Die gleiche Miene unseres Bürgermeisters

16 09 2010

Ein kleines Suchbild-Rätsel: was an den folgenden beiden Bildern ist gleich?

Hier das Bild vom Jobs-Plakat der SPÖ

Und hier ein Bild aus dem Folder Lebensqualität:

An der Fähigkeit, in unterschiedlichen Situationen immer gleich zu schauen…an der müssen manche noch arbeiten.
Nicht unser Bürgermeister. Der schaut nämlich extra gleich – unabhängig davon, ob am Gipfel über der Stadt Wien oder vor einem (übrigens im Vergleich zum Bauwerk davor irgendwie trotz Distanzperspektive recht mikrig wirkenden) Baukran und mit Menschen, die Baupläne zeigen. Lediglich das Licht ist ganz ein bissl anders gesetzt.

Oder muss man an der Authentizität der Fotos zweifeln? Oder gar an den Photoshoppern der Kampagne?
Nein, das kann eigentllich nicht sein.





Misstrauen in den Vertrauensindex

19 04 2009

Beim wochenendlichen Durchlesen einiger ausgerissener Artikel dieser Woche, fällt mir noch die Berichterstattung über den APA OGM-Vertrauensindex Wiener Politiker auf. (siehe auch Standard online oder Presse online)

wien20090417184527Das Prinzip der Vertrauensindices für Politiker ist einfach und wird auch oft bundespolitisch angewandt. Diesmal gehts aber um Wien. Für diesen aktuellen Vertrauensindex wurden rund 400 Wienerinnen und Wiener ab 16 Jahren telefonisch mit dieser Frage konfrontiert: “Vertrauen Sie xy oder vertrauen sie xy nicht oder kennen Sie xy nicht?” Aus den Werten wird dann der Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird. Die Schwankungsbreite liegt laut OGM bei fünf Prozent.

In diesem Fall sieht man also, dass Häupl deutlich führt, aber seit 2005 verloren hat; Renate Brauner deutlich an Vertrauen zulegen konnte. Und Strache mehrheitlich kein Vertrauen geniesst.

(Quelle: APA/Die Presse)

Eines der Probleme dabei: der Bekanntheitsgrad wird nicht angegeben. Klar, Häupl und Strache kennen fast alle. Aber wer kennt Isabella Leeb? (Stadträtin VP) Und wer Siegi Lindenmayr? (neuer SP-Klubobmann)

Kaum jemand außer Journalisten und Polit-Insider, behaupte ich mal  – ohne großen Mut für diese These aufbringen zu müssen.

Gehen wir davon aus, dass ca. 5 Prozent der WienerInnen Stadträtin Leeb kennen? Das sind bei einem sample von 400 dann also 20 Personen.  Bei Lindenmayr sind es vielleicht 10 Prozent und 40 Personen. Ein völlig irrelevantes Sample für eine ansatzweise angemessen Beurteilung.

Wobei generell zu hinterfragen ist, welche Rückschlüsse man aus einem Vertrauensindex zieht. Zu Strache haben im Saldo 34 Prozent der Befragten kein Vertrauen. Interessanter wäre das Bruttoverhältnis, also wieviel vertrauen ihm, wieviele nicht. Das Ergebnis wäre wohl eine hohe Polarisiserungswirkung. Also viel Zustimmung und zugleich noch höhere Ablehnung. Aber erkennen kann man das nicht auf Basis der veröffentlichten Daten.

Ein anderes Beispiel: Wenn bei den GRÜNEN, Vana, Vassilakou und Ellensohn, z.B. Werte von -1 bis -5 stehen: heisst das, dass sie

  • entweder kein Mensch kennt, oder
  • sie gekannt werden, aber den Befragten egal sind, oder
  • viele Menschen sie kennen, und sie geliebt und zugleich gehasst werden, was netto wiederum Werte rund um Null ergibt?

Alles ist möglich. Mit den medial preisgegebene Informationen ist also wenig anzufangen. Allein bei jenen Politikern, die seit 2005 (letzte derartige Umfrage) sehr bekannt sind, sind Vergleiche und Trends abzulesen, also bei Häupl (signifikantes Minus) oder Brauner (signifikantes Plus).

Große Erkenntnisse aus diesen Daten sind jedoch jedenfalls Spekulation. Schade drum eigentlich.