Guensblog Top 5 – Musik 2013

30 12 2013

Heuer ohne große einführende Erläuterungen. Wie schon 2008, 2010, 2011 und 2012 dient mir selbst die Liste als Art Rückschau und vielleicht dem einen oder der anderen LeserIn als mögliche Quelle für Versäumtes und ggbfalls Nachzuholendes. Bin jedenfalls wie immer für Hinweise dankbar. Ich weiß, die Liste ist stilistisch recht breit, aber so ist eben mein Zugang. Selten gab es dafür so wenig Übereinstimmung mit den Rankings diverser Medien. (wiewohl da schon einige Hinweise auf mir Entgangenes dabei sind)

2013 war kein besonders gutes Jahr was Neuerscheinungen betrifft. Ganz anders jedoch was Konzerterfahrungen betrifft. Hier war die Reduktion auf 5 denkwürdige Highlights wirklich schwierig.
Schamlos bediene ich mich wieder einiger Youtube-Videos. Dank an allen Bereitstellern.

Best Song 2013

Gregory Porter: No Love Dying
. Quasi die Stimme des Jahres.



The Bad Plus – Seven Minute Mind
. Das Album ist bereits 2012 erschienen. Herrliche rhythmische Wechsel, wunderbare Linien. Großartige Band.


Villagers – Waves
Die irischen Vllagers sind sowas wie die Band des Jahres.
Editors: Sugar. Das Album ist meiner Meinung nach schwach, aber der Song bietet mehr als nur Pathos.
Bat For Lashes – Laura: Auch schon aus 2012, aber bei mir eben erst 2013 etabliert. Dass der Song auch auf großer Bühne funktioniert, ist erstaunlich. Einige nette Coverversionen kursieren im Netz. (etwa von Amanda Palmer)

Best Album 2013

Villagers: Awayland


Olafur Arnalds: For Now I´m Winter. Schon wieder. Island!
Magnus Östrom: Searching for Jupiter. Dieeeeeeeese Schweden (c Hans Huber, 1997) Aktuelles Album des Schlagzeugers der unvergessenen E.S.T.
Sweet William Van Ghost: For God and Christoph Marek. In vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Musikalisch, textlich und durch die rare Live-Präsenz des Künstlers.
Das Comeback der alten Helden. Black Sabbath haben nicht nur nach 43 Jahrn mit “13 ” die UK-Album-Charts erklommen, sondern auch tatsächlich ein wirklich starkes Album in fast Originalbesetzung hingelegt. Manchmal wird mal belächelt, wenn man Deep Purple erwähnt. Aber “Now What?!” ist ein gelungenes Album. (Platz 1 Albumcharts DE)

Top Concerts 2013

Amanda Palmer – Porgy & Bess, 14.11.
Hatte zwei mal heuer das Vergnügen, AFP zu sehen. Das Solokonzert im Zuge des Bluebird wird für wohl alle Besucher als denkwürdigst in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen ihrer musikalischen Performance, sondern auch ihre Erzählungen schaffen einen Kontext, der viele BesucherInnen sehr spezifisch adressiert. Es bleibt jedesmal was hängen.
Diesmal kein Konzertvideo, sondern ein dänisches Interview samt Backstage-Eindrücken.

Efterklang – Stockholm Arts & Music Festival, 14.8.
Die Dänen gehören seit einigen Jahren zu meinen Favoriten. Wirkten zuletzt schon etwas überspielt, aber Stockholm hatte wieder Klasse. Außerdem tolles Festival.
The Bad Plus, Porgy & Bess, 20.5.
siehe oben.
The Irrepressibles, Brut, 16.3.
Scott Matthew – Porgy & Bess, 1.11.
Blendend gelaunt, großartig begleitet und sehr stimmungsvoll.

Kein Zufall, dass so oft Porgy & Bess angegeben ist. Das Programm heuer war sensationell. Das Porgy macht die Stadt seit 20 Jahren zu einem noch besseren Ort. Danke dafür!

Sonst noch länger in Erinnerung:
Die unglaublichen Grooves von Drummer Luke Flowers beim Cinematic Orchestra Auftritt im Burgtheater.
Die außergewöhnlichen Klangforum-Konzerte 2013 im Wiener Konzerthaus.
Die schottische Band Glasvegas in Edinburgh.(kein Konferenz- ohne Konzertbesuch) Ob die dortigen Bekanntschaften in ewige Freundschaft, Schlägereien vor dem Club oder beides gleichzeitig übergehen, war mir zeitweise nicht klar. Die Crowd war jedenfalls sehr begeisterungsfähig.
Und neu am Radar: die estnische Band I Wear* Experiment, die ich nur dank der Credits auf der Weihnachtskarte des estnischen Präsidenten erkundet habe. Eine Premiere. Twitter sei Dank!





Guensblog Top5 – Music 2012

27 12 2012

Wenige Tage vor Neujahr: Die Jahresrückblicke sind meist schon abgespult; die Listen und Rankings geniessen Hochkonjunktur. Der New Yorker hat soeben sowas die Liste der Listen aller Zeiten veröffentlicht. Jene von Guensblog finden sich natürlich nicht auf einer Liste wieder, auf der es die Wine Spectators Top 100 auf Platz 84 und Rolling Stones´Top 500 Alben aller Zeiten auf Platz 81 schaffen. Nicht mal die zehn Geboten haben´s unter die Top 3 geschafft.

Sei´s drum. Ich werde heuer zwei resumierende Postings machen, einerseits den alljährliche Musikrückblick und andererseits im nächsten Beitrag ein inhaltliches Resumée über das abgelaufene Jahr mit einigen Social Media Top 5 (ein neues Unterfangen)

Ich lese gerne die Musik-Listen diverser Medien und Blogs, stelle aber fest, dass es immer weniger Übereinstimmung mit meinen Präferenzen gibt.  Das macht gar nichts, denn mit der Zeit ist es gut, sein eigenes Referenzsystem zu basteln und dennoch jene anderer Quellen zu nutzen, um auf Unentdecktes, Nicht-Berücksichtigtes oder gar Neues zu kommen. Dies ist eigentlich der wichtigste Zweck der jährlichen Top 5. Falls es wen  interessiert, die aggregierte Version (samt Spotify Playlist) und eine Übersicht diverser Musiklisten hat giga.de veröffentlicht. Auch inspirierend jedes Jahr die Jahresliste  von metacritic.com.

2008, 2010 und 2011 hat es schon Guenblog-Listen gegeben. Es ist interessant, die alten Beiträge nochmals zu lesen. 2011 war rückblickend betrachtet kein gutes Musikjahr. Hingegen gab es 2008 in der “Best “Wow! Never Heard Before – Artist” 2008” Kategorie mit Efterklang eine Band, deren Werk mich tatsächlich kontunierlich weiter begleitet hat. Wie sehr Musik mit der eigenen Geschichte verknüpfbar, habe ich versucht, in einem Posting an Hand des Jazzfestival Saalfelden zu exemplifizieren. Darum geht´s irgendwie.

So then, here we go:

Top 5 Tracks of 2012

Extrem schwierige Selektion in einem starken Musikjahr mit guten Neuerscheinungen. Alle genannten Top 5 Listen sind übrigens nicht gereiht.

Heave von The Maccabees: Ein Highlight eines ausgezeichneten Albums der britischen Band, die ich davor noch nicht am Radar hatte.

Point Of No Return von Tina Dico: Diese Dänen – sie schaffens häufig auf diese Liste. Außergewöhnliche, kraftvolle Stimme, die grad bei ruhigen Nummen wie Point Of No Return bestens zur Geltung kommt. (Youtube Link zu einer Akkustik Aufnahme in Kopenhagen)

Dreams Today von Efterklang: Schon wieder Dänen. Während ich – wohl ob der Erinnerungen an famose frühere Konzerte – heuer vom etwas zu glatten Gig leicht enttäuscht war, sind einige der neuen Nummern von Piramida nicht nur aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte stark. Dreams Today beginnt mit den Geräuschen von Laufschritten über einen Steg, die den Rhythmus der Nummer vorgeben.

Violently von Archive: Auch hier eine schwierige Entscheidung zwischen drei Nummern des neuen Albums. Letztlich ist es Violently, weil sie die unterschiedlichen Qualitäten der Band vereint. Auch dank der neuen, zusätzlichen Sängerin Holly Martin (Archive haben als Kollektiv vier Sänger/Innen).

Rowboats von Regina Spektor: Der Song ist schlicht exzellent geschrieben, gespielt und programmiert.

 

Top 5 Albums of 2012

Rhythm and Repose von Glen Hansard: Eigentlich das erste Solo-Album des irischen Sängers. Die Frames, deren Frontman Hansard gewesen ist, waren früher schon Favoriten von mir. Das neue Album unter eigenem Namen samt  Band ist erste Klasse. Hier ein Mitschnitt auf Youtube eines Konzerts in Bremen:

Given To The Wild von The Maccabees: siehe oben

Thread Of Life von Magnus Öström. Das Album des ehemaligen E.S.T Schlagzeugers, ist schon 2011 erschienen, hat sich aber erst 2012 bei mir eingespielt. Viele Sounds erinnern an die  E.S.T. Ära, die leider nach dem tragischen Tod von Esbjorn Svensson viel zu früh beendet werden musste. Dennoch ist Thread of Life ein hocheigenständiges Werk, das für die Zukunft noch einiges erwarten lässt. Apropos E.S.T.: Mit 301 ist heuer ein ebenso großartiges Nachlasswerk veröffentlicht worden, das bislang unveröffentlichtes Material einer Session rund um Leucocyte zu Tage bringt.

Theatre is Evil von Amanda Palmer & The Grand Theft Orchtestra. Cool war Amanda Palmer bislang  schon, aber mit dem Album zeigt sie insbesondere dank der neu zusammengestellten Band mehr Facetten, gutes Songwriting und breit aufgestellte Instrumentierung. Dank Kickstarter Projekt ist auch die crowdfunded Finanzierung des Albums denkwürdig.

FAT von Alexander Machacek, Raphael Preuschl und Herbert Pirker. Es ist schlicht eine Freude, zu sehen, wie sich drei österreichische Musiker, deren Schaffen man seit Jahren verfolgt, musikalisch weiterentwickeln. Machacek hat von LA aus die Gitarristengazetten erobert, Preuschl und insbesondere  Pirker sind nicht nur im Porgy regelmässig in unterschiedlichsten Konstellation auf der Bühne zu sehen. Großartige Scheibe mit extrem komplexen aber dennoch geniessbaren Tracks. Das vielleicht nicht völlig durchchoreographierte Promo-Video, lässt einen reinschnuppern:

 

Top 5 Concerts of 2012

Amanda Palmer and the Grand Theft Orchestra. 5. November 2011, Arena Wien.
Trotz schwerer Bronchitis von AFP ein auch dank einiger Sonderperformances von Mitmusikern außergewöhnliches Konzert. Die Improvisationsfähigkeit und exzessive Interaktion mit dem Publikum wird auch bei diesem Video des Konzerts in Paris augenscheinlich. Die Umstände waren ähnlich jenen in Wien.

Tina Dico, 17. Oktober 2012, WUK Wien.

Nicht nur weil Wegbegleiter Helgi Jonsson ein klasser Kerl ist. Starker Live-Auftritt.

Clara Luzia & Band, 4. August 2012, More Ohr Less, Lunz am See

Für mich eine kleine Überraschung, weil ich Clara Luzia zwar bislang OK fand, aber so richtig überzeugt war ich noch nicht. Der Abend hat meine diesbezügliche Wahrnehmung verändert. Die Band hat sich enorm weiter entwickelt. Das Ambiente auf der beschaulichen Seebühne hat ebenso zur idyllischen Gesamtstimmung beigetragen. Starke neue Platte auch!

Christian Muthspiel 4 feat. Steve Swallow, 23. August, Jazzfestival Saalfelden

Eine hochspannende Annäherung an die Renaissance Musik von John Dowland. Siehe Guensblog Beitrag zu Saalfelden 2012.

Archive, 26. November 2012, WUK Wien.

Es ist manchmal knapp am Abdriften in kaum erträglichen Schnulz bei dieser Band, aber sie kratzen jedes mal die Kurve und fetzen dann kraftvoll, elektronisch gestützt und mit viel Druck raus. Ein Mitschnitt von drei neuen Nummern, aufgenommen in Paris, verdeutlicht diese Dynamik

 

Top 5 – New Discoveries of 2012

RED Trio: Die portugiesische Improvisations-Jazzszene war mir bislang eher unbekannt. Dank Saalfelden gibt es nun einen Anker.

Giantree: Wieder was aus Österreich. Starkes Album, das auch live standhält. Communicate ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür.

Jherek Bischoff: Der Bassist von Amanda Palmers Grand Theft Orchestra zeigte im Vorprogramm des Arena-Konzerts seine Fähigkeiten als Komponist und Arrangeur. Sein Album “Composed” mit einigen prominenten Gästen wäre auch auf der Alben-Liste gelandet. Für mich sowas wie DIE Entdeckung des Jahres. Hier ein Eindruck:

Kasar: Hier gilt das gleiche wie bei Jherek Bischoff. Eher zufällig bei einem Konzert auf ihn gestossen. Bei Pianist Arnold Kasar war es gleich zwei mal, in Lunz und im Porgy. Ausgezeichnetes Album “Put A Light On Me”. Hier “En Automne” als Beispiel:

Ramona Falls : Brent Knopf war viele Jahre Teil von Menomena, die auf der Best of Liste 2010 zu finden sind. Nun kümmert er sich nur mehr um sein eigenes Projekt, Ramona Falls, und ehrlicherweise überzeugt mich dieses Album deutlich mehr als die neue Menomena Scheibe.

Also, irgendwen  habe ich sicher vergessen. Wenn´s ganz arg ist, wird das noch ergänzt 😉





Reflexionen zu Saalfelden 2012: Musik als Teil der eigenen Geschichte

30 08 2012

Nach langer Zeit wieder mal auf Guensblog ein musikbezogenes Posting. Als ich mit Guensblog begonnen hatte, war es meine Absicht, immer wieder über Musik zu schreiben, einfach weil Musik nicht nur eine persönliche Leidenschaft ist, sondern auch eine der netzwerkübergreifenden kulturellen Verbindungsmöglichkeiten zu Menschen und ein Blog ein taugliches Mittel sein kann, auf Ereignisse, Aspekte oder Künstler hinzuweisen, für die sich andere interessieren könnten. Nun, ich hab es dann zugegebenerweise – abgesehen von den Best-Of-Listen rund um den Jahreswechsel – wieder zurückgestellt. Aus Zeitgründen, aber auch weil ich mir ob der Sinnhaftigkeit nicht mehr sicher war.

Der Besuch des 33. Jazzfestival Saalfelden motiviert mich, wieder einige Gedanken zu formulieren und in den Schlund von WordPress zu werfen. Auch weil ich das Gefühl habe, dass im Netz neben Fotos und Videos meist nur printmediale Konzertkritiken zu finden sein werden, die lesenswert (oder auch nicht) sein können, aber die Besucherperspektive eben eine andere ist. Und ich darf mich wirklich Stammbesucher nennen (es war mein sechszehntes mal Saalfelden). Musikkritiken sehen sich meist in der Funktion, einen Gesamtkontext des Darbietungen zu interpretieren und das Festival als Bestandsaufnahme und Trendspotting im Jazz zu sehen. Das kann interessant sein, aber auch völlig überinterpretiert. Denn angesichts der extrem hohen Vielfalt in einer Musik wie Jazz kann ein Festival wie Saalfelden ohnehin nur einen Ausschnitt abbilden. Dass jener selbst vielfältig sein muss, ist Anspruch des Festivals aber auch der BesucherInnen.

Daher ein paar Beobachtungen und Gedanken zu diesem wunderbaren Festival, auf das ich mich jedes Jahr wegen des Programms, der Gegend und Leute weiterfreue. Saalfelden ist zu Recht eines der meistbeachteten internationalen Jazzfestivals. Das Programm ist mehr als beachtlich, das Festival top-organisiert (keine Selbstverständlichkeit) und das Umfeld äußerst sympathisch. Auch die Moderation durch Hannah Becher war heuer ausgezeichnet (was ebenso keine Selbstverständlichkeit hierzuland ist)

Musik als Teil auch der eigenen Geschichte

Wenn man wie ich seit rund 20 Jahren nach Saalfelden fährt, bringt man vor allem eines mit: viele Erinnerungen und Erfahrungen, die Bezugspunkt bleiben. Nehmen wir als Beispiel Henri Texier. Es ist wohl über 15 Jahre her, dass ich ihn gemeinsam mit Aldo Romano und Louis Sclavis im berühmten Zelt in Saalfelden gesehen habe. Ein unvergesslicher Auftritt; “Annobon” gehört ohnehin zu den Alltime Tracks. Erstaunlich, wieviele aus dem Publikum sich an Texiers frühere Auftritte erinnern konnten. Das gehört dazu: man teilt Erinnerungen, reaktiviert sie teilweise und ergänzt sie durch neue Hörerlebnisse! Es ist auch diese Auseinandersetzung mit Kunst und zugleich Kultur, die den Reiz ausmachen.

Seine ausgezeichnete Band Texier 4 (großartig etwa Louis Moutin am Schlagzeug) konnte einen neue Erinnerungspunkt für die Zukunft legen. Danke an zlizla für´s Video posten!

Rück- und Ausblick: Referenz an Vergangenheit und Zukunft

Mit dem Booking der legendären Experimental Band des demnächst 82jährigen Muhal Richard Abrams ist dem Programm-Machern ein besonderer Coup gelungen. Es sind unter anderem wirkliche Big Names, die in Saalfelden auftreten. (vor 3 Jahren war etwa Ornette Coleman Gast in Saalfelden) Aber im Gegensatz zu Ljubisa Tosic vom Standard (“Ein Kongress der Exzentriker“) hat mich der Auftritt mit dem Absolieren der einzelnen Stars selbst zwar nicht angesprochen, aber es ist eine Referenz ein historisch relevante und immer noch lebendige Musiker, die hier erfolgt. Man verbeugt sich ehrfürchtig. Auch das ist wichtig. Ganz anders übrigens der Gig einer anderen Legende. Von Pharaoh Sanders.

(Foto c Saalfelden-Leogang) Dessen Band hatte, geführt vom großartigen Rob Mazurek, dem kollektiven Spiel und rhythmischen Flächen mehr Platz eingeräumt. Ehrlich gesagt interessiert mich das ja mittlerweile mehr als die einzelnen Soli. Es ist interessant, dass just der 72jährige Pharaoh Sanders als nahezu einziger Electronics in seine Band intergriert hatte. Und zwar wirklich integriert und nicht nur als look-alike oder Showelement auf die Bühne gestellt. Ein hervorragendes Abschlusskonzert jedenfalls, bei dem altbekannten Namen neu entdeckt werden konnten.

Generell ist ja zu beobachten, dass die Phase, wo alle Electronics zeigen mussten, wieder vorbei scheint. In Saalfelden dominierten relativ klassische Formationen mit viel Alt-Sax. Das ist nicht schlecht, hätte aber auch auf der großen Bühne etwas mehr Abwechslung vertragen.

Dem Jazzfestival Saalfelden gelingt meist eine sehr gelungene Mischung aus Bewährtem und Neuem. Neben den großen Namen ist der Reiz noch größer bei jenen Künstlern, die man noch nicht so kennt. Und es gibt jedes mal Namen im Programm, die ich zuvor noch nie gehört hatte. Diesmal war es z.B. das portugiesische RED Trio gemeinsam mit dem Saxophonisten John Butcher, das mich bei den Short Cuts im Nexus sehr überzeugt hat. Die Hinweise zu den Labels und Clubs in Lissabon könnten Einfluss auf die zukünftige Urlaubsplanung haben…

Die österreichische Perspektive

(Foto: kr) Mein Patriotismus ist in Kunstsachen nicht besonders ausgeprägt, dennoch bietet die österreichische Jazzszene insbesondere in den letzten Jahren sehr interessante Acts, die sich auch bei internationalen Festivals sehr gut machen. Ehrlich gesagt finde ich drei österreichische Acts (und insgesamt – wenn ich mich nicht verzählt habe – 5 österreichische Musiker) bei Short Cuts und auf der großen Bühne recht wenig. Dabei war mit Christian Muthspiels Neuinterpretation des Werks von John Dowland ein echtes Highlights zu Beginn dabei. Gemeinsam mit dem ehemaligen Vienna Art Orchestra Kollegen Franck Tortiller und Matthieu Michel bzw. der Basslegende Steve Swallow gelang ein neuer Kontext zur Musik des 1626 verstorbenen Komponisten.

Auch das Projekt “Weisse Wände”, das Lyrik und Musik zu einer nicht immer nachvollziehbaren aber dennoch spannenden Geschichte verknüpft, war originell. Neben Karl Ritter, Schauspieler Christian Reiner beeindruckt insbesondere Herbert Pirker am Schlagzeug. Pirker spielt äußerst variantenreich und ist höchst gefragt als Musiker. Wer das Porgy-Programm für September durchblättert wird seinen Namen sechs mal mit jeweils unterschiedlichen Projekten vorfinden.

Dass es einen Mangel an international höchst erfolgreichen österreichische Jazzmusiker gäbe, die man auch in Saalfelden präsentieren könnte, kann man nicht behaupten. Ich denke nur Alexander Machacek, der nicht nur von Gitarristenkollegen wie John Mc Laughlin respektiert wird, sondern eine echte Größe in der Szene ist. Das ist auch meine einzige leise Kritik. Ich verfolge gerne die Acts aus den USA, die diesmal Saalfelden dominiert haben, denke aber, dass auch die europäische Jazzszenen, etwa jene aus Mittel- und Osteuropa, in Zukunft wieder mehr Beachtungen finden könnten. Und eben auch der eine oder andere Österreicher mehr.

Meine Top 6 von Saalfelden 2012 waren in erster Linie europäische Acts:
Christian Muthspiel 4,feat. Steve Swallow
Red Trio & John Butcher
Henri Texier 4
Klima Kalima
Hasse Poulsen
Pharoah & The Underground

Dass Saalfelden auch für Musiker von hoher Bedeutung ist, zeigt dieses Interview in den Salzburger Nachrichten mit Tim Berne. Mittlerweile hat er 20mal in Saalfelden gespielt, zu Beginn brauchte er aber einen ordentlichen Whiskey zur Beruhigung. Er sagt: “Saalfelden ist etwas Besonderes. Es gibt Orte, an denen man weiß, dass immer etwas entsteht. Das hat mit dem Publikum zu tun, aber auch mit den Leuten hinter den Kulissen.”

Das Jazzfestival Saalfelden möge es bitte ewig geben. Es gehört zu den Sachen im Leben, mit denen ich gerne alt werden würde, um mit einer kleinen Liebeserklärung zu schließen. Es ist wichtig für die Musikszene, für die Region und für die Kultur in diesem Land. Der Finanzbedarf wird absehbarerweise steigen. Mögen Subventionsgeber die Bedeutung dieses Festivals nicht nur rhetorisch anerkennen und auch bei der notwendigen Erhöhung der Förderung keine Barrieren aufbauen. Das Jazzfestival hat und schafft enormen Wert. Und das jedes Jahr aus Neue. Dafür sie an dieser Stelle auch einmal gedankt!





Best of Music 2011

31 12 2011

Wie schon in einigen Jahren zuvor (siehe 2010 und 2008), soll das heurige Jahr ebenso nicht ohne musikalische Best-of-Liste im Sinne eines Rückblicks vorbeiziehen. Quasi knapp vor Ende der Transferzeit noch ein gschwinder Beitrag dazu. Die Verführung war natürlich groß, diesmal keine Listen im Sinne der Tradition von Nick Horby´s “High Fidelity” anzulegen, sondern gleich alles in Ratings zu stopfen. Anlaß für ein Downgrading hätte es auch einige gegeben, aber dann habe ich mir gedacht, dass man sich dem öffentlichen Bedürfnis nach Orientierung und Beurteilung durch derartige Bewertungsmethoden eben nicht beugen muss. Schließlich ist ja auf einer gänzlichen anderen Ebene die weitgehende Unterwerfung politischen Handelns – sowohl auf Ziele wie auch auf Instrumenten und Maßnahmenebene – einem einzigen Instrument des Kapitalmarkts gegebüber, nämlich dem (Tripple A) Rating, auch nicht zielführend. Man darf schon auch erwarten, dass Politik Ziele hat, etwas will und entsprechend Prioritäten setzt. Das wär quasi mein Wunsch für das neue Jahr, nämlich Mehr einer inhaltsgetriebenen Politik zu sehen. Aber die Krise der politischen Instrumente wird bald auf Guensblog mehr Aufmerksamkeit erhalten.
In die Politik will ich aber nicht zu weit abgleiten, sondern gleich mit paar Listen 2011 loslegen.
Warum ich das mache? Weil ich selbst von derlei Listen anderer profitiere. Wäre z.B. auf der Best of List von Stadtbekannt nicht das Album des ehemaligen E.S.T-Musikers Magnus Öström “Thread of Life“ erwähnt gewesen, hätte ich es eben nicht mitbekommen. Und das wäre schade gewesen. Man könnte ja doch noch was verpassen…

Tracks of 2011

Iron by Woodkid Kam erst gegen des Jahres in meine Playlist, und dort quasi von 0 auf 1 wie Udo Huber früher gesagt hätte. Die ganze EP ist sehr hörenswert.
Keep You Close by Deus: Enttäuschendes Album, aber dieser eine Song ist Klasse. Hat eine Band wie Coldplay zb mit dem neuen Release nicht geschafft. Und die hatten früher auch auf schwachen Alben zumindest 1-2 tolle Songs dabei.
The Devils Orchard by Opeth: Der Stilwechsel von Opeth gefällt mir alten Progrocker sehr gut. Auch wenn sie doch einige Fans dadurch verloren haben. Das Drumming bei diesem Song ist großartig.
Your Ex-Love is Dead by Stars: kein neuer Song, aber dank einer Geburtstagfeier, wo ich ihn mitcovern durfte, oft gehört und in meiner Bestenliste reaktiviert.
Sirens by I Like Trains: Erster Halbmarathon. Ca km 15. Das richtige Tempo für´s richtige Tempo. Und schön antreibend, ohne zu viel Gas zu geben.

Album of 2011

21 by Adele: Ich weiß, auf die können sich viele einigen. Aber sie ist einfach verdammt gut!
A Different Kind of Fix by Bombay Bicycle Club: Schon ihr erstes Album war stark; das Folgewerk heuer noch kompletter und insbesondere im Songwriting noch gefestigter. Leider nie live gesehen.
Lupercalia by Patrick Wolf: Entertaining, dramatisch, positiv und kompositorisch auf durchaus hohem Niveau.
Never Stop by The Bad Plus: Wohl das meistgehörte Album von mir. Schon 2010 erschienen. Anstatt wie früher Coverversionen diesmal Eigenkompositionen. Gute Idee!

Beim fünften kann ich mich nicht entscheiden, ob James Blake, der wohl in kaum einer Liste für 2011 fehlt oder Allison Miller, die beim Jazzfest Saalfelden so überzeugt hat, oder doch das gesamte Opeth Album. Jedenfalls nicht die enttäuschenden Death Cab for Cutie oder Snow Patrol Teile.

Concerts of 2011

Eigentlich war ich ja auch auf dem von FM4 gewählten Konzert des Jahres von Arcade Fire in Wiesen. Aber mir haben andere besser gefallen bzw. bleiben nachhaltiger in Erinnerung. V.a.:
The Irrepressibles beim Donaufestival am 7.Mai: Die wollte ich immer schon live sehen und es war großartig. Bin sonst kein Freund übertriebener opulenter Inszenierung, aber in diesem Fall sind Musik, Style und Gesamtchoreographie äußerst stimmig. Außerdem sind die wahnsinnig sympathisch.
The Bad Plus feat Joshua Redman beim Jazzfestival Saalfelden am 28. August: Es gibt diese Momente, wo man alles alles rund um sich ausblenden kann. Alles! Das war bei diesem großen Auftritt dieser Superstars des modernen Jazz so.
Efterklang Berlin Volksbühne am 13. März: Alter Däne, Efterklang gehören zu meinen Favoriten der vergangenen Jahre. Hatte sie wenige Tage davor in Wien gesehen. Ein ehrlicherweise nicht besonders stillefähiges Wiener Publikum hatte das leicht beeinträchtigt. Der glückliche Zufall liess Efterklang und mich kurz danach gleichzeitig in Berlin sein. Und Berlin war deutlich fokussierter und in allen Belangen wunderbar. Die Band macht nun eine Auszeit.
Das Video ist zwar nicht von diesem Konzert, aber die Aufnahmequalität passt:

Für mehr Musikkategorien habe ich heuer ehrlich gesagt keine Zeit.

Für einen kurzen Outlook 2012 noch ein paar Hinweise auf Releases, die für Aufmerksamkeit sorgen werden/sollten. Wobei ich international nix mehr erwähne, denn in der Vielfalt interessanter anstehender Neuerscheinungen bin ich mit meinen Erwartungen oft zuletzt daneben gelegen. Daher paar Hinweise aus dem eigenen Lande:
Mit Spannung erwarten kann man das neue Soap & Skin Album “Narrow”, das am 10.2. rauskommen wird.
Durch unzählige Auftritte und auch ihre Songcontest-Bewerbung hat sich die Mary Broadcast Band einen Namen gemacht. Auch hier wird 2012 ein neues Album erscheinen, das erfolgsversprechend klingt.
Das neue und zugleich erste Solo-Album von Eloui “Chasing Atoms” ist ausgezeichnet und sollte noch breiter bekannt werden. Ich denke, von ihr wird man 2012 einiges hören.

So far 2011, more to come…





Best of 2010 – Part 1: Music

25 12 2010

Last year I failed to write a “Best of 2009” posting. (after starting in 2008) 2009 was not a good year concerning new music releases. 2010 – much better! So I again follow the TOP 5 list principle inspired by Nick Hornby´s book “High Fidelity” and allow myself to integrate one or the other link & hint. Of course this list is completely personal.
So here we go:

TOP 5: TRACK OF THE YEAR
Not easy to choose. A lot of tracks of the Top Album list (see below) could be in this list, too.
Stand Still by The Album Leaf
Five Little Rooms by Menomena
5 Steps/7 Swords by Get Well Soon
Blood Buzz Ohio by The National
In This Shirt by The Irrepressibles

This song is not new (written for a soundtrack – I think – in 2008), but it was released in this year´s debut album “Mirror Mirror” by the great band project The Irrepressibles. And well, it´s my song of the year. Something that will stay for a longer period of time.

TOP 5: ALBUM OF THE YEAR
Again, a tough decision. I felt absolutey sure about the first three ones in this list. Fantastic albums. But they are so many other good releases (just to mention examples… Efterklang, The Miserable Rich, I am Kloot, some Jazz albums etc. etc.), but I picked two surprises at the end of that list.
Mines by Menomena
Total Life Forever by Foals
A Chorus of Storytellers by The Album Leaf
The Morning After by James
I´m New Here by Gil Scott Heron

Picked out a The Album Leaf Live Video from their Vienna Gig (thanks to LocalHero who´s providing some really good live videos on Youtube) /also see concert list

TOP 5: RUNNING SHOES PLAYLIST
Blood Buzz Ohio by The National
Me and the Devil by Gil Scott Heron
Alter Ego by Markus Kienzl (released in 2009 on Markus Kienzl´s album Density)
SDP by The Kissaway Trail (inspired by their gig at Arena supporting The National)
Winter Hill by Doves (released on my album of the year 2009 “Kingdom of Rust” by Doves)

TOP 5: FADEOUT SONGS (before falling asleep)
Blank Pages by The Album Leaf
Emerald and Stone by Brian Eno
The Same Shoes by I am Kloot
The Mouth of the Wolf by The Miserable Rich
Epilog (Streichquartett in G-Moll) by Julian Maas & Christoph M. Kaiser (Soundtrack “This is Love” in 2009)

TOP 5: CONCERTS
Unfortunately I missed Memomena, Get Well Soon and Foals…

The Album Leaf – Szene Wien 9.3.2010
video above
Speak JazzFestival Saalfelden 26.-28.9.2010

thanks for providing this and many other Saalfelden videos on Youtube to wotan667.

Alex Machacek Trio with Herbert Pirker and Raphael Preusch – Porgy & Bess 7.9.

The Miserable Rich – Chelsea Wien 2.5.2010
Jonsi – Arena Wien 24.7.2010 Great performance, fantastic visual concept!!
This clip is promotional, but catches the atmosphere pretty well…

So, that´s it for a great music year 2010.
2011 looks good, too. Watch out for the new releases by The Decemberists, Cake, Amos Lee (January), Bright Eyes, The Low Anthem, Radiohead… and some promising live appearances e.g. by (sensationally!!!) Godspeed You! Black Emporer (25.1. Arena), I Like Trains (26.1. Chelsea), Efterklang (March), …trail of dead (April) and well, for all who share some memories on that… Judas Priest & Whitesnake will say hello & goodbye in June. Possibly the last chance to see Priest on tour. In case you care. I do 😉





Erstmals in Wien: Athlete

23 10 2009

Dieser nachgerade unglaubliche Konzertherbst führte erstmals auch die britische Band Athlete nach Wien. Ort des Geschehens war das passabel gefüllte Flex. Athlete hat mit Tourist aber auch Vehicles & Animals zwei exzellente Indie-Pop/Rock Alben herausgegeben, die bei mir vor einigen Jahren rauf und runter gespielt wurden. Man muss sich fragen, warum aus dieser Band niemals sowas wie Coldplay oder Snow Patrol geworden ist. Vielleicht fehlen ihnen da und dort die Kanten? Oder auch sowas wie Charisma? Der Gig war jedenfalls gut. Ihr Songwriting ist sehr klassisch, liefert großartige Bridges, bei manchen Nummern gibts gute Spannungsbögen mit Steigerungen am Ende (gestern zB. bei “24 hours” – starke Version), die Musiker sind alle sehr souverän, die Stimme hat auch was. Am besten gefiel mir ja der linke Fuß des Drummers. Der weiß nämlich sehr genau, wann und wie er ihn anheben muss, um die Hihat zu öffnen. Nicht zuletzt das verleiht den Nummern live mehr Dynamik als auf Scheibe.

Wer weiß, vielleicht fehlt auch nur der eine große Song zum internationalen Durchbruch. Das Potential wär eigentlich da.

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Take back the city … Snow Patrol in Copenhagen

21 05 2009

Kopenhagen ist eine äußerst nette Stadt. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit; Radfahrer sind in Scharen präsente und zugleich meist respektvolle Verkehrsteilnehmer; es sorgt für basses Erstaunen bei den Menschen, dass es zuletzt sowas wie eine Schießerei gegeben habe, denn sowas gibts hier einfach nicht; es gibt viel zu entdecken; das Wasser beruhigt die Seele und es gibt eine Reihe spannender Menschen, mit denen man interessante Gespräche führen kann.

snowpatrol_vegaDa trifft es sich gut, dass genau zur Zeit meines Besuchs (also am 19.5.), ein Auftritt von Snow Patrol in einer wunderbare Location namens  Vega stattfindet. Overwhelming sympathy, könnte man meinen, wenn Sänger Gary Lightbody das Publikum daueranstrahlt. Gesanglich ist der Mann an diesem Abend übrigens in ausgezeichneter Verfassung (was nicht immer der Fall ist wie man auf diversenYoutube Videos verfolgen kann)

Doch die durchdringende Freundlichkeit wird einem allmählich nicht geheuer. Zumindest mir. Nach einer halben Stunde regt sich in mir Unmut: Irgendwas stimmt nicht bei diesem Gig. Was ist los mit Snow Patrol?

Sollten sie also zb kommende Woche im Wiener Gasometer (ein denkbar ungünstiger Ort für diesen Act) das Snow Patrol Konzert besuchen, könnten Sie sich nach einer halben Stunde denken, dass

… die Leadguitar äußerst dünn daher kommt und selbige als Rhythmusgitarre einen faden, trockenen Ton aufweist, der bieder ist und  nicht mitreisst

…die sogar perkussiv unterstütze Rhythmuspartie wenig Druck erzeugt, insbesondere das Schlagwerk nachgerade traumwandelt

… die Nummern souverän aber ohne spezifische Dynamik gespielt werden

… das alles so wahnsinnig positiv ist, aber genau das eben nicht die spezfische Stärke der hits dieser Band ist (es sind eher die dramatischen Elemente und das Antreiben auf den Achteln/Vierteln – je nach Nummer)

… die in einigen Nummern wichtige zweite Stimme nirgendwo ist

etc.

Und hier meine Empfehlung nach dieser halben Stunde: BLEIBEN SIE – GEHEN SIE NICHT WEG!

snowpatrol_erstrahlDenn es kommt die grosse Wende. Mit jener Nummer, die auch für die Band die Wende zum großen Erfolg war. „Run“! Diesmal zu Beginn solo gespielt von Lightbody. Zwei Verse, ein Refrain akkustisch, dann die gesamt Band. Und auf einmal kippt der Gig. Ins Wundersame. Es ist alles da…. Die Achteln (oder auch Vierteln) werden in Gleichklang von Gitarre, Bass, Schlagzeug druckvoll gespielt, was eigentlich der Motor für fast all diese Nummern ist. Der Sound wird fetter, hin und wieder kommt die wohl subcutane Aggressivität hervor, die in dieser Band ja steckt, man muss sie nur rauskitzeln.

Es folgt ein Feuerwerk der großen Hits (davon sind manche auch einfach personal favourites). Chasing Car.  Crack the Shatters, Take back the City, Make This Go on Forever und am Ende des regulären Sets ein begeisternd dargebrachtes “Open Your Eyes”

Schade nur, dass die Zugabe zwar mit dem “The Lighning Strike”  eröffnet wird, aber hier nur der erste Teil dieses Opus Magnum des letztem Album gespielt wird.

snowpatrol_byeWas bleibt ist, dass Snow Patrol auch live eine Band ist, die einige wirklich große Nummern hat, hin und wieder aber auf den berüchtigen Kick-Ass  vergessen sollte. Und das hat gar nix damit zu tun, wie schnell oder langsam ein Song ist.

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