Steht die Ökostromgesetz-Demontage bevor? Ein typisches Beispiel österreichscher Interessenspolitik.

31 07 2012

Vorweg, dieses Posting ist schnell und kurzfristig geschrieben; man möge mir einen Mangel an Elaboriertheit und Flüchtigkeitsfehler verzeihen.

Aber dieser Kurier-Artikel “Ökostrom: Laute Kritik an zu hoher Förderung” offenbart Ärgernisse. Schon zuletzt hat sich nach Interviews von Energieregulator Walter Boltz angekündigt, dass etwas im Busch ist. Zur Erinnerung mein damaliger Beitrag zum Argument “Preistreiber Energiewende“.

Es regen sich derzeit – offenbar unmittelbar vor Festlegung neuer Einspeisetarife für Ökostromanlagen – mehrere Stimmen aus E-Wirtschaft und E-Control, die das Fördersystem des Ökostromgesetz massiv kritisieren und neu aufstellen wollen. Es sei zu teuer, man solle auf Investitionsförderungen statt der bewähten Einspeisetarife umsteigen und Verbund-Chef Anzengruber will überhaupt ein Quotensystem für Energieversorger und kein Fördersystem mehr.

Dazu muss wissen: Die dafür verantwortliche Rechtsgrundlage, das aktuelle Ökostromgesetz 2012, ist gerade mal vier Wochen in Kraft! Vier Wochen! Und schon wird dran herumgezerrt. Es ist bemerkenswert, dass manche, die immer nach Investitionssicherheit rufen, wenn es um eigene Interessen geht, sofort und unmittelbar an jenem Gesetz rütteln, dass Ökostromanlagenbetreibern nun mehr Planungssicherheit gibt.

Auf die lange Geschichte des Ökostromgesetzes, das auch mein Leben schon über 13 Jahre lang begleitet (im on-off Modus wie das in wilden Beziehungen eben so ist) , bin ich vor einem Jahr in dieser Analyse zum aktuellen Gesetz eingegangen. Das ÖSG 2012 kann sich als wichtiger Meilenstein der Umwelt- und Energiepolitik herausstellen, da es einen massiven Ausbau von Strom aus erneuerbaren Energieträgern bringen wird. Es schreibt verbindliche Mindestziele vor und beinhaltet weitgehend die Instrumente, die es für die Erreichung braucht. Es ist nicht perfekt, aber ziemlich gut und vor allem deutlich besser als die Ökostromgesetze davor. Es kann aber auch zum Rohrkrepierer werden, wenn wenige Tage nach Inkrafttreten maßgebliche Akteure an dessen Demontage arbeiten. Wenn es so läuft wie zuletzt geplant, werden wir die Ziele in der Windkraft und Photovoltaik aufgrund der günstigen Marktentwicklung sogar übertreffen können. Und das ist gut so! Aber stört einige.

Ein paar Gegenargumente zu den derzeit meist gehörten Argumente der Ökostrom-Gegner:

Ökostromförderung: Umstellung von Tarif auf Invest wäre Bremsklotz für Ausbau

Im Kurier-Artikel steht geschrieben, dass die E-Control die Ökostrom-Förderung auf eine Investitionsförderung umgestellen wolle. Das mag in einzelnen Bereichen  – bei entsprechender Budgetierung! –  zweckmässig sein. Etwa bei kleinen oder gewerblichen Photovoltaikanlagen, wo es auch sinnvoll ist, dass der Strom idealerweise selber vor Ort genutzt wird und nur der Überschuss eingespeist wird (der dann aber ebenso mit fairen Tarifen vergütet werden sollte – hier wäre ein wichtiger Zukunftshebel!)

Aber die geplanten Investitionen bei der Windkraft, großen PV-Kraftwerken, Biomasse-KWKs, die über mehrere Jahre gerechnet in Summe Milliardeninvestitionen sein werden, anteilig sofort aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren, lässt die Kosten für den kurzfristig Fördergeber enorm in die Höhe steigen. Wir reden dann nicht von durchschnittlich 35 Eur/Jahr für den Haushalt, sondern von kurzfristig mehreren hundert Euro pro Haushalt. Die Folge wäre: eine massive Deckelung und ein sehr großer Bremsklotz beim Ökostromausbau.

Dass ausgerechnet die Förderung kleiner PV-Anlagen durch den Klimafonds als Vorzeigebeispiel genannt wird, ist absurd. Da diese Förderung in einigen Bundesländern innerhalb weniger Minuten ausgeschöpft ist und die Nachfrage bei weitem nicht abgedeckt werden kann, sondern viele enttäuschte Erwartungshaltungen investitionsbereiter Betreiber (meist Privatpersonen) zurückbleiben, ist dies definitiv nicht in großem Stile nachahmenswert. Zudem schafft die Investförderung weniger Garantien für einen entsprechend langen Betrieb der Anlagen.

Der irrwitzige österreichische Umgang mit eigenen Zielen
Wie gesagt, das Ökostromgesetz legt für die einzelnen erneuerbaren Energieträger Mindestziele fest. Und zwar nicht prozentuell, sondern in MW, was ich für sehr wichtig halte. An diesen Zielen haben sich die entsprechenden Instrumente zu orientieren, also auch die Tarife. Was ist daran so schwer? Eigentlich nichts. Wie kann es dann sein, dass sofort nach Inkrafttreten des Gesetze, Pläne geschmiedet werden, diese Ziele zu konterkarieren? In diesem Fall durch E-Control Boltz und durch Teile der E-Wirtschaft. So oft höre ich genau aus diesem und dem Industriebereich, was für ein Blödsinn denn die Kyoto-Ziele gewesen seien. Ja, wenn ich als Interessensvertretung gleich die Umsetzung der festgelegten Ziele konterkariere, ist es ja kein Wunder, wenn wir unsere Ziele nie erreichen. Politik ist in diesem Land wirklich ein seltsames Wesen.

Decoding Mellach
Mellach kommt nun häufig als Argument für die böse Energiewende. Diesbezüglich habe ich schon zuletzt argumentiert, dass das Problem für die Wirtschaftlichkeit Mellachs nicht die Erneuerbaren sind, sondern die teureren Gasimporte. Gas wird teurer, insbesondere bei den langfristigen Lieferverträgen. (Russland; der Spotmarkt ist aktuell deutlich günstiger) Willkommen in der Welt fossiler Abhängigkeit.

Da nun aber immer öfter geschrieben wird, dass Mellach dazu diene, als Kompensation für den schwankenden Wind- und Solarstrom einzuspringen und auch im Sinne der Erneuerbaren einen Beitrag darstelle, lege ich hier gerne nach. Das 850MW- Riesenkraftwerk war immer ein riskantes Projekt. Ich erinnere an Aussagen des langjährigen Verbund-Vorstands Michael Pistauer: “Wir haben nie gesagt, dass wir Mellach tatsächlich bauen werden. So wie es jetzt aussieht, rentiert sich das Gaskraftwerk nicht.” (…)  Derzeit liege der Großhandelspreis für Strom bei 32 Cent je Kilowattstunde, um die Investition rentabel zu machen, seien aber 40 Cent notwendig.” [Anm. 01.08.2012: gemeint müssen 3 bzw. 4 Cent/kWh sein] Quelle: Wiener Zeitung, 30.03.2005. Lang lebe das Archiv. Und hier ein Blick auf den Großhandelspreis für Strom in den vergangenen Jahren:

Quelle: E-Control bzw. EXAA

Man sieht, der Spotpreis für Strom ist aktuell immer wieder unter 40,-/MWh. Auch das gehört zum unternehmerischen Risiko.

Klar hat man vor einigen Jahren die Entwicklung der erneuerbaren Energien am Strommarkt unterschätzt, aber es ist nicht so, dass damals niemand einen entsprechenden Trend vorhergesehen hätte.

Es spricht meiner Meinung nach einiges für effiziente Gas-KWK-Anlagen, die Kohle und Öl ersetzen, wie das teilweise im Falle Mellach argumentierbar ist. Aber die aktuelle strategische Argumentation zu Mellach, dass eigentlich die Erneuerbaren am möglichen wirtschaftlichen Misserfolg von Mellach schuld sei, ist irreführend und meiner Meinung nach falsch!

Strategieschwäche der Energiepolitik Weg mit ideologischen Scheuklappen bei Biomasse
Tatsächlich ist die Frage, wie die Verstromung von Biomasse und Biogas zu bewerten ist, inhaltlich nicht unheikel. Es ist auch Zeit zu sagen, Ja, man hat die Entwicklung vor einigen Jahren anders eingeschätzt, was die Brennstoff- und Logistikkosten (va feste Biomasse) betrifft und Ja, es sind einige Anlagen den Bach runtergegangen. Experten aus der Branche sagen mir, dass es zu massiven Fehlplanungen gekommen sei, die man teilweise korrigieren kann; teilweise auch nicht.

Wo könnte Politik ansetzen? Genau in der Analyse der Fehler, dem Entwickeln von Learnings und den Herausarbeiten einer Strategie, die den Fokus festlegt, wo und wie Biomasse und Biogas in der energetischen Nutzung sinnvoll sein werden. Das inkludiert neben der Stromproduktion auch die Wärmeerzeugung und bei Biogas die Nutzung als Treibstoff. Davon ist all den Argumenten zu den Tarifen wenig zu hören. Ich kann Martin Grafs (E-Control) Argument verstehen, wenn er im Kurier sagt: “”Müssen wir wirklich jede Anlage retten, koste es was es wolle?” Die Frage ist mehr als legitim.

Zu sehen sind jedoch tief verankerte ideologisch geprägte Muster. Spricht man mit der SP-Seite, heisst es “Das ist ja nur eine Bauernförderung der Agrarlobby”. Auf VP-Seite hört man oft unglaubliche Szenarien, wieviel die Biomasse als Energieträger abdecken kann und verweigert sich häufig der Tatsache, dass es Fehleinschätzungen gab.

Die ideologischen Scheuklappen gehören runter, denn der differenzierte Energiemix der Zukunft braucht eine entsprechende Strategie. Das bestehende Ökostromgesetz, das für Biomasse und Biogas übrigens keine übertriebenen Mindestziele festgelegt hat sondern Spielraum lässt, ist dafür eine entsprechende Säule. Eine schleichende Demontage wäre ein herber Rückschlag.

Es heisst jetzt: im Sinne der Energiewende dagegenhalten. Dann erreicht Österreich vielleicht auch mal die eigenen, gesetzlich festgelegten Mindestziele.





Boom or doom? Oder irgendwas dazwischen… Teil 1 der ASPO-Nachlese

6 07 2012

5 Wochen nach der ASPO-International Konferenz in Wien, dem weltweit größten Treffen von Peak Oil ExpertInnen im heurigen Jahr, ist es Zeit für eine Nachlese. Denn in den vergangenen Wochen hat sich die Diskussion um das Maximum der Ölförderung noch einmal verschärft; man könnte sogar konstatieren, sie ist in der Bewertung von Peak Oil und der zukünftig förderbaren Ölmengen in einer entscheidenden Phase.

Neben der medialen Berichterstattung zur Konferenz (einige Beispiele sind hier zu finden) sei voran noch eine Übersicht zu Blogbeiträgen gestellt, die sich mit der Konferenz auseinander gesetzt haben. Erfreulich, dass der kritische Diskurs durchaus weitergeht.

Steht ein neuer Ölboom bevor?

Diverse Berichte und Beiträge vermitteln derzeit, Peak Oil sei eine These gewesen, die sich als unrichtig herausgestellt hätte. Eine Steigerung der Kapazitäten (die auch eine entsprechende Nachfrage abzudecken hätte) sei ohne weiteres möglich sei.

George Monbiot meint im Guardian überhaupt “We were wrong on peak oil. There’s enough to fry us all”. (Eine deutschsprachige Übersetzung gibt es dazu auf www.freitag.de) Er bezieht sich dabei auf einen Bericht “Oil – The Next Revolution” von Leonardo Maugeri, Senior Fellow der Harvard University (John Kennedy School, Belfer Center for Science and International Affairs) und langjährigen ENI-Manager. Demnach sei es kein Problem, die heutige Ölfördermenge von knapp über 90 Millionen Barrel Tagesproduktion auf über 110 Millionen Barrel Tagesproduktion bis 2020 zu steigern. Voraussetzung dafür sei ein Ölpreis von 70 US$ pro Barrel. Es sei nur eine Frage von Technologie und Politik. Aus Sicht Maugeris hätten die Beschränkungen der vergangenen zehn Jahre mehr finanzielle als geologische Gründe gehabt.  Aber die hohen Preise der vergangene paar Jahre hätten die Investitionsbereitschaft erhöht und damit neue Potentiale erschlossen. Neben dem Irak wird insbesondere in den USA ein neuer Ölboom beschrieben, der auf den unkonventionellem Öl, vor allem Schieferöl basiert. Monbiots Schlußfolgerung: “Es befindet sich genügend Öl unter der Erdoberfläche, um uns alle zu frittieren, und es gibt kein Mittel, um Regierungen und Industrie davon abzuhalten, es dort rauszuholen.

…oder ist es nur der neue Spin des fossilen “Technology will fix-it” Mainstreams?

Dem stehen viele kritische Stimmen entgegen. Richard Heinberg schreibt etwa über den Peak Denial. Einige Fakten seien schlicht nicht zu leugnen. Etwa die deutlich gestiegenen Preise für die Ölexploration und Rohöl selbst. Die größten Ölfelder, die immer noch 60% der weltweiten Rohölproduktion ausmachen, sind alt und eine Verringerung ihrer Produktionskapazität unausweichlich. Die neu entdeckten Ölfelder sind bei weitem nicht in der Lage, einen entsprechenden Rückgang zu kompensieren. Eine gute Zusammenfassung über diese Peak Oil Kernargumente bieten die ASPO-Vorträge der ersten Session von Kjell Aleklett und ex-BP Petroleum Ingenieur, Jeremy Gilbert. Siehe links eine der Illustrationen von Olle Qvennerstedt aus dem Aleklett Buch.

Jeremy Leggett, Mitglied der UK Industry Taskforce on Peak Oil and Energy Security, argumentiert in einem Guardian Gegenbeitrag zu Monbiot, dass es ein grundsätzliches Missverständnis sei, zu glauben, dass es bei Peak Oil in erster Linie um die Gesamtmenge ginge, die noch in einem Ölfeld zu vermuten sei. Viel mehr ist die Durchflußmenge, die aus den Ölfeldern gewinnbar sei, entscheidend. Wie hoch kann die tägliche förderbare Menge gehalten bzw. erweitert werden? Und zu welchem Preis? Er argumentiert, dass die Akteure im ASPO-Netzwerk selbst ja meist aus der Ölindustrie kommen und nun offener über die Problemlage sprechen könnten. Der Zugang zu gesicherter Information ist im Ölmarkt schwierig und Misstrauen höchst angebracht. Also kein Grund zu Optimismus für die Öl- und Gasindustrie.

Offensichtlich sind übrigens auch die Preisverschiebungen und eine deutlich gestiegene Volatilität. Vor 10 Jahren war die Weltwirtschaft 20-25 US-Dollar pro Barrel Rohöl gewohnt. Jetzt schreiben schon viele Medien von einem beispiellosen Sinkflug, wenn wir mal  unter 90 US-Dollar landen. Vielleicht ist dies aber auch nur ein Beispiel für die Kurzfristigkeit des Markt- und Mediendenkens. Aber dieser Shift ist nicht zu leugnen.

“All numbers are wrong: that much we know…

The question is: how wrong?” Diese ältere Zitat von Colin Campbell zeigt auf welchen unsicheren Boden sich auch Experten bewegen. Insofern geht es auch nicht darum, wer nun recht hätte. Die Welt und damit auch die Information über sie entwickelt sich ständig weiter. Es ist kein Wunder, dass sich die Prognosen auf allen Seiten laufend verschieben. Insofern ist das Duell zwischen Leggett und Monbiot eigentlich nicht derKern. Dennis Meadows hatte bei der ASPO-Konferenz völlig recht, als er sagte, dass jeder zur Bestätigung seiner These immer neue Daten finden könne, aber dass es darum nicht ginge. Es geht nicht mehr darum, vor Peak Oil zu warnen, sondern zu einem besseren Verständnis beizutragen, um Gegenstrategien -und maßnahmen zu entwickeln. Hier das Video der bemerkenswerten Diskussion bei der ASPO-Konferenz zwischen Kjell Aleklett, Jeremy Gilbert, Dennis Meadows und Nebosja Nakicenovic (IIASA, TU-Wien, Global Energy Assessment)

Es ist genug unter der Erde…

Eine realistische Einschätzung der Non-Conventionals ist nicht leicht, weil mit sehr unterschiedlichen Annahmen gerechnet wird. Wer die  Präsentation des schottischen Energieexperten und Oildrum Autoren Euan Mearns sieht, kommt zum Schluß: es ist genug fossiles Material in der Erde, das grundsätzlich für die energetische Nutzung gewinnbar ist.

Aber der fundamentale Wandel ist, dass nicht-konventionelle Quelle wie Ölschiefer, Schiefergas, Teersande etc. ökonomisch aber auch in ihrer geologischen Charakteristik völlig anders zu beurteilen sind als konventionelles Erdöl und Erdgas. Die Gewinnung selbst ist deutlich teurer, die Förderkurve ist unterschiedlich (sie fällt bei Shale Gas teilweise rapide ab nach dem Fördermaximum), der Energy Return On Investment (EROI) ist deutlich schlechter, was bedeutet: Wir werden immer mehr Energie brauchen, um neue Energie zu produzieren.

Der “große Goldrausch” in den USA (siehe den äußerst sehens- und hörenswerten Vortrag von Arthur Berman) aber auch Teilen Europas zu Shalegas, der zur aktuellen Euphorie führt, ist geblendet vom Wunsch nach kurzfristigem Profit. Aber langfristige Versorgungssicherheit ist dadurch noch nicht absehbar. Dass dabei über Umweltinteressen hinweg gefahren wird, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

…aber das Problem liegt oberhalb.

Auf die Frage, ob die Non-Conventionals letztlich ein Gamechanger sein können, meint Mearns: “Peak cheap oil was the game changer. Unconventional oil and gas production is the system response to the new game.”

Daher ist es verantwortungslos, dem Mainstream der Öl- und Gascompanies blind zu folgen. Auf den bestehenden Daten über nicht-konventionelles Öl- und Gas kann aktuell noch keine langfristige Strategie aufgebaut werden. Wie Nebojsa Nakicenovic ausführt, braucht es in der aktuellen Transformationsphase politisch notwendige Langzeitentscheidungen, was bei der enormen Preisvolatität der auf Fossilen aufgebauten Energiemärkte extrem schwierig ist. Es geht nicht um ein bisschen hier und bisschen dort, sondern um echte Transformation. Denn richtigerweise sieht er in erster Linie den Klimawandel als Kernargument, den es zu bekämpfen gilt (was manche im ASPO-Netzwerk anders sehen)

Unser Planet ist kein Spielplatz.

Wie ich schon im Posting vor der ASPO-Konferenz beschrieben habe, ist es Michael Cerveny (ÖGUT) und mir bei der Organisation der Konferenz nicht darum gegangen, auf die  Frage nach dem “WANN kommt Peak Oil” zu fokussieren, sondern viel mehr die Struktur der Energieversorgung noch besser verständlich zu machen, die Unwägbarkeiten und Risiken zu thematisieren, und mögliche  Strategien und Wege zu beschreiben.

Die hohen Öl- und Gaspreise der vergangenen Jahre haben stark zu einem Bewusstseinswandel beigetragen, der letztlich auch den politischen Wunsch bestärkt hat, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern  zu reduzieren. Es braucht ohne Zweifel Strategien, die eine signifikante Reduktion des Ölanteils und letztlich ein nahezu Phase-Out von Öl bewirken. (siehe Nakicenovic) Der Klimawandel ist der wichtigste Grund dafür, aber nicht der einzige. Die Unsicherheiten der Öl- und Gasversorgung mit allen umweltbezogenen Konsequenzen (Fracking etc.) gehören weiterhin dazu genauso wie die geopolitischen Facetten (siehe nächster Teil der ASPO-Nachlese)

Oder wir Richard Heinberg in seinem Beitrag “Peak Denial” so schön geschrieben hat:

The Peak Oil debate is not a sporting event. What matters is not which side wins, but what reality awaits us.”