Old Politics & Decoding Leadership: Warum es im Fall Niko Pelinka um mehr als die Person gehen sollte

30 12 2011

Vorweg, dieser Beitrag soll nichts relativieren, was an der heiß und viel diskutierten ORF-Personalie Niko Pelinka zu kritisieren ist. Mich interessiert aber weniger die Person, über dessen Qualifikation ich wenig sagen kann, als die Muster dahinter und warum es um mehr geht als um eine (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) parteipolitisch motivierte Personalentscheidung. Es sind Muster nicht nur österreichischer Politikkultur aber auch von gängigen Leadership- und Karrieremechanismen, die hier zu tragen kommen.

Was ich schon für relevant halte ist, dass die Kritik an der Person Niko Pelinka häufig an diesen Mustern vorbei lenkt. Der Yuppie-artige Karrierist mit gutem Netzwerk und parteipolitischem Instrumentenportfolio zieht manch Aggression auf sich, was angesichts dieser Entscheidung absehbar war. Wichtiger scheint mir jedoch auf die nicht-persönliche Ebene zu fokussieren, weil ich die teils unter- und zugleich übergriffige Ausdrucksform für kontraproduktiv halte. Wutbürger hin, Wutbürger her.

Eine besondere Leseempfehlung sei an dieser Stelle schon zu Beginn Michel Reimons heutigem äußerst intelligenten und elaborierten Kommentar auf derstandard.at “Posten sind Schweine” ausgesprochen. Big one.

Bevor die politische Ebene drankommt, noch zur Brücke Richtung Leadership & Karrieremustern. Überall ist derzeit in den Karriereteilen diverser Zeitungen von New Leadership etc zu lesen. Der smarte, wertegetriebene Chef, der gut führt, kommuniziert etc. und so erfolgreich ist. Die Praxis zeigt auch im Unternehmensbereich ein anderes Bild, wie mir mancherorts von Betroffenen bestätigt wird.
Das kürzlich erschienene Buch (Kindle Edition)”Decoding Leadership Bullshit. Practical Tips to Move Up The Corporate Ladder” von einem Autor, der sich Hal O´Ween nennt, beschreibt auf Basis langjähriger Erfahrung in Organisationen und Unternehmen auf ironische und witzige Art, welche Regeln man zu befolgen hat, um erfolgreich zu sein. Hal O´Ween zeigt auf, dass all das Gerede von New Leadership in keinster Weise dem entspricht, was in Unternehmen abgeht. Auch hier ist der eigentliche Sinn: Machtabsicherung, Blendung, strategische Netzwerke und Statuserhalt bzw. -ausbau. Reimons verteilte Schweine erinnern auch daran. Hier ein paar Zitate aus dem Kindle-Buch:
„Assertiveness is key…competence is not. (…) In a corporation, your competence needs to be about making others believe your activities matter.”
“Get respected…not liked.”
“Status Is the most important vehicle for getting respect.”
“Leadership behavior: seem busy.”
“Leadership behavior: Mix with the right people. Have a realistic assessment of your tribe. Join the right organizations.”
“Values are important…to drive your career!”
“Focus on the short term…”

Nicht gerade jene Inhalte, die man in Mainstream Karrierewegweisern liest. Hal O´Ween führt mit Beispielen süffisant aus, welche Leadership- und Karriereregeln in großen Unternehmen gelten.
Was das mit dem Fall Pelinka zu tun hat? Weil man fragen kann, hat Niko Pelinka wirklich was falsch gemacht? Unter einem Karrieregesichtspunkt: nein. Was soll man ihm da vorwerfen?

Aber hier kommt der nächste Aspekte, denn es geht eben nicht um Niko Pelinka; es geht um Politik und um jene Medienanstalt, die sich öffentlich-rechtlich nennt. Und diese diskrediert sich damit beträchtlich, denn die Pelinka-Bestellung ist sowas von Old Politics, das man die Stirn runzeln muss. Man unterschätzte offenbar jedoch die Dynamik, die ausgelöst wird:

Old Politics vs New Media
Robert Misik hat das in seinem Videoblog schon richtig konstatiert, aber man muss es nochmals wiederholen. Hat da wer ernsthaft an kluges medienstrategisches Timing gedacht, als der ORF am 23.12. um 14:00 die APA-Info rausließ, dass Niko Pelinka neuer Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz werden solle? Old Media-Timing funktioniert nimmer. Twitter, Facebook et al halten sich nicht an Redaktionszeiten. Und das von Peter Kruse in seiner wunderbaren 3min Rede in der Bundestags-Enquete “”Internet und digitale Gesellschaft”” als “kreisende Erregung” bezeichnete Phänomen, dass die sich selbst aufschaukelnde, rasche Empörung via Social Media auch in politischer Aktivität und evtl sogar Machtausübung münden kann, wurde offenbar unterschätzt. Und dass sich was regt, wird jeden Tag bewiesen, insbesondere von ORF-Redakteuren selbst. Siehe diese Petition.

Die Diskreditierung von Vergabeverfahren
Absurder geht´s gar nicht. Am 23.12. wurde bekannt gegeben, dass Niko Pelinka Büroleiter von GD Wrabetz werden soll. Gestern, am 28.12., wurde die vergleichsweise hoch dotierte Stelle – gemeinsam mit einigen anderen – im Amtsblatt ausgeschrieben. Sinn und Idee einer Ausschreibung wird damit völlig diskreditiert. Und das hat Folgewirkung, denn schon jetzt, wenn im öffentlichen Bereich ein Job ausgeschrieben wird, wird nachgefragt: “Ist das eine echte Ausschreibung oder weiß man eh schon wer´s wird?” Viele Menschen nehmen grundsätzlich an, dass Ausschreibungen im öffentlichen Bereich nur pro forma sind. Was oft nicht stimmt. Ich kenne Jobausschreibungen im öffentlichen Bereich, die sind echt & offen; folglich sind auch Bewerbungen ernsthaft und sinnvoll. Aber qualifizierte Bewerber hinterfragen immer häufiger, ob sie sich überhaupt bewerben sollen. Auffällig ist auch, dass es für die genannten ORF-Jobs nur sehr spärliche Beschreibungen und Anforderungsprofile gibt. Bei anderen ORF-Jobs ist dies jedenfalls anders, wie diese offenen Stellen (siehe Link) zeigen.
Durch derartig öffentlich exponierte Jobvergaben schadet man einem Bild öffentlicher Institutionen nachhaltig. Ich glaube nicht, dass sich die Entscheider dessen bewusst sind. Ich finde es übrigens auch ok, wenn persönliche Mitarbeiter (was Pelinka nicht sein dürfte; dafür ist das Gehalt zu hoch) nicht ausgeschrieben werden müssen. Besser als diese Form der Diskreditierung.

Personaldeals & verlogene Dementis
Das Muster hat man schon zu oft gesehen. Auch im Dementieren wirkt Pelinka sehr routiniert. Es ist gut ein Jahr her, wo Pelinka schon auf die Frage antworten musste, ob er in die ORF-Geschäftsführung wechsle. In der Presse ist am 2.12.2010 zu lesen:

Pelinka schließt einen Wechsel in den ORF indes klar aus. “Dieses Gerücht ist absoluter Schwachsinn und hat null Grundlage. Es wird nur deshalb gestreut, um das Unternehmen im Gerede zu halten”, so Pelinka. Und auf Nachfragen meinte er: “Ja, ich schließe aus, dass ich in der nächsten Geschäftsführung in den ORF wechsle.”

Die Folge: es wird überhaupt niemandem mehr irgendwas geglaubt. Ein weiterer Grund für den enormen Glaubwürdigkeitsverlust in der Politik.
Noch ein bekanntes Muster ist enthalten. Mehrheiten beschaffen heißt Jobs abdealen.
Die Kultur des Abdealens ist in allen Verhandlungsprozessen natürlich implizit Teil von Lösungen. Jedoch stellt sich die Frage, wie weit es dieser Politikkultur ausschließlich um Personalia geht; oder auch hin und wieder um Inhalt. Wie Reimon richtig ausführt, ist das Junktimieren inhaltlicher Entscheidungen mit Own Benefits gerade auch in der Gemeinde- und Landespolitik üblich. Auch das ORF-Beispiel zeigt allen öffentlich: Inhalt ist irrelevant. Die Folge? Die Abkehr von Politik vieler, die sich dann irgendwann am Wutbürgerstamttisch wieder sehen werden.

Was soll das mit dem Freundeskreis?
Man erwischt sich ja manchmal selbst dabei, sich allzu sehr an Undinge zu gewöhnen. Z.B. die Sache mit den Freundeskreisen. Mit welcher Selbstverständlichkeit in der Medienberichterstattung über den Leiter des “SP-Freundeskreises” und den “VP-Freundeskreis” gesprochen wird, ist erstaunlich. Pelinka plaudert völlig normal – wie in diesem Kurier (FH) Interview im Mai 2010 – über Freundeskreise etc., zB “Es gibt auch genug Beispiele, wo sich Stiftungsräte nicht an die Linie des Freundeskreises halten.” Na toll. Immerhin.
Aber auch hier: der Sinn des Stiftungsrates ist, eben nicht parteiabhängig zu sein und nach parteilichen Kriterien Mehrheiten zu finden. Vielleicht eine naive Vorstellung, aber SPÖ- oder ÖVP- oder sonstiger Parteien Freundeskreise sollten nicht als Normalität einfach hingenommen werden. Noch dazu mit diesem Wort, das schon ein offener Hinweis auf Freunderlwirtschaft sind. Was soll ein Normalo dabei denken? Na, genau was sich offenbar eh bestätigt. Wirkung: verheerend.
Nicht nur dem ORF, dessen wesentliche öffentlich-rechtliche Legitimation in der Parteiunabhängigkeit von Berichterstattung und entsprechenden öffentlich-rechtlichen Inhalten liegt, wird damit massiv Schaden zugefügt. Michael Fleischhacker zieht in der Presse auf Basis einer richtigen Einschätzung einen falschen Rückschluss: weg mit dem ORF. Well done, ORF-Politik.

Auch deshalb ist das Engagement der Redakteure zu begrüßen, denn letztlich geht es eben nicht nur um eine Person, sondern um eine Beschädigung ihrer (der Redakteure) Arbeit. Old Politics führt direkt in die Abkehr von Politik und in den Rechtspopulismus, ungeachtet des Umstands, dass sich jener auch der selben Muster bedient hat, was manch Wählergruppe allzu schnell vergessen hat.
Und genau darüber muss man diskutieren, denn dieses Modell ist nicht ewig prolongierbar.
An dieser Stelle sei zum wiederholten male an die “Werte im Wandel”-Studie (siehe Guensblogpost) erinnert, die den Vertrauensverlust in die öffentlichen Institutionen deutlich belegt.

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Der Parlamentsmarathon am Schirm – eine Würdigung und mehr

25 09 2008

Die gestrige Sitzung des Nationalrates brachte nicht nur interessante Mehrheiten, Beschlüsse und Emotionen, sondern auch die Medienbeobachtung regt zum Nachdenken an.

Ich kann mich nicht erinnern, dass so viele Menschen eine Plenardebatte bis spät in die Nacht verfolgt haben. Nämlich einerseits im Fernsehen, andererseits Online. Am Nachmittag sahenlaut ORF-Quotenangaben mehr Menschen die Nationalratsdebatte (um 13:11 waren es 179.000) als im besser gelegenen Vorabendprogramm Sendungen wie “Scrubs und die Anfänger” (135000) oder der Straßenfeger “Anna und die Liebe” (118.000). Die Zahlen von TW  1 liegen mir nicht vor, aber rein subjektiv haben gar nicht wenige auch am späten Abend noch die Debatte verfolgt.

Klar, es ist Wahlkampf und daher spannender.

Das eigentliche Highlight spielte sich jedoch woanders ab. Der Standard Online ist wieder mal seinem Ruf als eines der besten Online Medien gerecht geworden. Zumindest was die Live-Coverage betrifft. Mehrere RedakteurInnen verfolgten gestern die Debatte teils im Saal, teils vor dem Schirm und begleiteten die Geschehnisse auf kompetente und witzige Art. Fakten zur Sitzung, Stimmungen, Beobachtungen, Erlebnisse in der Kantine und insbesondere die Interaktion mit Usern waren Teil der Show. 6.000 Postings ist absolut rekordverdächtig. Erfreulich dabei: Der Anteil an destruktiv-dummen Postings und überraschenderweise auch an klassischen Parteikampfpostern hielt sich in Grenzen.

Ob die “Lange Nacht des Parlaments” (c Martin Putschögl, standard.at) tatsächlich eine Sternstunde des Parlaments war, darüber lässt sich streiten. Das Husch-Pfusch und Populismus Argument lässt sich nicht ganz von der Hand weisen. Aber dennoch kann man viel mitnehmen:

  1. Klar, ohne neue parlamentarische Kultur wird alles schwierig. Das polit-kulturelle Merkmal, dass die Regierung alles determiniert und keine freien Mehrheiten möglich sind, muss – auch von einer Mehrheitsregierung – aufgebrochen werden. Weg mit der übertriebenen Koalitionsdisziplin. Die führt nur in den Frust. Wir brauchen Diskurs, Widerspruch, gepflegten Konlikt und dennoch konkretes politisches Handeln. Mal zu scheitern, muss erlaubt sein. Auch im Parlament. Auch in der Öffentlichkeit.
  2. TW 1 könnte österreichischer Parlamentssender werden. Die Auto-, Kultur-, Tourismus und Sportsendungen sollen schon weiterlaufen. Aber während Parlamentssessions sollte TW 1 live dabei sein. Immer! Das erscheint mir fast sinnvoller als die kurzen Übertragungen bei Dringlichen bzw. Sondersitzungen auf ORF 2. Denn da streiten sich alle peinlicher Weise um die Rede- und Sendezeiten udn lassen pursten Populismus nur für die Kamera vom Stapel. Wie Hans Peter Lehofer erläutert, gibt es hier durchaus rechtliche Diskrepanzen mit dem Auftrag von TW1. Die Verschränkung ist  nicht unheikel. Da braucht es wohl eine saubere Lösung. Aber man sollte das ernsthaft andenken.
  3. Dass Parlament spannend sein kann, haben die Sitzung und der Standard Online bewiesen. Die enorme Beteiligung kann ein Impuls sein, dieses Format weiterzuentwickeln. Der Live Online Journalismus bietet durch Tempo & Interaktionsmöglichkeit definitiv Mehrwert  in der politischen Auseinandersetzung. Doch auch hier gilt: wenn die herkömmlichen Akteure des politischen Geschehens (= die Parteien) das Forum  nur als Schlachtfeld verstehen, wo es ausschließlich darum geht,  die aktuellen Sager durchzubringen, ist´s vorbei mit der Attraktivität.

Und hier mein Lieblings-Maschekvideo aus dem Hohen Haus, das ich hin und wieder auch in Seminaren zeige. Ich schaff es immer noch nicht, beim Zusehen ruhig zu bleiben.





„Politik im TV“ zum Abgewöhnen – erste Rückschlüsse

24 09 2008

Wenn man mit Politikkommunikation zu tun hat – sei es beruflich oder aus Berufung – ist man einiges gewohnt in Österreich. Aber das gestrige TV Duell Molterer-Faymann (Kanzlerduell???) war ein Sinnbild dafür, wie sehr der politische Diskurs in Österreich am Boden grundelt. Schlicht: Politik zum Abgewöhnen.

Man sieht dieser niveaulosen Schlammschlacht zu und denkt sich, ok kriegt der Strache halt doch 20%. Ich weiß, ein Widerspruch zu meinem letzten Beitrag, wo ich den Grünen noch eine Chance zurechne, deutlich zuzulegen und damit das Rennen um Platz 3 nicht aufzugeben. Nur zur Präzision: Ich schrieb über ihre Chance. Nicht davon, dass die Grünen jedenfalls gewinnen werden.


Aber zurück zu den Medien. Christoph Chorherr hatte ja kürzlich das interessante Gespräch mit Florian Klenk im Videoblog. Wichtige Punkte wurden da angesprochen.

Und ich erlaube mir, (nicht nur) nach dem gestrigen TV Duell ein paar erste Rückschlüsse zum Thema „Politik im TV“:

  1. Alarmglocken: Der politische Diskurs ist in Österreich in verheerendem, alarmierendem Zustand. Schuld daran sind die handelnden Akteure, also Politiker und Medien und strukturelle Defizite der Medienlandschaft. Es ist dringend an der Zeit, aus dieser Spirale im auszubrechen und darüber öffentlich zu diskutieren.
  2. ORF – no more of the same: Der ORF braucht nach der Wahl eine äußerst kritische Reflexion seiner Diskussionsformate. More of the same, geht nimmer. Es braucht da keine Adaption, sondern eine Revolution. Es wird so viele in neue Unterhaltungsformate investiert – genau das braucht´s auch in den politischen Diskussionssendungen. Ob die Sonntag abend Sendung „im Zentrum“, „Offen Gesagt“, „In Form“ oder „Statt Inhalt“ heißt, ist egal. Es ist immer das gleiche Format und das gehört geändert; und neue entwickelt. Internationale Beispiele muss es ja genug geben.
  3. Privat-TV als Chance? Die Privat-TV-Sender nehmen hoffentlich aus dem Wahlkampf mit, dass Politik ein Quotenbringer sein kann. Sowohl PULS 4 wie auch ATV hatten die höchsten Einschaltquoten ever. Das PULS 4 Format war übrigens überraschend gut. Vielleicht entwickeln sich ja die Privat-TV Sender endlich als Innovatoren?
  4. Mehr Akteure: Warum diskutieren – auch in Nicht-Wahlkampfzeiten – eigentlich immer VertreterInnen der Parteien und meist die gleichen ExpertInnen (von denen einige schon ok sind)? Is Austria too small for more communicators? Was ist mit der Zivilgesellschaft (da gibt´s auch mehr als Attac und Greenpeace)?
  5. Steigende Bedeutung Webdiskurs: Der aktuelle Peak in der politischen Web 2.0. Kommunikation darf nach der Wahl nicht wieder stark abfallen, sondern muss weiter gehen. Je mehr Akteure und Beteiligung, desto mehr wird auch Crossmedia passieren. Ideen, Diskussionen aus dem Webdiskurs werden zunehmend von anderen Medien aufgegriffen werden. Und das heißt nicht nur Frage-Antwort über Youtube Videos einsenden zu können, sondern den inhaltlichen Diskurs in der Substanz aufzugreifen. Das ist ja einer der Gründe, warum in den USA Web 2.0. politisch ernster genommen wird. Es gibt höhere Reichweite bei Meinungsbildern und mehr Rückwirkung auf andere Träger der öffentlichen Kommunikation ein. (Der noch wichtigere Grund ist die enorme Fähigkeit von Web als Organisatonsinstrument)
  6. Gefahr Mehrheitswahlrecht: Die Diskussion über den Zustand der Demokratie in Österreich wird nach der Wahl kommen. Doch Vorsicht: die Gefahr ist groß, dass sie primär genutzt wird, das Mehrheitswahlrecht zu lancieren. Nicht nur, dass ich inhaltlich davon nichts halte, sondern insbesondere vor dem Hintergrund der Krise des politischen Diskurses in Österreich wäre es falsch, genau hier anzusetzen. Ein Mehrheitswahlrecht würde erst recht die Vielfalt der Akteure reduzieren und eine Fokussierung auf den Boulevard und die absolute Mehrheitsfrage bewirken. Es geht wie immer um die politische Kultur im Land. Und die verändert auch ein Mehrheitswahlrecht keineswegs zum Besseren.

Die Liste kann freilich stark erweitert werden…