen Interviewpartner daran gescheitert.

29 05 2012
Diskussion mit Moritz Gieselmann « KJ_mewe2011

[…] habe ich einen sehr interessanten kritischen Artikel über den Film gefunden: https://guensberg.wordpress.com/2011/09/21/bulb-fiction-kritisch-betrachtet/ Share this:TwitterFacebookGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem diese(r) Artikel gefällt. […]

30 05 2012
Mattes

Schöne Seite.

31 05 2012
x

Ich kann die obige Kritik nicht nachvollziehen. Im Kern geht es darum, daß dem Verbraucher durch fragwürdigen Einfluß der Industrie ein gesundheits- und umweltschädliches Produkt untergeschoben wurde. Das ist skandalös.

3 06 2012
Haha Kultur

Die Frage, die sich mir bei kritischen Beiträgen über kritische Berichterstattung stellt ist oft: auf welcher Gehaltsliste steht eigentlich der eigentlich “unabhängige” Autor, und wieviel von der Kritik an der Kritik fällt auch nur wieder unter FUD : http://de.wikipedia.org/wiki/Fear,_Uncertainty_and_Doubt

3 06 2012
guensberg

@Haha Kultur: die Frage nach der Payroll ist legitim, wurde aber von mir schon am Ende des Beitrags (nicht fertig gelesen??) beantwortet. Ich habe weder direkt noch indirekt ein Auftragsverhältnis mit der Beleuchtungsindustrie. Der FUD-Vorwurf ist unangebracht, da ich weder einschüchternd noch sonstwie aggressiv argumentiere. Ich habe schlicht und ergreifend vor geraumer Zeit meine eigene, weitgehend differenzierte Meinung zum Film auf mein Blog gestellt. Nicht mehr und nicht weniger.
Btw.: eine Gesellschaft, in der bei abweichender Meinung sofort potentiell unterstellt wird, interessensgebunden oder gekauft zu sein, ist meiner Meinung nach ziemlich kaputt. Auch wenn diese Denke sicher auf Basis vieler realer Beispiele etabliert wurde. Für die kann ich aber nix. Auch wenn man mich völlig fälschlicherweise in Foren als “Lobbyistensack” (Sacklobbyist hätte ich ja noch ok gefunden), es ist schlicht meine private Meinung, die hier geäußert wurde. Übrigens fällt diese verunglimpfende Kommunikationsstrategie eher in die Kategorie FUD.

3 06 2012
Tweety

Der Artikel versucht keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen, das finde ich gut. Trotzdem, wenn ich intensiv über diese Technik nachdenke, stelle ich fest, dass dieses Produkt nicht zu Ende gedacht ist. Weder in der Entstehung, im Betrieb oder der Entsorgung. Das Argument der Freisetzung von Quecksilber durch die Verbrennung von Braunkohle teile ich absolut mit Ihnen, muss ich aber dadurch ein Produkt das für die Funktion Quecksilber benötigt per Gesetz zur Nr. 1 auf den Markt heben ?
Wenn auch nur geringe Mengen Quecksilber pro Lampe enthalten sind, in der Summe der Millionen Lampen pro Jahr haben wir irgendwann ein großes Problem. Natürlich muss ich mir die Frage stellen wo landen diese Lampen. Ja die meisten werden im Hausmüll landen, was bedeutet das eigentlich für unsere Umwelt, Gesundheit ? Also warum überhaupt erst solche Lampen herstellen die zeitgleich abgesehen der umstrittenen Einsparung eine Belastung darstellen. Ich stelle den Vergleich, wenn auch etwas hergeholt mit der Atomenergie in den Raum, für diese so saubere Energie, entsteht das ungelöste Problem der Endlagerung mit großen derzeit unlösbaren Folgen für viele Generationen. Bei dem Schwermetall Quecksilber liegt doch ein ähnlicher Fall hinsichtlich der Endlagerung vor. Daher mit voller Überzeugung behaupten, dass von einer solchen Entwicklung eine unbedenkliche Gefahr ausgeht, kann ich nicht so stehen lassen. Die denkweise ist zu einseitig. Umweltgifte müssen immer vermieden werden und es ist Pflicht eines jeden Einzelnen andere Wege zu Suchen und schließlich danach zu handeln. Jeder ist aufgefordert sorgsam mit Energie umzugehen. Aber ist dazu die Energiesparlampe tatsächlich auch der richtige Weg ? Technisch und rechnerisch gesehen vielleicht (Glühlampe versus Energiesparlampe), wer jedoch weitere Faktoren sieht und berücksichtigt lässt vielleicht auch weitere Sichtweisen zu die den angedachten Vorteil schnell eintrüben. Einerseits Nutzen (Einsparung von Energie) gepaart mit keiner vernünftigen Lösung der Entsorgung ob Endlager, Deponie, Sammelstellen. Was bleibt ist Sondermüll. Das ist nicht der richtige Weg. Ihr Artikel ist sachlich, umfangreich und bezieht sich auf bestätigte Fakten/Studien. Dennoch gibt es etwas was mich stört, ich unterstelle dass Sie nicht genug hinterfragen, versuchen gesundheitliche Bedenken, medizinische Fakten, kritische Thesen zuzulassen und tatsächlich zu berücksichtigen. Das Argument Energiesparlampe ist gut sonst gebe es mehr schädliche Braunkohlekraftwerke ist der falsche Weg. Besser wäre eine Lampentechnik ohne Sondermüll – Belastung gepaart ohne Braunkohle Verbrennung. Stimmen Sie mir da nicht zu ? Was halten Sie davon solche Sichtweisen aufzunehmen und somit berücksichtigen Sie fachlich wie sachlich Beide Seiten. Es gibt für jedes Argument eine Gegenargument, jede Studie eine Gegenstudie. Wie gehen wir also mit Studien, Artikeln um. Wie bewerten wir, hinterfragen wir Sie genug ? Treffend gesagt, immer wo Licht ist gibt es auch Schatten und umgekehrt und ebenso wie dieses Thema besonders polarisiert bleibt in Ihren Artikeln das Gefühl der Verdrängung und Nichtbeachtung / Kommentierung von Gegenargumenten und somit fehlender Transparenz bzw. Ausblendung.

6 06 2012
Satta M.

“Wenn auch nur geringe Mengen Quecksilber pro Lampe enthalten sind, in der Summe der Millionen Lampen pro Jahr haben wir irgendwann ein großes Problem. Natürlich muss ich mir die Frage stellen wo landen diese Lampen. Ja die meisten werden im Hausmüll landen, was bedeutet das eigentlich für unsere Umwelt, Gesundheit ?”

Es bedeutet gar nichts! Quecksilber ist ein chemisches Element, es kommt in Spuren (rein oder an andere Moleküle gebunden) in der Natur vor. Da es sehr schwer ist bleibt es nicht lange in der Luft. Tatsächlich wird bei der Kohleverbrennung jährlich erheblich mehr freigesetzt als die insgesamt produzierten Lampen überhaupt enthalten. Giftig ist es trotzdem, aber giftig ist vieles. Über das Quecksilber in den Leuchtstofflampen wird sich aufgeregt, kaum einer fragt z.B. was der neue Fernseher so ausdünstet…

Die Lichtqualität ist auch ein gern gehörtes Pseudo-Argument: Mit seinem geringen Blau-Anteil hat das Glühlampenlicht auch nicht mit dem natürlichen Sonnenlicht zu tun. Warum sind in Speziallampen (Lichttherapie gegen Winterdepression) oder Lichttischen zur Farbkontrolle von Druckwaren wohl Leuchtstofflampen verbaut und keine Glühlampen? Weil ein hochwertiger Fünfbanden-Leuchtstoff, wie er in billigen Sparlampen derzeit nicht eingesetzt wird, dem Sonnenlicht viel näher kommt als das Leuchtobst.

Wirklich schockierend ist die fanatische Verehrung der Glühbirne bei einigen Zeitgenossen mit geringer Bildung oder Hang zur Esoterik. “Gift für die Augen” ist gelegentlich zu hören, klar macht die Sparlampe die Augen kaputt wenn man sie im Hintergrund zum Fernsehen laufen hat. In dessen Backlight arbeiten übrigens ebenfalls LEDs oder Leuchtstofflampen und keinesfalls Glühlampen, sonst hätte das Bild den Sepia-Ton den man von alten Fotos vielleicht noch kennt und der Apparat würde das Wohnzimmer alleine heizen für > 1 Euro pro Tag Stromkosten.

Klar kommt ne Menge Mist aus Brüssel, aber gerade der Kartellgedanke ist Blödsinn. Durch das Verkaufsverbot für extrem ineffiziente Leuchtmittel entstand für Osram und Co. eine enorme Konkurrenz. Und es werden noch mehr Hersteller werden, da LED-Technik mittlerweile nicht mehr nur für Spezialanwendungen geeignet ist.

4 06 2012
sternesonne

Quecksilber ist nur gefährlich wenn es aus der Lampe austritt.
Die Lösung ist denkbar simpel und längs erfunden:
Die wiederverwertbare Silikonkappe für Energiesparlampen.
Oder einfach “Lampencondom” ist ein Cent-Artikel und dennoch ein wirkungsvoller Lichtverbesserer und eine zuverlässige Bruchsicherung in Einem.
Siehe auch:
Deutsches Patentamt: Aktenzeichen DE: 20 2009 009 013.2
Erfunden hat Sie Christian Rathjen aus 25524 Itzehoe.

5 06 2012
anonym

Und dadurch verschwindet dass Quecksilber dann von diesem Planeten?
Ich glaube Du hast das Problem nicht wirklich verstanden.

6 06 2012
Alreech

So So, Bulb Fiction ist also tendenziös.
Na Und ?
Michael Moore hat für solche Dokumentationen den Oscar bekommen, das ist inzwischen also anerkannter Standard im Dokumentarfilm.

In die ähnliche Richtung geht schon der Arte Film über Geplante Obsoleszenz. Da erfährt man wer’s erfunden hat ( ein jüdischer, amerikanischer Marketingfachmann – wieso seine Religion erwähnenswert ist wird aber nicht erklärt, aber man kann es sich schon denken… )

Da taucht auch das ominöse Phoebus Kartell auf, das komischerweise die Hersteller nicht nur bestraft hat wenn ihre Lampen länger als 1000 Stunden gehalten haben, sondern auch wenn die Lampen keine 1000 Stunden durchgehalten haben.
Phoebus hatte dafür anscheinend standardisierte Test mit dem die Glühbirnen aller am Kartell beteiligten Hersteller getestet wurden. Komischerweise gab es nach der Einführung dieser standardisierten Tests keine Hersteller mehr die mit extrem langer Lebensdauer der Lampen geworben haben.
Das kann ja nur daran liegen das diese Kartell lange Lebensdauer verboten hat, nicht daran das vorher jeder Hersteller die Testbedingungen so wählen konnte das eine möglichst lange Lebensdauer für Werbezwecke ermittelt wurde:
Unsere Glühbirnen halten doppelt so viele Stunden* wie die der Konkurrenz !
( *solange sie so wenig Strom anlegen das sie nur matt glüht und niemals den Strom ausschalten… )

Unabhängig davon ob nun die top-geheime Antiglühbirnenverschwörung existiert oder nicht;
Ich persönlich halte die Regelung für Privathaushalte einfach für überzogen, da ist der EU der Amtsschimmel durchgegangen.
Das Licht ausmachen, man mein einen Raum verlässt spart am meisten Strom.

Anders ist es sicher in Bereichen wo 24/7 das Licht brennt:
Bahnhöfe, Kaufhäuser, Bürogebäude, Betriebe…
Aber dort hat sich schon lange die Leuchtstoffröhre als sparsamstes Leuchtmittel durchgesetzt, ganz ohne EU Richtlinie…

8 06 2012
Glühbirnensammler

Ich möchte einfach mal grundsätzlich die Frage in den Raum stellen, weshalb die EU eigentlich nicht genau dasselbe Instrumentarium anwendet um endlich Sparsamkeit in die Motorräume unserer Kraftfahrzeuge zu bringen. Ich könnte mir hie beispielsweise einen 5-Jahresplan vorstellen an dessen Ende nur noch Pkw mit einem CO2-Ausstoß von maximal 10 Gramm je eingetragenem Sitzplatz und 100 km neu in Verkehr gebracht werden dürfen.
DAS wäre nachhaltig und konsequent!

So, jetzt geh ich meine 1000 Glühbirnen zählen …

13 06 2012
Bulb Fiction: Ist das Ende der Glühbirne das Ende der Demokratie? | 123energie Blog

[…] Der österreichische Regisseur Christoph Mayr holt aus – zum Rundumschlag gegen die Leuchtmittelindustrie. Mit seinem Dokumentarfilm Bulb Fiction will er die „Lüge über die Energiesparlampe“ aufdecken. In Österreich lief der Film bereits, jetzt kommt er auch in die deutschen Kinos. Die Kritiker sind skeptisch: Der Film schürt Ängste. Sie fordern eine genauere und weniger einseitige Betrachtung der gesamten Umstände. […]

19 06 2012
Roland Giersig

“Bulb Fiction” mag tendenziös und polemisch sein, das Problem dahinter nicht. Cui bono? Wer verdient daran? Das Verbot hat definitiv den Lampenherstellern viel Geld gebracht. Man hätte die ESLs überspringen und gleich auf LEDs abzielen können.

Was das Farbsprektrum der LEDs angeht: Weisse LEDs basieren auf dem selben Prinzip wie Leuchtstoffröhren: UV-Licht wird mit einem (bzw. mehreren) Leuchtstoffen in sichtbares Licht umgesetzt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich auch hier der richtige Leuchtstoffmix durchsetzt, der ein angenehmes Licht erzeugt.

Zum Fieberthermometer: hier darf man nicht vergessen, dass das Quecksilber in den alten Fieberthermometern flüssig vorliegt und Hg schwer verdampft. In ESLs hingegen wird das Hg ja eben verdampft, damit es leuchtet. In einer brennenden ESL liegt das gesamte Hg als Dampf vor. Eine kalte ESL, die herunter fällt, ist nicht gefährlicher als die alten Fieberthermometer. Der Bruch einer heissen ESL hingegen ist brandgefährlich, weil hochgiftig!

25 06 2012
Rainer Klingler

Ich nutze nach vielen Test der LED Leuchtmittel nun mit hoher Zufriedenheit die aktuellen Warmlicht LEDs mit 2700K Farbtemperatur. Ich bin sehr kritisch bezgl. des eines zu kalten Lichts! Aber die aktuellen Modelle 2012 z.b. von Philips, die ich nutze (LED Leuchtmittel 4 Watt Power LED 2700 Kelvin warmweiß E14 und E27 Sockel, haben nur noch einen Nachteil: Sie sind teuer und amortisieren sich erst über 3-4 Jahre Nutzung.

5 07 2012
Marco

Ehrlich gesagt bin ich etwas ratlos im Moment. Die EU, die Unternehmen, die Lobbies, die Kritiker, die Kritiker der Kritiker und viele Leien sagen so viele Aussagen, dass es nur noch schwer ist irgendwie durchzublicken. Ich will einfach nur möglichst gesund zu leben und auch meiner zukünftigen Familie ein Heim bieten, wo man gesund oder zumindest nicht schädlich leben kann. Auf vieles kann ich eh keinen Einfluss mehr nehmen, wie Mobil oder Tetramasten, Atommüll im Meer und vieles mehr. Aber zumindest in meinem Heim würde ich gern so gut es geht ohne Gefahren es hinrichten. Leider stelle ich bei der Informationsflut immer wieder fest, dass fast kein duchblicken mehr ist und man nicht weiß wen man eigentlich trauen kann oder wie man die Darstellung, Gegendarstellung, Gegegengegendarstellung und so weiter einordnen kann. Manchmal hat es auch den Eindruck Leute diskutieren wegen des Diskutierens selbst und nicht wegen der Sache oder gar wegen den Auswirkungen auf andere Menschen.

Ganz ehrlich, ich bin keinen Schritt weiter was für Licht ich jetzt am besten in meinem Haus verwenden kann oder was das am wenigsten schädliche ist.

5 07 2012
Librarian

Ganz ehrlich, ich bin keinen Schritt weiter was für Licht ich jetzt am besten in meinem Haus verwenden kann oder was das am wenigsten schädliche ist.

Überspring ESL einfach komplett und geh direkt auf LED. Ist zwar in der Anschaffung teurer, dafür brauchst du erst in einigen Jahren wieder die Leuchtmittel wechseln. Und LED lässt auch zu, komplett neue Beleuchtungsideen zu probieren, z.B. großflächige Panels an der Decke, welche den Eindruck eines sonnendurchfluteten Oberlichts geben. Informationen, was da so alles möglich ist, findest du z.B. bei Fastvoice.
Und wenn jetzt jemand aufschreit wegen Elektrosmog: Da sollte man sich eher einen Kopf um den TFT auf dem Schreibtisch machen als um eine LED-Lampe an der Zimmerdecke.

5 07 2012
Roland Giersig (@RolandGiersig)

Wenn es ums Ersetzen von Glühbirnen und ESLs geht, kann meine Zusammenfassung vielleicht weiter helfen: https://plus.google.com/u/0/101759390023291156010/posts/f2pzXM3jg2g

Wenn viel architektionische Freiheit besteht, dann gibts tolle Möglichkeiten mit großflächigen LED-Panelen, die auch farbwechseln können. Die sind allerdings nicht billig. Ansonsten kann man mit LED-Spots und LED-Leisten viele nette Dinge machen…🙂

19 08 2012
Ironmace

Nur will ich keine “netten Dinge” machen, sondern vernüftiges Licht haben.
Das LED´s kein kontinuierliches Spektrum haben ist nunmal ein Fakt der sich aus der Funktionsweise ergibt.
Nehmen Sie man einen Fotoapparat, Weißabgleich manuel auf 5000K und machen Sie in 10 Minuten Abstand 20 Bilder einer Farbkarte, wenn sie auch nur 2 gleiche Bilder haben fege ich Ihnen 5 Jahre lang die Strasse.

Schön wenn die das nicht stört, mich schon, dazu brauche ich auch keine Studie, die Kopfschmerzen kommen unter LED Licht nach 15-20 Minuten.

Warum haben LED´s in übrigen eine Junction Temperatur von 120-150 Grad C wenn dort keine Wärme entsteht?
LEDs die eine 100W Lampe ersetzen wollen können ohne Kühlung kaum betrieben werden, ansonsten verändert sich sehr schnell die Farbe in Richtung Blau und dann Braun, die Lebensdauer sinkt dramatisch ab.

All das entnehmen Sie bitte den Datenblättern von Cree, Lumiled oder SSC.

Ich habe schon vor Jahren Lampen mit Leds gebaut, wenn auch nur für Höhlengänger.

20 08 2012
Roland Giersig (@RolandGiersig)

Weiße LEDs haben dasselbe Spektrum wie ESLs, weil sie ebenfalls Leuchtstoffe verwenden. Da gibt es genauso wie bei ESLs und Leuchtstoffröhren Qualitätsunterschiede in der Farbtreue.

Wobei die Farbtreue für 99% der Fotografierenden vollkommen ausreichend ist, zumal sie ja allesamt Instagram verwenden…😉

Natürlich werden LEDs heiss und brauchen ausreichend Kühlung, sonst altern sie sehr schnell. Nur wird der Kühlkörper bei ausreichender Dimensionierung nicht so heiss, dass man sich die Hand daran verbrennt.

5 07 2012
Lightnurse@friends.com

Leute. Lasst einfach die Finger von diesen Leuchtstoff/Energiesparlampen, es ist in eurem Interesse. Wer an gutem LED Licht Interesse hat sollte sich firmen wie Lumitech ansehen.

7 07 2012
Marco

Ok LED scheint besser zu sein. Die einzigen Argumente gegen LED die ich bis jetzt gefunden habe, sind wegen dem künstlichen oder unnatürlichem Licht. Hat das Auswirkungen auf das Wohlbefinden, die Konzentration oder die Gesundheit?

7 05 2013
Dirk

Sehr vom Produkt abhaengig. Bessere Produkte haben Leichtmetallgehaeuse. Wohingegen einige der “weniger bekannten” Firmen aehnliche Gehaeuse wie CFL-ESLs einsetzen. Was grundsaetzlich zu aehnlichen Belastungen fuehren kann wie beim Betrieb von CFLs und noch die Frage nach ausreichender Kuehlung aufwirft.

24 08 2012
AtaSe.de-Blog Visions

Mitmachaktion: Aufhebung des Glühbirnenverbots…

……

5 09 2012
Marc Johnen

Was ich noch nirgendwo gesehen habe, ist ein Energieverbrauchsbilanz.
Wieviel Energie braucht eine Sparlampe von der Produktion (inkl. Abbau und Transport der Rohstoffe) über die Distribution bis hin zum Lebensende?
Es würde mich nicht wundern, wenn die Sparlampe dann nicht mehr so gut da steht.

12 10 2012
Joachim Ritter

Die kritische Betrachtung wir die Feststellung gemacht, dass kaum kritische Kommentare zu dem Film zu hören liegt. Das liegt insbesondere daran, dass die Lichtindustrie keinen Ansatzpunkt zur Gegendarstellung hat und grundsätzlich der Film die Tatsachen beschreibt. Würde es mehr Diskussionen geben, würde die Gesellschaft mögliocherweise genauer auf die Tatsachen schauen. Das ist für die Lichtindustrie ein Risiko.

18 11 2012
nzeug

Ein interessanter und angenehm ausführlicher Artikel, welchen ich nach Sichtung des Filmes gern als Kritikansatz konsumierte. Im Bereich der Wirtschaftsethik versuchen wir gerade als Verein, dieses ganze Thema zum Bereich Produktverantwortung aufzubereiten. Mal gespannt, wie wir uns da positionieren werden…

12 02 2013
Geht es wirklich um “Climate Crimes”? Eine Kritik zur laufenden Doku « g u e n s b l o g

[…] mich als Dokumentarfilmkritiker zu sehen, erlaube ich mir wie beim Film Bulb-Fiction einige inhaltliche Anmerkungen. Denn der Film ist inhaltlich im Kern hochinteressant, bringt […]

21 02 2013
Butterblume

Ich danke für die interessanten Denkanstöße.
Ich finde viele der Einwände berechtigt, werde aber trotzdem nicht mehr zum Energiesparlampen-Fan. Bei uns werden alle verendeten ESL durch LEDs ersetzt.
Manchen der KommentatorInnen hier wünsche ich mehr Medienkompetenz und die Bereitschaft Informationsquellen SELBST zu hinterfragen. Und vor allem: mehr Empathie und Respekt für andere Menschen und Meinungen.

Selber denken macht schön😉

21 03 2013
zeitenwende

“Die EU-Verordnung hat bewirkt, dass seit einigen Jahren ein enormer Innovationsschub eingesetzt hat. Meine These: ohne ordnungspolitische Maßnahmen wäre es nicht dazu gekommen,”

Die wirkungsvollste ordnungspolitische Maßnahme wäre eine Zerschlagung des Glühlampenkartells gewesen, das uns Jahrzehnte mit künstlich schlechten weil kurzlebigen Birnen versorgt hat. 1000 Stunden waren Katrellvorgabe, möglich wären 150.000 Stunden. Ein Ingenieur, der die bauen wollte, erlitt einen dubiosen tötlichen Unfall. Sehr gut herausgearbeitet in dem ARTE-Beitrag “Kaufen für die Müllhalde”,
zu finden z.B. auf youtube.
Wo war da die ordnungspolitische Macht ??
Ich glaube nicht mehr an Ordnungspolitik. Ich sehe nur Lobbypolitik.

21 03 2013
zeitenwende

… tödlich wollt ich sagen

4 04 2013
Floh

Danke

7 05 2013
Dirk

Ich wechsele Leuchtmittel fuer Geld. Im Zuge von Energiesparmassnahmen.

Und bisher habe ich mehr Einsatzgebiete gefunden, wo CFL-ESLs voellig ungeeignet sind als Einsatzgebiete wo sie Sinn machen. Zudem sind die angegebenen Leuchtzeiten fast nie auch nur ansatzweise erreichbar.

1.Bedarfsgesteuerte Beleuchtung: Kurze haeufige Schaltzeiten –> mehrfache Wechsel pro Jahr noetig.

2.Feuchtraeume: Weniger Waermeeintrag(Strahlungswaerme) zur Nutzungszeit (unguenstig) + extrem reduzierte Lebensdauer durch hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit.

3.Aussenbereich: In nicht fuer CFL-ESL ausgelegten Leuchten stark reduzierte Lebensdauer.

4.Raeumlichkeiten fuer Kinder: Benoetigen bruchgeschuetzte Leuchtmittel/Leuchten, Bruchgeschuetzte Leuchtmittel neigen zu Ueberwaermung

5. Selten genutzte Raeumlichkeiten: Die verwendeten Kondensatoren benoetigen Spannung/Strom um die Trennschicht zu erhalten, hohe Ausfallquote.

6.Treppen/Flure: Nach Anschalten teils ungeeignete Helligkeit, Unfallgefahr
(Hier koennen sich Markenprodukte oft positiv absetzen)

Und diese Aussagen beziehen sich sowohl auf teure Markenprodukte als auch Nonameprodukte. Nonameprodukte machen weniger durch Abweichungen der Lebensdauer als durch Abweichungen der Lichtmenge,Farbtemperatur, Zeit bis zum Erreichen der Helligkeit negativ auf sich aufmerksam. Ebenfalls bei Geruchsbelaestigung machen sich Nonameprodukte teils aeusserst unangenehm bemerkbar.

Alles in allem gibt es einige Einsatzgebiete, wo aufgrund des teils geringenen Preises oder Nichtverfuegbarkeit von LED-Leuchtmitteln noch CFLs verwendet werden oder dann doch eher Halogen-Leuchtmittel zum Einsatz kommen. Diese haben sich allerdings als sehr empfindlich gegenueber Vibration/Stoss erwiesen.

7 05 2013
Dirk

Meine Aussagen beziehen sich auf nicht-industrielle Situationen unter Einsatz von haushaltueblichen Leuchten/Leuchtkoerpern

7 05 2013
guensberg

Danke! Interessanter, sachlicher Beitrag.

7 05 2013
Dirk

Interessant, dass dadurch ueberhaupt erst einmal Bedarf geweckt wurde, Leuchtmittel wechseln zu lassen.

Allerdings ist es fuer die nicht mehr so jungen unter uns teils recht schwierig sich im Gewirr von Farbtemperatur,Leistung,Technologie,Abstrahlwinkel,Einsatzgebiet,Verfuegbarkeit,Sockel zurechtzufinden.

7 05 2013
guensberg

Ich denke, dass sich überhaupt viele Konsumenten kaum derart differenziert Gedanken über Leuchtmittel machen. (unabhängig vom Alter)
Möglicherweise trifft dies aber auch auf Entscheidungsträger zu. Ich hatte jedoch bislang auch den Eindruck, dass im Dienstleistungsbereich wenig Anreize da sind, energiesparende Beleuchtung einzusetzen (auch weil Strom immer noch vergleichweise günstig ist)
Wenn sich da was tut, ist das jedenfalls erfreulich. Und klar: Energieeffizienz soll nicht das einzige Kriterium bei Qualitätsmerkmalen sein.

7 05 2013
Dirk

Im Dienstleistungssektor hat man eigentlich schon vor langer langer Zeit auf CFL umgestellt. Dort wuerden die ESLs eher eine Kostensteigerung als eine Kostensenkung bedeuten und das bei sehr geringem Einsparpotential was die Energie angeht. Nach Herstellerangaben sind etwa 10% Energieeinsparung moeglich bei Verwendung von HF-Konvertern.

Diese sind allerdings auch verfuegbar fuer konventionelle CFL-Leuchten.
Leider hat die eingebaute Sollbruchstelle/Sicherheitseinrichtung zur Folge, dass haeufiger die Elektronik als das Leuchtmittel gewechselt werden muss.

Zudem kommt dann auch gerne noch eine Notfallbeleuchtung zum Einsatz, aus Kostengruenden gerne integriert.
Umruestung auf andere Leuchtmittel ist dann nur unter Austausch des kompletten Innenlebens moeglich.

Im Moment sind es eher Eigentuemer groesserer Wohnungen oder Wohnung/Buero-Kombinationen, die nach Beratung fragen. Meist, nachdem ein Nachbar bereits stolz die Ergebnisse seiner Umruestung praesentiert. Oder nachdem die neueste Energierechnung im Briefkasten gelandet ist. Da findet man schon mal ein Schlafzimmer mit 1000W+ beleuchtet bei 2,1m Deckenhoehe. Oder eine mit knapp 2kW beleuchtete Einfahrt.

25 07 2013
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17 06 2014
Michael Schubert

2010, als die Recherchen für den Film liefen, war die Technologie von LED Lampen weder ausgereift, noch erschwinglich (5W Lampen waren kaum zu bekommen, kosteten EUR 35 und die Elektronik war sehr empfindlich – ich musste drei Leuchtmittel innerhalb von 12 Monaten erneuern). Also waren sie damals keine Alternative für durchschnittliche Haushalte. Was mir jetzt fehlt wäre Bulb Fiction 2. Nicht als Dokumentarfilm, sondern als korrektive Maßnahme der EU. Diese sollte die gleiche Effizienz bei der Abschaffung der Energiesparlampe zeigen.

8 07 2014
Geht es wirklich um “Climate Crimes”? Eine Kritik zur laufenden Doku

[…] mich als Dokumentarfilmkritiker zu sehen, erlaube ich mir wie beim Film Bulb-Fiction einige inhaltliche Anmerkungen. Denn der Film ist inhaltlich im Kern hochinteressant, bringt […]

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